Hamburg / Altona. Tagsüber ist der Tunnel unter der Max-Brauer-Allee belebt. Seit mittlerweile mehr als zehn Jahren bieten dort verschiedene Händler ihre Ware an, Altonaer und Touristen nutzen den Tunnel als schnellen Verbindungsweg zwischen dem Altonaer Bahnhof und der Neuen Großen Bergstraße. Im Zuge der neuen IKEA-Ansiedlung sei die Weiterbewirtschaftung des Tunnels derzeit jedoch noch völlig ungewiss.

In der vergangenen Sitzung des IKEA-Sonderausschusses wurde die Befürchtung deutlich, dass auf Grund von Besucherströmen, die zum Möbelhaus gelangen wollen, vermutlich kein Platz mehr sein wird für die Händler im Tunnel. Um jedoch nicht wieder Zustände herbeizuführen, die in der Unterführung vor Ansiedlung der Händler herrschten – Sauberkeitsmängel, Nutzung zu Übernachtungszwecken – sei es dringend erforderlich, bereits jetzt verschiedene Bewirtschaftungsoptionen zu erörtern und mit potentiellen Bewirtschaftern Kontakt aufzunehmen. Nur so könne die Sicherheit und Ordnung in der Unterführung langfristig aufrechterhalten oder sogar verbessert werden. Gespräche über zukünftige Nutzungen seien Aufgabe des Vertragspartners, also der Sprinkenhof AG, berichtete Dr. Reinhold Gütter den Ausschussmitgliedern.

In der kommenden Sitzung der Bezirksversammlung Altona wird über eine Beschlussempfehlung des Sonderausschuss IKEA entschieden. Demnach wird das Bezirksamt aufgefordert, nach Vorliegen der Wettbewerbsergebnisse Ende Oktober die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen, um über Bewirtschaftungsverträge ins Gespräch zu kommen und zu „sodieren“, welche potentiellen Bewerber für welche Flächen in Frage kommen. Dabei sollen auch die Interessen der jetzigen Bewerber berücksichtigt werden.

„Gutachterverfahren Fußgängertunnel Max-Brauer-Allee“ – Entscheidung erst Ende Oktober

2008 beschloss die Bezirksversammlung Altona die Schließung des Tunnels. Als Reaktion folgten zahlreiche Proteste aus den Reihen der Bürgerinnen und Bürger. Mit Beschluss von März 2010 wurde der Schließungsgedanke verworfen und eine Erhaltung des Tunnelbetriebes entschieden. Voraussetzung dafür waren Planungen für eine verbesserte Situation im und außerhalb des Tunnels. Zur Zeit befinde man sich in eben genau diesen Planungen, berichtet Bezirksamtssprecherin Kerstin Godenschwege auf Anfrage von ALTONA.INFO. Derzeit finde ein sogenanntes „Gutachterverfahren“ statt. Mehrere Architekurbüros haben Vorschläge eingereicht, über die ein Preisgericht aus Vertretern der Bezirksversammlung, des Bezirksamtes, der ECA und den Sanierungsbeiräten entscheiden wird. „Diese Entscheidung gibt es in der letzten Sitzung des Preisgerichts am 20. Oktober“, so Godenschwege. Ob und inwiefern der Gewinner-Vorschlag umgesetzt werden kann, liege anschließend in den Händen der Bezirkspolitik. Doch eines sei bei den Sanierungsmaßnahmen von Anfang an klar: „Alles, was wir anfassen, muss den aktuellen EU-Richtlinien entsprechen“, sagt Kerstin Godenschwege.

4 KOMMENTARE / LESERBRIEFE

  1. Was, um Himmels Willen treibt die Altonaer Politik dazu dieses Loch und die Trennung der Neue Große Bergstraße auf Biegen und Brechen zu erhalten, ja noch auszuweiten?
    Warum vegibt sie auf Jahre hin die Chance hier ein großzügiges ebenerdiges und einladendes Entree nach Altona-Altstadt, in die Einkaufszone und bis zu IKEA zu schaffen?
    Es ist ein Trauerspiel, da entsteht so vieles Neues, das Loch aber bleibt, warum???

    • Erstmal geht es nicht um ein „Loch“, vielmehr um einen Fußgängertunnel. Der unter der Max Brauer Allee zur Neuen Großen Bergstraße führt. Tiefer gelegt kann er nicht werden, da darunter der Schellfischtunnel liegt. Wie also soll dieser Tunnel durch „ein großzügiges Entree (?)…“ ersetzt werden ? Indem die Max Brauer Allee gesperrt wird ? Oder durch eine leicht ansteigende Brücke, die weiter als der Tunnel in die Neue Große Bergstraße reichen würde, von der Bahnhofsseite einmal abgesehen ? Das reale Trauerspiel sind solch kurz gedachte Traumtänzer Vorschläge ohne Kenntnis der genaueren Umstände.

      • @August — Danke für Ihre tiefschürfende, von Weitsicht geprägte Replik! Wenn eine Sperrung der Max-Brauer-Allee das einzige was Ihnen dazu einfällt …. Ja, es ist möglich die Passanten ebenerdig, und als dem motorisierten Verkehr Gleichberechtigte vom Bahnhof in die sich neu entwickelnde Einkaufszone zu führen. Eine Schließung des Tunnels würde in der Neue Große Bergstraße die Möglichkeit einer baumbestandenen großzügigen Aufenthaltsfläche eröffnen, mit Außengastronomie und eine Fläche für den Wochenmarkt und andere Nutzungen im öffentlichen Raum. Oder anders gesagt es würde Raum für öffentliche Nutzungen entstehen, auf der auch Sie sich mit Weile aufhalten könnten. Der Tunnel mag vielleicht (!) die technisch beste Lösung zur konfliktfreien Leitung von Verkehrsströmen sein, menschlich ist sie es sicherlich nicht; aber dies ist wohl eher ein Problem der Sicht wofür Stadtraum da ist.

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