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Geburtshaus Hamburg: 20 Jahre außerklinische Geburtshilfe

Foto: Das Geburtshaus Hamburg.

Altona / Ottensen. Das Geburtshaus Hamburg, gelegen in Altona-Ottensen, feiert seit bald 20 Jahren nahezu täglich Geburtstag. Dieses Jahr ist Jubiläum und die aktiven Hebammen kündigen neben der Feier am 2. September auch eine Kundgebung am 25. August an. “Das gesamte Hebammenteam ist stolz auf dieses Werk und die Erfolge der letzten Jahre, die die außerklinische Geburtskultur über die Stadtgrenzen hinaus wesentlich geprägt haben. Das Geburtshaus Hamburg ist stolz auf mehr als 2.500 Babys, die im Geburtshaus zur Welt kamen”, schreibt das Geburtshaus Hamburg.

„Das Geburtshaus Hamburg hat sich in der Zeit seines Bestehens zu einer ausgesprochen anerkannten und respektierten Institution im lokalen Gesundheits- und Jugendhilfesystem des Bezirkes Altona entwickelt. Die Grundlage dieses hervorragenden Rufes besteht aus ebenso verantwortungsvoller wie kontinuierlicher Dienstleistung am Bürger, oder präziser: An der Bürgerin und dem Nachwuchs“, schreibt Bezirksamtsleiter Jürgen Warmke-Rose in einem Grußwort.

Viele Frauen wünschten sich eine selbstbestimmte Geburt mit Unterstützung einer vertrauten Hebamme. Im Geburtshaus Hamburg finden sie einen Ort des Wohlfühlens an dem „Kinder ruhig kommen können“. Der Grundsatz der Eins-zu-eins-Betreuung ermöglicht es den werdenden Müttern mit Ruhe und Vertrauen, in ihrem eigenen Tempo und entsprechend ihrer individuellen Wünsche und Bedürfnisse zu gebären, schreibt das Geburtshaus in einer Mitteilung. Über die Schwangeren-Vorsorge, und einem vielseitigen Kurs- und Beratungsangebot hätten Frauen die Chance, eine enge Verbindung zu den Hebammen im Geburtshaus aufzubauen. Sie finden Vertrauen in die eigene Kraft und den Mut für eine außerklinische Geburt. Durch vielzählige und intensive Hebammen-Kontakte auch in der Wochenbettbetreuung entstünde für die jungen Familien eine Verbundenheit, die oft weit über die Geburt hinaus reicht.

Umfangreiches Kursangebot sichert wirtschaftliche Grundlage ab

In den letzten Jahren habe man sich insbesondere wegen der finanziellen Belastungen umgestellt und das Angebot um ein breites Kurs- und Beratungsangebot erweitert. Die wirtschaftliche Situation ist für Hebammen durch die hohe Steigerung der Haftpflichtprämien (ca. 4.000 EUR pro Jahr, siehe Darstellung vom Bundesverband freier Hebammen) zunehmend kritisch, weiß auch das Geburtshaus zu berichten und insbesondere im letzten Jahr hätten viele Hebammen ihren Beruf deshalb aus wirtschaftlichen Gründen aufgeben müssen. Auch andere Institutionen berichten, es gäbe in diesem Jahr Engpässe – zum Beispiel bei der Suche nach einer Beleghebamme.

Im Geburtshaus schafft das Hebammenteam nach eigenen Angaben einen wirtschaftlichen Ausgleich durch ein umfangreiches Beratungs- und Kursangebot unter einem Dach, das auf familiäre Bedürfnisse immer wieder neu zugeschnitten wird. Das generationsübergreifende Kursangebot ist vielfältig, so gibt es zum Beispiel einen eigenen Vorbereitungskurs für Großeltern. Klar – Oma und Opa denken durch eigene Erfahrung, sie wüssten schließlich besser Bescheid. Doch gerade in den letzten Jahren hat sich viel in der Geburtspflege verändert. Erfahrene Hebammen zeigen, wie Oma und Opa den jungen Nachwuchsfamilien helfen können. Mit Informationen und Handwerkszeug aus der Babypflege und der Wochenbettbetreuung wird den Großeltern der Einstieg in die neuen Rollen und Aufgaben erleichtert. Auch Geschwisterkinder lernen als die „großen“ Brüder und Schwestern, was in Mamas Bauch gerade passiert und wie sie ihren Eltern helfen können, wenn das Baby da ist. Der Klassiker ist natürlich der Geburtsvorbereitungskurs für die werdenden Mütter und Väter. Mit soliden Selbstbewusstsein für die bevorstehende Geburt wird man im Geburtshaus Hamburg gerüstet. Hier lernt man auch den Umgang mit Ärzten und Hebammen in Kliniken, sollte man nicht selbst im Geburtshaus entbinden wollen.

