Ehemaliges Finanzamt Altona soll zurückgekauft und neu bewirtschaftet werden

Altona / Altona-Altstadt. “Kultur und Kreativwirtschaft sollen im Zentrum Altonas ihren Platz haben. Das ehemalige Finanzamt kann für Altona-Altstadt ein Kristallisationspunkt mit einer Mischung aus Kommunal- und Sozialberatungszentrum, kleineren kreativen Betrieben und Künstlern werden – wir wollen diese Chance nutzen und fordern dazu ganz konkrete Maßnahmen!“, so Christian Trede (GAL), Sprecher für Stadtplanung in der Bezirksversammlung Altona, laut einer Mitteilung der GAL-Fraktion.

Seit Jahrzenten erlebe die Neue Große Bergstraße als Einzelhandels- und Dienstleistungsquartier einen Niedergang. Das Altonaer Finanzamt verließ diesen Standort. Nun steht das Gebäude leer. GAL und SPD beantragten daher auf der letzten Sitzung der Bezirksversammlung, dass das Bezirksamt unverzüglich mit der FB-Imm. und der Sprinkenhof GmbH in Verhandlungen tritt – mit dem Ziel eines Vermietungsstopps von Flächen im ehemaligen Finanzamt Große Bergstraße und der Entwicklung eines Bewirtschaftungskonzeptes. Diese solle folgende Punkte umfassen: ein ein- bis zweigeschossiges Kommunal- und Sozialberatungszentrum, ein Kreativwirtschaftszentrum und eine Fläche für Büro- und Einzelhandelsnutzung. Die Entwicklung eines Ärztehauses komme nicht in Frage.

Mark Classen (SPD), Vorsitzender im Stadtplanungsausschuss in der Bezirksversammlung Altona, betont: „Das alte Finanzamt ist ein wichtiger Baustein für nachhaltige Stadtkultur in Altona-Altstadt. Wir müssen versuchen, an diesem Standort soziale Dienstleistungen und neue ökonomische Betriebe zu etablieren“.

Kurz-URL: http://www.altona.info/?p=39542

geschrieben von bei Okt 17 2011. abgelegt unter Altona-Altstadt, Aus Stadtteilen, Bezirksversammlung, Meldungen, News & Meldungen, Politik Wirtschaft Gesellschaft. Antworten verfolgen RSS 2.0. Zum Ende gehen und eine Reaktion schreiben.

10 Reaktionen für “Ehemaliges Finanzamt Altona soll zurückgekauft und neu bewirtschaftet werden”

  1. Jana

    Der GAL faellt langsam auch nicht mehr ein als ausser jedem leerstehenden Gebaute einen Kreativ-Streichelzoo machen zu wollen. Am besten noch mit einem Beratungszentrum fuer arbeitslose Linkshaender mit Migrationshintergrund und extra Raeumen fuer die oekologische Frauentrommelgruppe. Langsam nervt’s…

    Warum nicht einfach an einen Privatinvestor verkaufen mit der Auflage es halbwegs anspruchsvoll zu sanieren. Das bringt Geld in den Stadtsaeckel (der kann’s gebrauchen) und belebt die NGBS mit einem neuen atraktiven Geschaeftshaus.

    • Hugo

      Als die Gal mit der Cdu in Altona das sagen hatte, machte sie genau das (mit?), was Jana möchte. Warum nun dieses vollmundige Minoritäten Bashing. Das nervt schon länger. Das Belebungsunisono ohnehin.
      Und übrigens: gäbe es einen Privatinvestor, der das Gebäude anspruchsvoll sanieren wollen würde, wär es längst verkauft.

