Altona / Groß Flottbek. Der Botanische Garten ist ein Universitätsgarten. Er wurde 1821 am Dammtor für das Akademische Gymnasium gegründet bevor er in den 1970er Jahren in den Bezirk Altona umzog. Eine besondere Beziehung zum Botanischen Garten bauten Hamburgerinnen und Hamburger durch Loki Schmidt in den letzten Jahrzehnten auf.

1821 wurde der Botanische Garten als Teil des Akademischen Gymnasiums gegründet. Johann Georg Christian Lehmann, Professor am Akademischen Gymnasium, übernahm am 20. September 1821 eine Fläche am Dammtor, auf der der Botanische Garten errichtet werden sollte. Diese Fläche lag damals noch außerhalb der Stadtmauern von Hamburg. Lehmann legte den Botanischen Garten an und leitete ihn 40 Jahre lang. Der Garten galt als wissenschaftliche Einrichtung und diente zur Ausbildung von Medizinern und Botanikern, für die es wichtig war, nicht nur ein Botanisches Institut und ein Botanisches Museum sondern auch einen Garten zu haben. Über die Jahre konnte sich der Garten trotz permanenter Geldprobleme insbesondere durch seine Funktion als ‚Handelsgarten‘ halten. Das frühe Botanische Museum entstand 1883 aus Schenkungen umfangreicher privater Sammlungen an die Stadt Hamburg. Später wurde es noch durch Laboratorien erweitert – eine amtliche Hamburger Instanz für unabhängige Gutachten über Waren aus Rohprodukten pflanzlichen Ursprungs entwickelte sich. 1856 wurde der Botanische Garten in ein Staatsinstitut umgewandelt und die finanzielle Lage war somit gesichert. Auch die Zeit der Auflösung des Akademischen Gymnasiums bis zur Gründung der Hamburger Universität im Jahr 1919 konnte so überstanden werden.

Es kamen immer wieder Diskussionen auf,  den Garten zu verlegen. Einerseits wegen der Lage – Hamburg hatte sich sehr vergrößert und Dammtor war immer mehr ins Zentrum der Stadt gerückt. Außerdem wegen der Luftverschmutzung, denn diese galt damals als großes Problem. Zunächst kam der Jenischpark als möglicher neuer Standort in die engere Auswahl. Nach dem 2. Weltkrieg war der Botanische Garten jedoch fast vollständig zerstört und man fing stückweise an, Freilandteile wieder aufzubauen und Gewächshäuser zu errichten. Im Jahr 1970 wurde dann der Beschluss zur Verlagerung in den Hamburger Westen gefasst. Er sollte mit dem Jenischpark und dem Altonaer Volkspark einen „Altonaer Grüngürtel“ ergeben, der am Elbufer entlang führt. In Flottbek wurde eine Fläche von 25 Hektar gekauft und der Universitätsgarten vom Gartenbauamt Altona komplett neu geplant. Am 5. Juli 1979 wurde der ‚Neue Botanische Garten‘ dann schließlich eröffnet. Eigentlich waren auch Schaugewächshäuser im Neuen Botanischen Garten geplant. Diese konnten jedoch schon damals aus finanziellen Gründen nicht gebaut werden. Deswegen besteht der Garten seit dieser Zeit aus zwei Teilen: den Gewächshäusern am alten Standort, auf dem heutigen Gelände von Planten un Blomen und dem Freigelände in Klein Flottbek.

Loki Schmidt und der Botanische Garten
Hannelore Schmidt (Loki) hatte seit ihrer Kindheit eine enge Verbindung zu Botanischen Gärten. Bereits als Zehnjährige bestaunte sie die Pflanzen im Alten Botanischen Garten und freute sich darüber stets neue kennen zu lernen. Sie bereiste sehr viele Botanische Gärten in Deutschland. Sie gilt auch als Deutschlands ‚Botschafterin für die Natur‘ und setzte sich regional und international für den Schutz der Pflanzenwelt ein. Loki war Ehrenvorsitzende im Förderverein und unterstützte mit ihren Ideen und Kontakten stets den Botanischen Garten Hamburg. So gründete sie auch die ‚Stiftung Internationaler Gärtneraustausch‘, die bis heute Gärtnerpersonal einen Austausch in Partnergärten ermöglicht, wo sie die Pflanzen in ihrer natürlichen Umgebung studieren können. Im Rahmen der Stiftung haben sich zu den Gärten in Shanghai, Jerusalem, St. Petersburg, Göteborg, Merída und Mexiko City spezielle Kontakte entwickelt. Die ‚Partnergärten‘ unternehmen auch gemeinsame Pflanzensammelexkursionen, zum Beispiel nach China oder in den Kaukasus. Loki begründete auch eine Konzertreihe, die in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Theater jeden Sommer im Botanischen Garten stattfindet.
Das ‚Loki Schmidt Haus‘ setzt heute mit seiner Sammlung die Tradition des Botanischen Museums fort. Zu Ehren seiner Förderin wird zurzeit darüber nachgedacht den Botanischen Garten in „Botanischer Garten Loki Schmidt“ umzubenennen.

Der ‚Botanische Garten‘ heute
Der Botanische Garten gehört zur Universität Hamburg und trägt viel zur Bildung und Forschung bei. Außerdem gehört eine ‚Grüne Schule‘ zum Botanischen Garten – ein Gartenpädagoge pflegt Kontakt zu Hamburger Schulen. Heute ist der öffentliche Teil des Botanischen Gartens 25 Hektar groß. Darüber hinaus verfügt er über einen nicht-öffentlichen Teil, der u.a. aus fast 7.000 Quadratmetern Gewächshäusern für Forschungs- und Lehrzwecke besteht. Neben einem Duft- und Tastgarten, unterschiedlichen Themengärten (z.B. Japan, Wüste) ist der nördliche Teil des Gartens dem Bereich Pflanzengeographie gewidmet. Pflanzen aus vielen Kontinenten sind hier geographisch angeordnet.
Die Plastik „Adam plündert das Paradies“ des Künstlers Waldemar Otto bietet seit ihrer Aufstellung am Eingang im Jahr 1983 Anlass für Diskussionen zum verantwortungsvollen Umgang des Menschen mit der Natur.

Der Botanische Garten bietet von April bis Oktober eine Vielzahl von Führungen und Veranstaltungen an.

KOMMENTAR / LESERBRIEF

Antwort hinterlassen