Stadtteilkulturzentren und Geschichtswerkstätten. Quelle: Bericht "Evaluation Stadtteilkultur", ICG culturplan Unternehmensberatung GmbH, Juni 2010

Hamburg / Altona. Anfang 2009 wurde von der Hamburger Bürgerschaft beschlossen, die Stadtteilkulturförderung um 900.000 Euro zu erhöhen. Außerdem erfolgte eine Erhöhung des Kapitalstocks/ Stiftungsfonds Hamburger Geschichtswerkstätten um ebenfalls 900.000 Euro sowie die Einrichtung eines Sonderfonds für Geschichtsprojekte 2009/2010 in Höhe von 100.000 Euro. Gleichzeitig wurde die zuständige Behörde aufgefordert, die Einführung der zentralen Steuerungssystematik zu untersuchen und diesen Prozess mit einer unabhängigen Kommission durchzuführen. Dies ist nun abgeschlossen.

Werner Frömming von der Kulturbehörde erläuterte im Ausschuss für Kultur und Bildung im Bezirk Altona grob die gutachterlichen Ergebnisse: „Die Stadtteilkulturzentren und Geschichtswerkstätten sind leistungsfähige Kultureinrichtungen. Mit ihren differenzierten Programmansätzen sind sie vielfältig anschlussfähig an aktuelle Themen und Handlungsfelder wie zum Beispiel integrierte Stadtteilentwicklung, Gestaltung regionaler Bildungslandschaften und Integration.“ Jede Einrichtung habe ihre Geschichte, ihr Profil, ihren Ort im Stadtraum. Die Erhöhung der Fördermittel habe die Arbeitsstukturen in den Einrichtungen stabilisiert. Frömming betonte: „Weitere Förderimpulse sollen folgen. Insbesondere auf Bezirksebene soll eine Planungsstruktur entwickelt werden, die Potentiale über bereits geförderte Einrichtungen hinaus aufgreift und in die Debatte um Förderperspektiven einbringt.“ Auch nachwachsende Institutionen und Projekte sollten eine Entwicklungschance erhalten. Über Festbetragsfinanzierungen in längeren Laufzeiten könnten stärkere Anreize zu wirtschaftlichem Handeln erzeugt werden.

Den gesamten Bericht zur „Evaluation Stadtteilkultur“, den die ICG culturplan Unternehmensberatung GmbH im Juni 2010 vorlegte, kann  hier als PDF-Datei eingesehen werden.

Aktueller Arbeitsprozess

Frömmig erklärte, dass momentan daran gearbeitet werde, die Strukturen im Bereich der Stadtteilkultur für die jeweiligen Bezirke festzustellen. Bezirksverwaltungen und Vertreter aus Stadtteilkultureinrichtungen hinterfragen bisherige Steurungsstrukturen und erarbeiten Empfehlungen. Im Vordergrund stehen dabei die Bedarfs- bzw. Potentialermittlung, die Beziehungen und Qualität der Zusammenarbeit zwischen Fachbehörden und Bezirken sowie die Ressourcenverteilung und die Wirtschaftlichkeit.

Erfahrungsaustausch zwischen den Bezirken

Am 18. und 19. November findet dann der 12. Hamburger Ratschlag Stadtteilkultur statt, ein Fachdiskurs zur Entwicklung der Stadtteilkultur, in dem die Bezirke ihre Ergebnisse und Erfahrungen vorstellen, austauschen und diskutieren können. Zentrale Fragen würden dann sein, was eine lebendige, regionale Kulturlandschaft ausmacht, in wie weit Stadtteilkultur planbar ist, ob Fördermittel gerecht verteilt werden können, welche Chance neue Einrichtungen haben und welche Wirkungen messbar sind.

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