Ein bedeutender Baustein für die Arbeit des Geburtshauses sei die Qualitätssicherung. Wie viele Geburtshäuser in Deutschland ist auch das Geburtshaus Hamburg Mitglied der QUAG (Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe e.V. – http://www.quag.de). Die QUAG ist ein Zusammenschluss der Hebammenverbände Deutschlands mit wissenschaftlichem Beirat. Seit 1999 führt sie bundesweite Erhebungen zu außerklinischen Geburten durch. Dieses Qualitätsmanagement-Verfahren ist durch die Eigeninitiative der Hebammen in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit Gynäkologen und Sozialwissenschaftlern entstanden.

Seit 20 Jahren ist das Team des Geburtshauses, das zurzeit aus 15 Hebammen besteht, die als Partnerschaftsgesellschaft organisiert sind, bereit professionelle Geburtshilfe rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr, zu leisten. Damit bietet das Geburtshaus eine bedeutende Alternative zur konservativen Geburtshilfe. „Die Wahlfreiheit des Geburtsortes ist für uns von großer gesellschaftlicher und sozialer Bedeutung, entsprechend wichtig ist ein verantwortungsvolles Handeln für unsere tägliche Arbeit“, sagt Britta Höpermann, Geschäftsführerin des Geburtshauses Hamburg. Als eines der ersten Geburtshäuser in Deutschland habe das Geburtshaus Hamburg die gesundheitspolitischen Grundlagen für die außerklinische Geburtshilfe in Deutschland wesentlich mitgeprägt. So waren es die Gründerinnen, die daran mitwirkten, dass Voraussetzungen geschaffen wurden, die eine Kostenübernahme für die außerklinische Geburt durch die Krankenkassen möglich machten und dass auch die Schwangerenvorsorge als Hebammenleistung Anerkennung fand. „Hamburg braucht sein Geburtshaus und die Hebammen, die darin und rundrum arbeiten. Im Geburtshaus bietet sich uns Hebammen ein Arbeitsplatz, in dem wir im gesamten Betreuungsbogen von Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit Frauen und ihre Familien begleiten können“, so Susanne Lohmann, Vorsitzende des Hebammenverbandes Hamburg.

Aktionen und Termine

Leider hat sich die Situation und das Umfeld für Hebammen in den letzten Jahren nicht wirklich verbessert, weshalb auch die Hebammen noch vor dem Jubiläum ein Signal setzen wollen. “Das Geburtshaus Hamburg zeigt Größe und gibt ein Signal zur gesundheitspolitischen Situation. Am 25.August 2012 treffen sich Geburtshauskinder, im Geburtshaus Hamburg betreute Familien, Partner und Partnerinnen und Freunde von 12.00 Uhr bis 14.00 Uhr auf dem Hamburger Rathausmarkt zu einer Kundgebung, um zu zeigen, dass die Wahlfreiheit des Geburtsortes den Hamburgern am Herzen liegt”, so die Einrichtung.

Das Jubiläumsfest findet am 2. September 2012 von 12 Uhr bis 17 Uhr statt. Die Geburtstagsfeier für „Groß und Klein“ startet im Geburtshaus selbst, im Innenhof (Am Felde 2) und auf dem Ottensener Marktplatz. Neben Informationen zum Geburtshaus und „offenen Türen“ gibt es ein Unterhaltungsprogramm mit Musik, Tombola und einem Fach- und Flohmarkt rund um´s Kind. Für Kinderspaß sorgen Clown Peppa und eine Hüpfburg.

 

Weitere Informationen zum Geburtshaus Hamburg unter http://www.geburtshaus-hamburg.de

Ein kleiner Film gibt es paar Eindrücke:

Kurz-URL: http://www.altona.info/?p=53321

geschrieben von am 08 Aug 2012. abgelegt unter Allgemeines, Familie und Kinder, Leit- & Hauptbeitrag, Ottensen, Politik Wirtschaft Gesellschaft. Antworten verfolgen RSS 2.0. Zum Ende gehen und eine Reaktion schreiben.

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