Teile der Jenischpark-Gewächshäuser machen Platz für neues Eduard Bargheer Museum

Altona / Othmarschen / Flottbek. Die Gewächshäuser im Jenischpark sollen in Teilen abgerissen werden und Platz für das neue Eduard Bargheer Museum machen. Baubeginn des im Wesentlichen von der Reemtsma-Stiftung finanzierten Museums könnte nach Zustimmung des Oberbaudirektors im Mai 2012 sein. Die CDU ist jetzt der Meinung, dass der Abriss nicht abgestimmt wurde. Die SPD entgegnet, dass am 2. Juni 2010 der Planungsausschuss der Bezirksversammlung Altona unter CDU-Führung zu dem Thema getagt habe. Nach Recherchen von ALTONA.INFO ist zumindest am 7.7.2010 die Drucksache (XVIII-2247) zum Thema einstimmig von allen Fraktionen beschlossen worden.

“Der Abriss der Gewächshäuser im Jenischpark vor Ort wurde weder abgestimmt noch kommuniziert”, so Robert Heinemann (CDU). Er fügt hinzu, dass die Umweltbehörde 2011 insgesamt 132.000 Euro an PR-Kosten für die Spendenaktion “Mein Baum – Meine Stadt” ausgegeben habe. “Davon hätte man fünf Jahre lang die Gewächshäuser weiter betreiben können” , meint Heinemann. In der Vergangenheit hätte es zudem Überlegungen gegeben, wie die Gewächshäuser durch benachbarte andere Nutzung dauerhaft finanziert werden könnten.
Anne Krischok (SPD) entgegnet, dass aufgrund des hohen und dringenden Sanierungsbedarfs der Gewächshäuser 2009 von der BSU in einem offenen Verfahren ein privater Investor gesucht worden wäre. “Ein Auswahlgremium aus Finanzbehörde, Kulturbehörde, Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt und des Bezirksamts Altona entschied sich für ein Konzept des privaten Eduard-Bargheer-Museum”, so Krischok. Das Museum sah die Sanierung eines Teiles des Gewächshauses vor um darin ein Café zu betreiben. Damals hätte Schwarz-Grün auf Landes- und Bezirksebene für ein Konzept einer Teilsanierung entschieden, obwohl auch andere Projektideen vorlagen, wie die einer Architekturakademie, die eine komplette Sanierung beinhaltet hätte. Der Stadt seien 25.000 Euro Betriebskosten nicht zu viel. Es gehe vielmehr um eine “teure Sanierung” und neben dem jährlichen Betriebskostenzuschuss um eine halbe Stelle, die auch anderweitig zur Pflanzenpflege eingesetzt werden könne. Außerdem würden Pflanzen nicht zerstört, sondern in den Botanischen Garten umgepflanzt. Dieser habe schon eine Sichtung gemacht um besondere Pflanzen für den Hamburger Westen zu bewahren. Laut Anne Krischok habe sich auch der Jenischparkverein für die Errichtung des Museums ausgesprochen, auch wenn sich einzelne Mitglieder für einen Erhalt der Gewächshäuser einsetzen würden. Der Verein plane laut BSU die Rekonstruktion eines historischen Laubganges.

Helmut und Loki Schmidt gehören zu den Unterstützern

Peter Silze, Stiftungsvorsitzender des im Oktober 2010 gegründeten Trägers des neuen Museums, kann sich für das Museum einer besonderen Unterstützung gewiss sein. Altbundeskanzler Helmut Schmidt schrieb 2011 in einem Brief an das Museumsprojekt: “Der Standort für ein Bargheer-Museum mit der Nachbarschaft zum Jenisch-Haus und dem Ernst Barlach Haus könnte nicht schöner gewählt sein, zumal der Jenischpark direkt gegenüber von Bargheers Geburtsort Finkenwerder an der Elbe liegt.” Er und seine Frau Loki hätten sich darüber gemeinsam gefreut und seien sich einig, das Vorhaben zu unterstützen.
Silze sichert im Gespräch mit ALTONA.INFO zu, nur einen Teil der Gewächshäuser abreissen zu wollen. Einen Teil wolle man stehen lassen und zum Café umwidmen. Das 1953 im Rahmen der IGA (Oval) erstelle Gewächshaus bleibe. Das lange Kaltgewächshaus soll hingegen weggenommen werden. Dort solle – wie auch ürsprünglich vorhanden – ein Laubengang entstehen. “Wir hoffen, dass wir noch im Mai mit dem Bau beginnen können, damit wir im Mai 2013 eröffnen können”, sagt Silze. Zur Zeit stünde noch eine Entscheidung von Oberbaudirektor Walter zur Fassadengestaltung aus. Mehr Informationen zum neuen Eduard Bargheer Museum hält die Stiftung in einer Broschüre (PDF) bereit.

Eindrücke vom Jenisch-Park

Kurz-URL: http://www.altona.info/?p=50276

geschrieben von am 12 Mrz 2012. abgelegt unter Allgemeines, CDU, Gross Flottbek, Meldungen, News & Meldungen, Othmarschen, Politik Wirtschaft Gesellschaft. Antworten verfolgen RSS 2.0. Zum Ende gehen und eine Reaktion schreiben.

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