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Weltfriedenstag 2012: Friedens- und Freundschaftsfest auf dem Kemal-Altun-Platz

Altona / Ottensen. Am 1. September ist Weltfriedenstag bzw. Antikriegstag. Anlass für die Kemal-Altun-Platz-Initiative um auf dem Kemal-Altun-Platz ab 14 Uhr ein ‘Internationales Friedens- und Freundschaftsfest’ zu feiern. Unterstützt wird das Fest nach eigenen Angaben von einer Vielzahl von Anwohnern, Einrichtungen und Vereinigungen, u.a. der GAL-Altona, DIE LINKE, Motte und Stadtteilarchiv Ottensen.

Das Fest, das direkt im Anschluss an eine Demonstration zum Antikriegstag stattfindet, dient nach Veranstalterangaben auch der Forderung nach der offiziellen Benennung des Platzes nach Kemal Altun und zur Kritik an der bundesdeutschen Asyl- und Flüchtlingspolitik. Es geht den Veranstaltern allerdings auch um die Geschichte des Platzes und den Kampf der Ottenser Bevölkerung um den Erhalt des Platzes als Stadtteilpark in den 1980er Jahren. Damals war, anlässlich des Todes von Kemal Altun, der Platz vom Volksmund in Ottensen so benannt worden. Die offizielle Benennung des Kemal-Altun-Platzes durch die Hamburger Behörden ist bislang ausgeblieben, obwohl die Lokalpolitik im Bezirk Altona sich bereits einstimmig für die Benennung aussprach (PDF). Auf Anfrage von ALTONA.INFO bestätigt der Hamburger Senat auch seine ‘unveränderte Position’, den Platz nicht nach Kemal-Altun zu benennen. “Der Platz wird ja von vielen Leuten ohnehin Kemal-Altun-Platz genannt. Das soll dann so sein. Im Zweifelsfall auch ohne blaues Straßenschild”, so ein Sprecher.

Der einstimmige Beschluss der Bezirksversammlung Altona findet somit keine Umsetzung durch das Votum des Hamburger Senats. Dass die Lokalpolitik nicht in der Lage ist, eine Straße oder einen Platz trotz deutlich artikuliertem Willen und Beschluss zu benennen, zeigt eindrucksvoll, wie offensichtlich machtlos die Altonaer Lokalpolitik ist, wenn der Senat nicht will. Zuletzt bekräftigte die Bezirksversammlung ihren Willen durch einen weiteren Beschluss am 22.3.2012: Anm. der Redaktion / Änderung am 04.09. auf Hinweis von Silvia Nitsche-Martens (SPD). Die nachfolgende Beschlussvorlage wurde noch vor Eintritt in die Tagesordnung zurückgezogen:

In der Mitteilungsdrucksache XIX-1066 vom 08.02.2012 teilt die Kulturbehörde dem Bezirksamtsleiter in einem nicht öffentlichen Schreiben mit, den betreffenden Platz nicht umbenennen zu wollen und bittet ihn, diese Haltung der Bezirksversammlung zu übermitteln.
Stattdessen schlägt die Kulturbehörde die Benennung des Platzes, der offiziell noch keinen Namen trägt, in „Ramazan-Avci-Platz“ vor.
Obwohl dieser Vorschlag honorig ist – schließlich war Ramazan Avci ein Hamburger, der 1985 bei einem Skinhead Überfall getötet wurde – und wir diesen Vorschlag an anderer geeigneter Stelle gerne aufgreifen werden, verkennt er ein Faktum: Der Platz, um den es geht, heißt bereits so. Jeder Ottenser kann den Ortsunkundigen auf die Frage nach dem „Kemal-Altun-Platz“ (oder kurz „Kemal“) an die richtige Stelle schicken. Jedes Kind in Ottensen kennt den „Kemal-Spielplatz“. Selbst auf Google wird man fündig, wenn man nach dem „Kemal-Altun-Platz“ in Hamburg sucht. Sogar in Behörden Drucksachen taucht dieser Name ab und an auf. Obwohl wir die Einwände der Kulturbehörde nicht gänzlich von der Hand weisen wollen, sie aber auch nicht diskutieren können, da sie nicht öffentlich mitgeteilt wurden, fordert die Bezirksversammlung die Kulturbehörde auf, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken und der Realität, die längst geschaffen ist, Rechnung zu tragen und nicht hinter Städten wie Berlin und Kassel zurück zu stehen, die ebenfalls einen Kemal-Altun-Platz, bzw. ein Mahnmal solchen Namens ohne weitere Probleme in ihrer Stadt haben. Die Bezirksversammlung beschließt: Der Bezirksamtsleiter wird gebeten, die Kulturbehörde noch einmal eindringlich um ein Einsehen zu bitten und ihre Entscheidung zu revidieren.

Kurz-URL: http://www.altona.info/?p=53775

geschrieben von am 29 Aug 2012. abgelegt unter Allgemeines, Leit- & Hauptbeitrag, Meldungen, News & Meldungen, Ottensen, Politik, Politik Wirtschaft Gesellschaft, Soziales und Jugend, Termine, Veranstaltungen & Kultur. Antworten verfolgen RSS 2.0. Zum Ende gehen und eine Reaktion schreiben.

2 Kommentare / Leserbriefe / Fragen für “Weltfriedenstag 2012: Friedens- und Freundschaftsfest auf dem Kemal-Altun-Platz”

  1. Stefan Jahn

    Tja,
    so ist das mit dem Gedenken an die Opfer des (staatlichen) Rassismus in Deutschland:
    In Rostock Lichtenhagen wird eine deutsche(!) Eiche zum Gedenken an die Pogrome vor 20 Jahren gepflanzt, während es die Verantwortlichen in Rostock gleichzeitig ablehnen, eine Straße nach einem Mordopfer des “NSU” zu benennen.
    Dass trotz der Initiative vieler Bürger und sogar der Bezirksversammlung Altona der Platz immer noch nicht umbenannt ist, spricht Bände!

    • Sozialromantiker

      Dafür gibt es jetzt am Hafen die “Willi Bartels Treppe”
      für einen “grossen Hamburger”….so ist das in Hamburg.

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