"Stärkung der Versorgung in der Region Altona" - Dr. Christoph Mahnke bei der Einweihungsveranstaltung

Altona / Osdorf. „Wir haben bereits eine sehr gute Versorgung für das Gesamtgebiet Hamburg, regional bestand allerdings noch Bedarf“, erklärte Dr. Christoph Mahnke, Geschäftsführer der Asklepios Kliniken Hamburg. Mit der Eröffnung der Außenstelle zur psychiatrischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen im Gesundheitszentrum Osdorfer Born sei ein wichtiger Schritt getan worden, um die Region Altona zu stärken und zukünftigen Patienten, sowie ihren Eltern „den Sprung über die Elbe“ zu ersparen. Bisher fielen alle Altonaer Stadtteile, ausgenommen Lurup und Bahrenfeld, in das Versorgungsgebiet des Krankenhauses in Harburg-Heimfeld.

Die Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz Cornelia Prüfer-Storcks betonte bei der Einweihungsveranstaltung vor allem die Bedeutung ambulanter Einrichtungen. „Bei Verhaltensauffälligkeiten von Kindern und Jugendlichen muss zunächst einmal geklärt werden, ob es sich beispielsweise um eine vorübergehende Überforderung oder ein ernsthaftes psychologisches Problem handelt.“ Eine ambulante Stelle könne häufig auch schon durch Vernetzung zu anderen Versorgungseinrichtungen helfen.
Prüfer-Storcks lobte die „Rekordzeit“ in der dank guter Zusammenarbeit von der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz, den Krankenkassen und der Asklepios Klinik das Angebot in Osdorf auf die Beine gestellt werden konnte.

Laut einer Studie haben in Deutschland rund 4 Millionen der Unter-18-Jährigen psychische Probleme. Dr. Emil Branik, Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Asklepios Klinik in Harburg, warnte dennoch eindringlich vor einer Dramtisierung der Situation. „Krisen, Leid und Notstände gehören zu unserem Leben dazu und müssen nicht gleich therapiert werden.“ Auf dem Gebiet der psychiatrischen Versorgung herrsche längst kein Mangel mehr, sondern viel mehr schon ein Wettbewerb. Er sieht die Aufgabe der neuen Außenstelle in Osdorf vor allem in der Koordination von Hilfen vor Ort und in schwereren Fällen die Vorbereitung für eine stationäre Behandlung.

Dass so eine Anlaufstelle nun in unmittelbarer Nähe zu finden ist, freut auch Karin Natusch. Sie ist Schulleiterin der Geschwister-Scholl-Stadtteilschule und kam zu der Eröffnungsfeier, um einen Ansprechpartner für die Zukunft zu finden. „In jeder Schule gibt es Kinder, die in Schwierigkeiten sind“, sagte sie. „Wir haben eine schulinterne Beratungsstelle, die bei vielen kleinen Problemen behilflich sein kann. Manchmal stoßen die Kollegen aber auch auf Situationen, in denen sie selbst nicht mehr weiterkommen.“ Dann sei es wichtig, das weitere Vorgehen abzuwägen. „Ich möchte die Kinder nicht abgeben, sondern für kurze Wege und enge Vernetzung sorgen, damit schnell und effektiv geholfen werden kann.“

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