Foto: Pressebild vom HVV

Hamburg / Altona. Ab dem 5. März 2012 wird die Regelung „Einstieg vorn“ ganztägig und in allen Bussen des HVV gelten. Dies teilte der Hamburger Verkehrsverbund heute in einer Pressekonferenz mit. Nachdem im vergangenen Jahr in Harburg und Bergesdorf erfolgreiche Pilotprojekte durchgeführt und ausgewertet wurden, haben sich die zuständigen Gremien des HVV dazu entschlossen, die Regelung für das gesamte Streckengebiet auszuweiten.

Die Resonanz auf die Pilotprojekte sei genrell positiv gewesen – sowohl bei den Fahrgästen als auch bei den Busfahrern. Die Schwarzfahrqoute habe in Bergedorf von 4,9 Prozent und in Harburg von 6,6 Prozent auf jeweils knapp unter 2 Prozent gesenkt werden können, gibt das Unternehmen an. So habe der aktuell auf 24 Millionen jährlich geschätzte Einnahmenverlust auf Grund von Schwarzfahrern durch die probehalber eingeführte Neuregelung um drei Millionen gesenkt werden können.
Lutz Aigner, Geschäftsführer des Hamburger Verkehrsverbundes GmbH: „Die Reduzierung von Verlusten durch Schwarzfahren ist unerlässlich, denn angesichts der stetig steigenden HVV-Fahrgastzahlen wird jeder Cent für den Erhalt und Ausbau unserer Angebotsqualität benötigt.“
Laut der Evaluationsergebnisse verlängern sich die Fahrzeiten in der Summe nicht. Bei Vergleichsmessungen der Linien 3 ohne „Einstieg vorn“ und 12 mit „Einstieg vorn“ ergab sich, dass sich die Abfahrtszeit erst bei einer Anzahl von mehr als 10 neuen Fahrgästen verzögere. Bei bis zu 10 Fahrgästen gehe es sogar schneller. Ein Grund hierfür wird nicht genannt. Es liegt aber die Vermutung liegt nah, dass vorne rein schneller geht als hinten rein, weil hinten rein erst warten muss bis hinten raus. Vorne raus kommt ja sowieso nur selten jemand. Dieses Konzept soll nun ja auch in allen Bussen offiziell umgesetzt werden. Also, immer dran denken: vorne rein, hinten raus.

7 KOMMENTARE / LESERBRIEFE

  1. Endlich kehrt (hoffentlich) wieder Vernunft ein.
    Es ist einfach sinnvoll, durch eine Tür hineinzugehen und durch eine andere hinaus (wenn mehr als eine vorhanden ist). Grundsätzlich führen ja gegenläufige Bewegungen lecht zu Irritationen und damit zu Verzögerungen. Es ist ja auch klar, daß man vorne einsteigt, weil man da die Fahrkarten kauft, was ohnehin am meisten Zeit braucht. Vor ewiger Zeit galt, in der Straßenbahn hinten einzusteigen, da gab es dort den Schaffner, der die Fahrkarten verkaufte. Als dann dem Fahrer auch diese Aufgabe aufgehalst wurde, wurde ab dann im vorderen Wagen vorne und im Anhänger (wo der Schaffner noch saß) hinten eingestiegen. Bei den Bussen gab es dann lange Zeit nur den Einstieg vorne. Dann kamen die Busse mit den breiteren Doppeltüren, da meinte man dann, es ginge schneller, hinten aus einzusteigen. Nun glauben schon lange manche Fahrgäste, es wäre besser, sich im Bus nach vorne durchzuarbeiten, um dort auszusteigen. Die ganz Schlauen bleiben glaich beim Fahrer stehen und blockieren den Durchgang, am besten mit Ihrem Rollkoffer.

    Die alte Regel heißt: „bitte nach hinten durchgehen“. Durch die breite Mitteltür kann man gleichzeitig von vorne und von hinten aus dem Bus aussteigen.
    Dann sind die ersten, die vorne eingestiegen sind, in der Mitte angelangt und füllen die hinten leer gewordenen Plätze. Der „Rest“ bleibt in der vorderen Bushälfte, die „Zahler“ müssen stehenbleiben, weil sie länger brauchen.

    Interessant dürfte ein Versuch sein, in den S- und U-Bahnen das gleichzeitige Ein- und Aussteigen zu testen (vorne rein, hinten raus). Weiß jemand, ob es dazu Studien gibt?

    • Super Sinnvoll wenn man zb. ganz vorne sitzt und sich dann inklusive
      der Einkaufstüten quer durch den vollbesetzten Bus drängeln muss, der
      dann auch gerne mal losfährt bevor man austeigen könnte.

      Meine Erfahrung bisher….supernervig und ein weiterer Beitrag
      zur Unattraktivitätsteigerung des schweineteuren ÖPNV.

      „Interessant dürfte ein Versuch sein, in den S- und U-Bahnen das gleichzeitige Ein- und Aussteigen zu testen (vorne rein, hinten raus). Weiß jemand, ob es dazu Studien gibt?“

      Wozu?…wo ist bei mehreren Waggons denn Vorne und Hinten?

      Besonders lustig stelle ich mir das bei den neuen durchgehenden
      U-Bahnzügen vor…erstmal 50 Meter durch die vollbesetzte Bahn?

      Übrigens ist das bisher weder bei Strassenbahnen noch bei der DB
      angedacht worden….beim HVV gehts ja nur um (angebliche) Schwarzfahrer.

  2. Da kann man nur hoffen, dass nicht auf jeder Fahrt 3 Kinderwagen mitfahren. Denn die blockieren den Durchgang gründlich, und die Mütter sind auch noch stinkig, wenn man versucht, einen Wagen ein klein wenig intelligenter hinzurücken, um durchzukommen. Als neulich ein junger Mann sein Fahrrad mitnehmen wollte, gab es ein riesiges Buhai, aber die sperrigen Modelle von Babykutschen mit plärrendem Inhalt werden anstandslos hofiert.
    Ich fürchte, es ist jetzt noch schwerer, einen Sitzplatz zu erreichen, zumal in den schwungvoll verkehrenden Bussen (in der Straßenbahn war das kein Problem). Hier ist man gut beraten, jeden Sitzplatz zu nutzen. Und einen zu erreichen wird in Zukunft wohl ein Kunststück werden. Dass man sich wie in England an der Haltestelle anstellt und sich korrekt und höflich verhält, kann ich auch nur hoffen.

  3. Ähnlicher Schwachsinn wie das Alk-Verbot des HVV!

    Konkret: was sind bezogen auf den HVV-Gesamtumsatz ein paar mehr Mio´s aus Fahrkartenverkäufen wenn Fahrgäste durch langes Anstehen vergrault werden?
     
    Der HVV sieht sich nicht einmal im Stande Fahrkartenautomaten aufszustellen, schweigedem weitere hochfrequentierte Linien oder die Stoßzeiten auszunehmen.
     
    Ich habe meine Konsequenz gezogen-ich mache Bike & Ride-per Rad zur Bahn!
     
    Also allen, die weiter mit dem Bus fahren wollen oder müssen-viel Spaß im Berufsverkehr-

    But: without me;-)

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