    • Christian Trede

      Sehr geehrte Frau Jana,
      ich weiß nicht, warum Kleinstbetriebe – die eben nicht einfache Büronutzung (davon haben wir genug) oder ein Ärztehaus, oder, oder..sein sollen – die sich nicht teure Mieten in normalen Büros leisten können und die auf Vernetzung und z.T. gemeinsames Arbeiten, etc. angewiesen sind, einen “Streichelzoo” darstellen.
      Die Nchfrage für die Flächen für die Sozialberatungsangebote kommt aus dem Bezirksamt, die dringend zentral gelegene Flächen benötigen.
      Die Finanzbehörde wollte das Gebäude verkaufen – im Höchstgebotsverfahren – und wir wollten es im städtischen Besitz halten. Und zwar aus den o.g. Gründen. Ich seh nicht, dass daran etwas negatives sein soll, wenn man sich um eine kleinteilige Gewerbestruktur kümmert.
      Wenn das Gebäude einfach nur verkauft, bekommen wir das was wir überall haben – ein schnödes teures Bürogebäude.
      Viele Grüße
      Christian Trede

  2. Stefan

    Hallo Christian, Du scheinst das Selbstverständnis der AZ-Altona Gruppe nicht gelesen zu haben. Z.B. der Punkt “Selbstverwaltung”: In Zentren wie der Motte und der Fabrik sind die Strukturen so verkrustet und hierarchisch, dass man dort nicht wirklich von Selbstverwaltung reden kann. Zumindest nicht, wenn man das Konzept des AZ-Altona vor Augen hat.
    Werkstatt 3 und Rote Flora liegen zwar im “Kerngebiet” von Altona, sind aber trotzdem weit weg vom Standort Altona-Altstadt. Nur weil etwas im “Kerngebiet von Altona” liegt heißt das nicht, das diese Orte gut zu erreichen sind, bzwnah dran sind, vom Centro SoCiale ganz zu schweigen! Im Übrigen versteht sich die Rote Flora als Stadtteilzentrum für das Schanzenviertel. Schon jetzt ist es dort schwer, Räume (Proberäume, Veranstaltungen etc.) zu bekommen, weil das Zentrum einfach überlaufen ist. Haus 3 bzw. Werkstatt 3 bieten für viele Arten von Nutzung keinen Platz, bzw. gibt es Probleme mit Anwohnern, wenn diese dort trotzdem durchgeführt würden.
    Im übrigen verfügt der Stadtteil Altona-Altstadt über kein solches von der Initiative “AZ-Altona” angestrebtes Zentrum. Ein solches Zentrum soll eben auch für Kinder, Jugendliche und alte Menschen zugänglich sein. Gerade diese Gruppen brauchen aber einen Ort, der in der Nähe ihres Wohnortes liegt. Über diese Eigenschaft verfügt bis auf das Haus 3 (siehe oben) keines von den Ihnen aufgezählten Projekten. Und die von Ihnen angesprochenen Künstler würden auch im AZ-Altona einen Ort finden, übrigens ohne Miete zahlen zu müssen!
    Das von Ihnen vorgeschlagene Konzept schließt dagen bewusst Menschen aus, die sich auch kleine Mieten nicht leisten können, bzw. andere Aktivitäten entfalten möchten als “kreative Unternehmen”.

