Hamburg. In Sachen Elektromobilität soll Hamburg sich noch beweisen. Die Hamburger Bewerbung als Standort für das “Schaufenster Elektromobilität” ist zunächst gescheitert. Jetzt gibt es Kritik der FDP, immerhin seien 200.000 Euro ausgegeben worden.

Dr. Kurt Duwe, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion: „Der Senat hat über 200.000 Euro Steuergeld für eine Bewerbung ausgegeben, die erfolglos im Sande verlief. Das ist eine schallende Ohrfeige für die Verantwortlichen und leider typisch für diesen Bereich: Nachdem das Thema bereits bis 2010 durch eine GAL-Senatorin ausgebremst wurde, hat nun auch SPD-Verkehrssenator Horch nur ein Sammelsurium von Einzelprojekten lieblos zusammenschnüren lassen. Die Konkurrenz bündelte stattdessen innovativste Elemente der Elektromobilität an der Schnittstelle von Energiesystem, Fahrzeug und Verkehr in ihren Bewerbungen.

Duwe vergleicht die Hamburger Landespolitik mit der Bundespolitik. Der Senat habe den Ausbau der Elektromobilität “sträflich vernachlässigt” – Anders als die Bundesregierung, die Forschung zur Elektromobilität mit 180 Mio. Euro fördere. Die FDP fordere den Senat auf, ein “ganzheitliches innovatives Konzept für das Zukunftsthema Elektromobilität in Hamburg” vorzulegen.

 

1 KOMMENTAR / LESERBRIEF

  1. Zu einem „Schaufenster Elektromobilität“ gehörte in meinen Augen auch, im täglichen Leben und im Straßenraum attraktiven elektrischen Fahrzeugen mitsamt ihrer Anlagen zu begegnen. Eine Aufschrift auf irgendeiner Tür bei ansonstiger Nichterkennbarkeit reicht dazu keinesfalls aus.

    Hervorragend wäre jene Form der Elektromobilität, die zwischenzeitlich viele Städte verkannten – Hamburg eben auch – und die seit gut einem Vierteljahrhundert wieder europaweit und weltweit ihre Renaissance feiert. Die beste Visitenkarte für die Stadt und die beste Visitenkarte für öffentlich geförderte Elektromobilität sind die Fahrzeuge, das sind Schienen und Oberleitung der Straßenbahn. Oder der Stadtbahn, wer es für sich anders benennen will.

    Wozu sich im Bus – und sei er auch noch so lang – weiter verschaukeln lassen, warum die Chance auf Stadtgestaltung: Fahrleitungsmasten und Rasengleis als „Hingucker“ durch Fehlinvestitionen im Busbereich verspielen?

Antwort hinterlassen