Hamburg / Altona. Mit dem bisher bereitgestellten Geld kommt die Seniorenarbeit in den Bezirke anscheinend zukünftig nicht mehr aus. Das Bezirksamt warnt in einer Beschlussempfehlung an den Ausschuss für Soziales, Arbeit, Senioren, Integration und Gleichstellung, vor einer Unterdeckung der Finanzierung für die kommenden Jahre. Schon im letzten Jahr wurde die Seniorenarbeit durch Mittel für „Bauunterhaltungskosten“ quersubventioniert. Dies sei auf Grund von Sparmaßnahmen in Zukunt nicht mehr möglich.

Die Beschlussempfehlung des Amtes (hier als PDF-Datei) beinhaltet auch gleich umfassende Lösungsvorschläge – neben vielen Sparmaßnahmen unter anderem die Schließung des Seniorentreffs „Bei der Pauluskirche“ bzw. die Zusammenlegung dieser Einrichtung mit einer anderen.

Einen daraufhin eingereichten Antrag der CDU-Fraktion, die Kündigung des Mietvertrages für den genannten Seniorentreff aufzuschieben, lehnte die Koalition aus SPD und GAL ab und forderte in einem eigenen Antrag das Bezirksamt auf, den Mietvertrag zum 31. März 2011 zu kündigen.

Dr. Ingo Lembke, Sprecher für Seniorenpolitik der GAL in der Bezirksversammlung Altona, sagt zu der Neuaufstellung der Altonaer Seniorentreffs: „GAL und SPD haben die Träger der Treffs aufgefordert, Synergien zu nutzen und die Schließung einer der Einrichtungen zu verhindern. Wir haben positive Rückmeldungen erhalten, wobei eine endgültige Zusage noch aussteht.“ Er machte deutlich, dass angesichts der demographisches Entwicklungen die politische Aufmerksamkeit für die Belange über 65 immer größer werden. Der Eindruck, ein Seniorentreff würde geschlossen, sei daher falsch.
Die seniorenpolitsche Sprecherin der SPD-Fraktion, Antje Mohr, bestätigt die Aussage des Amtes, die bezirkliche Seniorenarbeit sei nicht mehr auskömmlich. Zu der Zukunft der bezirklichen Seniorenarbeit sagt sie: „Wir wollen generationenübergreifende Angebote weiterentwickeln.“

Der CDU-Sozialexperte Andreas Grutzeck kritisiert das Vorgehen von SPD und GAL: „Ich hätte nicht erwartet, dass die Koalition das Ende dieser wichtigen Institution fordert, ohne sich vorher über Alternativen Gedanken gemacht zu haben.“ Er fürchtet, dass dadurch nun viele Seniorinnen und Senioren in die Isolation geschickt werden. Anstatt mit der Opposition für die Interessen Altonas zu streiten, machten sich SPD und Grüne „zum Erfüllungsgehilfen einer kaltherzigen Senatspolitik.“ Grutzeck bekräftigt ebenfalls, die bezirkliche Seniorenarbeit sei chronisch unterfinanziert. Eine Schließung sei jedoch der falsche Weg. Die CDU hatte seiner Aussage nach der Koalition vorher angeboten, gemeinsam einen Weg zu beschreiten, der den Senat zwingt, sich mit der finanziellen Lage der Seniorentreffs auseinander zu setzen und Verantwortung auch für die ältere Generation zu übernehmen.

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