Dr. Frank Toussaint, Vorsitzender der Bezirksversammlung Altona

Hamburg / Altona. Die Ereignisse der letzten Wochen haben uns alle entsetzt und oft auch sprachlos gemacht. Nicht nur, weil terroristische Serienmörder rund ein Jahrzehnt unerkannt ihr Unwesen treiben konnten, sondern auch, weil fast jeden Tag neue schreckliche Tatsachen über die Hintergründe ans Licht kommen. Da fragt mancher bestürzt mit Blick auf die V-Leute, wer hier wen unterwandert haben mag.

Die Altonaer Bezirksversammlung ist von der Serie der Hinrichtungen besonders betroffen. Eines der Opfer war Altonaer und hatte Freunde unter den gegenwärtigen Mitgliedern unseres Bezirksparlamentes. Im Juni 2001 wurde der türkische Gemüsehändler Süleyman Tasköprü in der Bahrenfelder Schützenstraße erschossen. Über zehn Jahre sollten die Spekulationen andauern, bis nun endlich erschreckende Erkenntnisse über die Hintergründe der Tat bekannt werden. Die fast täglich neu ans Tageslicht kommenden Tatsachen zeigen, dass Gewaltbereitschaft und Ausmaß der Konspiration von Rechtsextremen lange unterschätzt wurden.

Der gegenwärtige Rechtsterrorismus war schon vor einiger Zeit zur aktuellen Stunde in der Altonaer Bezirksversammlung der letzten Woche angemeldet worden. Da wegen anderer aktueller Ereignisse die Tagesordnung geändert wurde, steht das Thema nun am 26. Januar zur Debatte. Alle Fraktionen wollen dazu Stellung nehmen – Gäste sind herzlich willkommen. Auf der vergangenen Sitzung des Bezirksparlamentes musste es, stellvertretend für alle Opfer der Verbrecher, bei einer Gedenkminute für Süleyman Tasköprü bleiben.

Ihr Dr. Frank Toussaint, Vorsitzender der Bezirksversammlung Altona

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