Infos per Mail: Hier erhalten Sie unseren redaktionellen Newsletter. -->

Hamburg meldet Jüdischen Friedhof und Sternwarte als Weltkulturerbe an

Auf dem Jüdischen Friedhof in der Königsstraße sind noch noch ca. 1.600 barocke, mit kunstvoll-verspielten Sprach- und Dekorationsmotiven verzierte Grabmale des 17. und 18. Jahrhunderts vorhanden. Foto (c) Denkmalschutzamt Hamburg.

Hamburg / Altona. Hamburg schickt zwei bedeutende Denkmäler ins Rennen um den Titel „Weltkulturerbe“: Die Stadt hat Mitte Juli die Hamburger Sternwarte in Bergedorf und den Jüdischen Friedhof Altona Königstraße (Altona-Altstadt) bei der Kultusministerkonferenz (KMK) angemeldet. Die KMK entscheidet darüber, welche Stätten auf der deutschen Tentativliste – der offiziellen Vorschlagsliste der Bundesrepublik – vertreten sein werden und in die offizielle Bewerbungsphase bei der UNESCO einsteigen dürfen. Noch gibt es aus Hamburg kein “Weltkulturerbe”.

Kulturstaatsrat Dr. Nikolas Hill sagte: „Mit der Hamburger Sternwarte und dem Jüdischen Friedhof in Altona haben wir zwei bedeutende Hamburger Denkmäler ins Rennen um den Titel „Weltkulturerbe“ geschickt. Damit hat Hamburg den ersten Schritt zur Nominierung absolviert. Genau wie beim bereits laufenden Verfahren für das Chilehaus mit Kontorhausviertel und Speicherstadt werden wir auch bei den beiden neuen Stätten den Weg zur Bewerbung jetzt konsequent weitergehen.“

Die zwischen 1906 und 1912 erbaute Hamburger Sternwarte dokumentiert mit ihrer instrumentellen Ausstattung weltweit einmalig die technische Entwicklung der Teleskoptechnik von etwa 1850 bis zur Gegenwart. Sie ist nahezu vollständig erhalten und gehört noch heute als Institut zum Fachbereich Physik der Universität Hamburg. Der am nördlichen Rand der ehemaligen Altonaer Altstadt gelegene jüdische Friedhof wurde zwischen 1611 und 1616 angelegt. Einzigartig ist vor allem der sephardische Friedhofsbereich, auf dem noch etwa 1.600 kunstvoll verzierte Grabmale des 17. und 18. Jahrhunderts zu finden sind. Sie gehen zurück auf die im 16. und 17. Jahrhundert von der iberischen Halbinsel vertriebenen und nach Hamburg eingewanderten Juden.

Neben der Bewerbung über die Tentativliste prüfe die Stadt eine zweite Variante: Zusammen mit internationalen Partnern würden über eine andere Art der Bewerbung Bewerbung gleichartige Stätten in unterschiedlichen Ländern zusammengefasst. Mögliche Partner sind Argentinien mit der Sternwarte La Plata nahe Buenos Aires und Surinam mit der Stätte „Jodensavanne and Cassipora Cemetery“. Sie stammen aus derselben Zeit und verfügen über ähnliche Merkmale wie die beiden Hamburger Stätten. Erste Gespräche mit den beiden Ländern hätten bereits stattgefunden.

Die aktuelle Tentativliste der Bundesrepublik läuft noch bis 2015. Die jetzt neu gemeldeten Stätten werden auf die Liste ab 2016 verteilt, während über die Reihenfolge die Kultusministerkonferenz (KMK) entscheide. Stichtag für die Meldung bei der KMK ist für alle Bundesländer der 1. August 2012. Der Nominierung durch die KMK schließt sich ein üblicherweise mehrjähriges Vorbereitungsverfahren an. In Hamburg steuert das zur Kulturbehörde gehörige Denkmalschutzamt die Bewerbungen, hier wurde eigens eine Stelle eingerichtet.

In Hamburg gibt es noch kein Weltkulturerbe, was sich allerdings bald ändern könnte. Zum 1. Februar 2014 wird die Bundesrepublik die Hamburger Bewerbungsunterlagen für das Chilehaus mit dem Kontorhausviertel und der Speicherstadt bei der UNESCO einreichen. Diese Ensembles standen seit 1998 auf der Tentativliste. 2015 entscheidet das Welterbekomitee dann, ob das Chilehaus Hamburgs erstes Weltkulturerbe wird, so die Behörde in ihrer Mitteilung.

Kurz-URL: http://www.altona.info/?p=53296

geschrieben von am 08 Aug 2012. abgelegt unter Allgemeines, Altona-Altstadt, Hamburg, Kultur, Meldungen, News & Meldungen, Politik Wirtschaft Gesellschaft. Antworten verfolgen RSS 2.0. Zum Ende gehen und eine Reaktion schreiben.

Kommentar/ Leserbrief / Frage

Top-Partner (Anzeigen)