    • Christian Trede

      Hallo Stefan,
      jetzt mal im Ernst: Du schreibst: “die Strukturen so verkrustet und hierarchisch” – wie wäre es, sich in diesen Einrichtungen einzubringen/ beteiligen und die Strukturen zu verändern? Oder sollen wir jedesmal, wenn eine bestimmte Gruppe sagt, die oder die Strukturen gefallen mir nicht, ein neues Gebäude heranzaubern? Neben den von mir aufgezählten haben wir noch die Fabrik, die eine hervorragende Kinderarbeit macht – und das Altonaer Museum ebenfalls. Wir arbeiten gerade daran die Victoria-Kaserne so lang wie möglich in der derzeitigen Nutzung zu belassen (übrigens auch selbstverwaltet, und da ist meines Wissens nach auch noch Raum), das ehem. Finanzamt der Finanzbehörde aus den Händen zu schlagen und wollen auf dem kolbenschmidt-Gelände versuchen auch noch was hinzubekommen.
      Neben bei bemerkt, ist die Werkstatt3 gerade mal 1000m “weit” von Altona-Altstadt weg…
      Den Anspruch nach Raum für (bürgerschaftliche, kreative, sportliche, sozaile, oder was auch immer) Aktivitäten einzufordern ist ein selbstredend selbstverständlich. Aber im Abwegungsprozeß muss man auch sehen, was überhaupt umsetzbar oder wo ebenfalls ein dringender Bedarf ist. Eure Forderung will ich euch gewiß nicht ausreden, auch nicht eurer Engagement – man weiß nie was am Ende des Tages so alles passiert (s. Gängeviertel ;-))…
      Das es ein “Versorgungs”-Problem mit Probenräumen gibt, ist schon seit langem bei uns auf der Agenda. Wegen der Lärmproblematik ist das aber schwierig. Der Bunker in der Schomburgstr. wäre hier noch was, woran wir arbeiten – aber manche Dinge brauchen einfach leider unendlich viel Zeit (und Geld). Ich habe diese Aufzählung gemacht, um auch zu zeigen, dass wir nicht ganz “nackt” da stehen. Bei Einwerbung von Mitteln muss man allerdings auch die Realitäten anderer Bezirke/ Stadtteile sehen, die oft gar keine Einrichtungen haben (schlimm genug) und sich dann fragen “Wie? Schon wieder Altona?” (die Bramfelder Kulturinsel wartet schon ein gefühltes Jahrhundert auf Realisierung). Die “kreativen”Kleinst-Betriebe haben hier ein akutes Versorgungsproblem (und somit Existenzproblem!) und deshalb bin ich der Ansicht, dass das Konzept ein Gutes ist – auch wenn man am Ende nicht alle unterbringen kann.
      Soweit,
      viele Grüße
      Christian Trede

      • Stefan

        Hallo Christian,
        erstmal Vorweg: Du schreibst von “Eurer Forderung”. Das liest sich so, als wenn Du vermutest, dass ich Teil der Initiative für ein AZ-Altona bin. Dies ist nicht so, ich bin seit vielen Jahren Anwohner in Altona-Altstadt und stehe dieser Idee, wie man auch im vorangegangen Kommentar lesen kann, sehr positiv gegenüber.
        Von wegen des Satzes in dem das schöne Wort “heranzaubern” enthalten ist: das liest sich, als wenn es keinen Raum für ein AZ geben würde. Ich weise in dem Zusammenhang darauf hin, dass z.B.(!) das Gebäude i. d. großen Bergstr. seit langem leersteht. Es muss also nichts “herbeigezaubert” werden, sondern der (politische) Wille muss da sein (Was er ja defacto nicht ist). Der Rest wird von den Leuten erledigt, die dieses Haus nutzen wollen (siehe Flora, Centro, Gängeviertel). Damit wäre dann auch das “aber manche Dinge brauchen einfach leider unendlich viel Zeit (und Geld)-Problem vom Tisch.
        Auch die Victoria-Kaserne ist keine Alternative, weil eben der Status überhaupt nicht gesichert ist und offensichtlich nur als Übergangs”lösung” gedacht ist, bis auch dieses Gebäude verkauft ist. Zur W 3 hatte ich schon geschrieben, dass viele Nutzungsarten, die in einem AZ möglich sind, dort nicht möglich sind. Ansonsten: WENN es soviel Raum in Altona geben würde, warum wurde dann das Frappant besetzt? Warum wird beispielsweise durch Künstler seit Jahren kritisiert, dass sie kaum Räume finden? Es geht nicht (nur!) darum , dass Projekte wie die Fabrik gute Arbeit im Kinder und Jugendbereich leisten. Wie gesagt, zu einem wirklich selbstverwalteten Zentrum gehört mehr, als “nur” Kinder und Jugendarbeit, Proberäume oder Ateliers. Als Beispiel für die Vielseitigkeit eines AZ´s ist hier die Rote Flora oder eben das von Dir angegsprochene Gängeviertel zu nennen, wo die Stadt ja auch weiterhin gerne ihre Finger mit drin hätte und sich mit einer richtigen Selbstverwaltung nicht wrklich anfreunden mag. Es mag für viele Politiker ja schwer sein, sich mit (linken) Konzepten zur Selbstverwaltung anzufreunden: Aber guck´ Dir das Konzept des AZ´s an, schau Dich in der Flora, Centro Sociale bzw. im Gängviertel um und Dir wird evtl klar werden, warum viele Menschen in Altona (Altstadt) so einen Freiraum gerne hätten. Warum man, ohne einen Sozialpädagogen oder ähnliches fragen zu müssen, ob man dieses und jenes machen könnte, Dinge, die für das Haus von Belang sind, lieber GEMEINSAM entscheidet.

