Hamburg. Die Occupy-Camper in Hamburg erhalten immer mehr Zuspruch, während der Deutsche Bundestag den Weg für eine historische Neuverschuldung mit „Hebel“ frei machte. Ein Zwischenbericht vom Gerhart-Hauptmann-Platz in Hamburg.

Der Blick nach New York, wo „Occupy Wallstreet“ seit einem Monat läuft, lässt ahnen, welche Dimension das Zeltlager in Hamburg nehmen könnte. Gleich nach der ersten Demonstration in Hamburg nahm die „Belagerung“ ihren Lauf und täglich kommen Zelte und Aktivisten hinzu. In New York hat man im Zeltlager bereits eine Bibliothek, Handy-Ladestationen, ein medizinisches Zelt eingerichtet. Mit Thai-Chi-halten sich die Protestler fit und halten Vorträge. Ein kurzer Bericht von Bloomberg über die „(may seem) disorganized Hippies“ gibt einen Eindruck.

Wie weit wird der Protest hier in Hamburg gehen und was nützt all der Protest? Wir sprachen mit engagierten Aktivisten und einem Mitarbeiter der HSH-Nordbank. Fest steht, Hamburger Bürger machen den Aktivisten Mut und zollen dem Protest Respekt. Auf die Frage, wie lange man denn noch bleiben will, sagt ein Aktiver „so lange wie nötig“.


Solidarisierung auf breiter gesellschaftlicher Ebene

Ein Blick in die aktuelle Verschuldungsstatistik der EU (PDF, Stand bis Ende 2010, Quelle Eurostat) zeigt die Dimension des gesamtgesellschaftlichen Problems. Allein in den letzten Jahren von 2007- 2010 stieg die Staatsverschuldung Deutschlands um 30% (den aktuellen „Rettungs“-schirm nicht eingeschlossen) auf über 2 Billionen EUR an. Für diese Summe haften Bürgerinnen und Bürger, während der gerade vorgelegte Demographiebericht (PDF, Stand Oktober 2011, Quelle: BMI) eine rapide sinkende Zahl von Erwerbstätigen bis in Jahr 2060 prognostiziert.

Es bleibt abzuwarten, ob das bisherige Rezept – einem Schuldenproblem durch höhere Neuverschuldung zu begegnen – diesmal die richtige Medizin war. Zu „wir sind 99%“ gesellte sich indes in den USA das übrige Prozent. „1 % standing with the 99%“ ist der Titel einer Aktion, über einige wohlhabende Amerikaner fordern, höher besteuert zu werden. Gibt es in der Stadt der Millionäre Bewohner, die das meinen? +++ Fortsetzung folgt +++

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