Begegnung von Kultur und Politik auf Martina Stoians Lautsprecher-Steinen

Altona / Altona- Altstadt. Bezirksamtsleiter Jürgen Warmke-Rose beschrieb es zum Abschluss seiner Rede ganz trefflich: „Wie es mit der Kulturetage weitergeht, kann niemand sagen, aber wenigstens hatten wir noch eine schöne Eröffnungsfeier.“ Schön war die Eröffnung der Kulturetage, schön beherrscht und schlicht. Sektempfang, Redebeiträge, Rundgang, Schnittchen. Künstler sollten hier Einzug halten, künstlerische, quirlige Atmosphäre aber offensichtlich nicht.

Ausnahmslos alle Redner sprachen von „Aufwertung und Belebung des Quartiers“, von der „Umkehr des Niedergangs der Großen Bergstraße“. Rund 2,4 Millionen Euro flossen in das Projekt Kulturetage. Geld aus Bundesfördermitteln, von der Stadt und vom Bezirk. Die Mietpreise für die Ateliers sind für 10 Jahre fix. Sie werden mit rund 100.000 Euro im Jahr bezuschusst. „Der Quadratmeterpreis liegt kalt bei 1,50 Euro“, so Marlies Strehlow vom Vorstand der Kulturetage. „Warm kommt man auf rund 7 Euro.“

Wer eines der insgesamt neun Ateliers zugesprochen bekommt, entscheiden Vorstand und Beirat. Hauptkriterien: Höhe des Einkommens und künstlerisches Engagement. Momentan sind laut Strehlow alle Plätze vergeben, er herrsche aber Fluktuation.
Neben den Büroflächen gibt es in der Kulturetage die 250 Quadratmeter große Galerie, die durch den engagierten Verein Kulturnah mit Ausstellungen, Workshops und Projekten mit Schulklassen belebt wird. Dieser Verein betreibt auch das Café im Erdgeschoss, welches die Hemmschwelle senken und die Besucher anziehen soll.
Die gesamte Eröffnungs-Veranstaltung litt allerdings unter einem faden Beigeschmack. Auf Grund der Entscheidung über die Kürzung der 1 Euro-Jobs auf Bundesebene sowie Umstrukturierungen der Sozialbehörde, ist die Finanzierung der Kulturetage ab Januar 2012 nicht mehr gesichert.

 

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