  3. Ingrid

    Es gab einen artikel in der taz, in dem herr classen die “kreativwirtschaft” als nutzerin des ehemaligen finanzamtes befürwortet.
    an die adresse der initiatorInnen der kampagne “autonomes zentrum altona” gerichtet (die sich ein selbstverwaltetes stadtteilzentrum wünschen), sage herr classen, dass er für ein autonomes zentrum, “was auch immer das sein mag”, keinen platz sähe. “denen geht es doch nur darum, unbequem zu sein” meinte herr classen und hob lobend das “centro sociale” hervor, welches ja eine so schöne gesellschaftliche wirkung hat.
    unbequem ist anscheinend nicht erwünscht, wenn man im bequemen plitikersessel sitzt!
    allerdings hat sich das “centro sociale” sich mit dem autonomen zentrum auf deren internetseite solidarisiert (Centro loves AZA) http://centrosociale.breitaufgestellt.de/

  4. Fehler in der Pressemitteilung. Das alte Finanzamt gehört der Stadt und wird von der SpriAG verwaltet. Es muss also nicht zurück gekauft werden, was die Sache etwas einfacher macht.

  5. sabine

    Wieso zurückgekauft?
    Wer von wem?

    • Christian Trede

      Hallo Sabine,
      in der Tat ist dies ein Fehler von uns in der Pressemitteilung gewesen.
      Die Finanzbehörde hat das Gebäude vor einiger Zeit von der VHG (einer stadteigenen Beteiligungs- und Verwaltungsgesell. (ich hoffe das ist richtig beschrieben :-)) zurückgekauft (ist kompliziert und hat was damit zu tun, wo etwas verbucht wird)). Die Finanzbehörde wollte das Gebäude nun ausschreiben und an eine Privatinvestor verkaufen (zusammen mit einem Grundstücksteil in den Neuen Gr. Bergstr.).
      Seit mehreren Jahren versucht die GAL dieses Gebäude in der städtischen Hand zu behalten und zu einer sog. “Kreativ-Immobilie” zu entwickeln.
      Im Prinzip sowas wie die Viktoria-Kaserne, wo Künstler und kleine kreative Unternehmen angesiedelt werden, die nicht viel Miete zahlen können. Das war noch weit vor IKEA. Die Finanzbehörde war immer sehr hartleibig und wir konnten uns auch in Schwarz-Grünen Zeiten nicht durchsetzen. Als letzten Schritt hatten wir über das Bezirksamt versucht die Ausschreibungsbedingungen so zu fassen, dass ein Privatinvestor unser Konzept umsetzen muss. Dies hätte wohl auch funktioniert, da das Bezirksamt zwei Etagen für Sozialberatung anmieten wollte und als Ankermieter gedient hätte. Die Finanzbehörde hat nun von seinen Verkaufsabsichten Abstand genommen, da der Planungsauschuss den Bebauungsplan in der Neuen Gr. Bergstr. verändern will.
      Die Veränderung hat zur Folge, dass die Baumöglichkeit wegen des Erhaltes des Fußgängertunnel erheblich eingeschränkt wird und somit die Finanzbehörde erst in vielen Jahren weniger Geld einnehmen könnte.

      Wir sind der Meinung, dass das Kerngebiet von Altona mit seinen drei “Haupt”Kulturzentren (Motte, Fabrik, Haus 3) und einem autonomen Zentrum (Rote Flora) sowie der Werkstatt 3 und dem Centro Soziale (gehört zwar zu Mitte, liegt aber unmittelbar in der Nähe) eine Reihe von sehr aktiven Zentren besitzt und man eher mal gucken sollte in welchen anderen Bereichen etwas aufgebaut werden kann. Wir finden, dass das von uns angestrebte Konzept ein Gutes ist und hoffen es umsetzen zu können.
      Viele Grüße
      Christian Trede, Sprecher für Stadtentwicklung, GAL-Bezirksfraktion-Altona

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