In Timmermann’s Hofladen geht es weiter – Landwirtschaft umgestellt

Hofladen_Timmer

Altona / Sülldorf. Erst mal eine Auszeit, ausruhen. Das ist ab Oktober ein Programm von Agnes Timmermann. Ihr Mann, Landwirt Wilhelm Timmermann, hatte ihr jahrelang den Kuhstall und die Diele vermietet. Agnes Timmermann hat daraus vor dreizehn Jahren einen modernen Hofladen – ein ‘Bioland Hofladen’ mit Produkten aus der Region und vom Hofe Timmermann – entwickelt. In den letzten Jahren und aktuell kam die Ernüchterung für die Betreiberin. Die Anforderungen und Aufgaben haben sich stark verändert. Kurzum: Der Laden kann durch Vermietung an einen Nachfolger als Hofladen erhalten werden. Die Landwirtschaft funktioniert – mit Konzentration auf weniger Produkte – weiter.

Als alleiniger Betreiber steht man großen Supermärkten und Bio-Laden-Ketten gegenüber. Bio, das gibt es schließlich heute an jeder Ecke. Doch Bio ist nicht gleich Bio und mit der Frage der kürzlichen ARD-Reportage “Wie billig kann Bio sein?”, fühlte man sich zuletzt gerade hier besonders konfrontiert. Bei einem spontanen Vor-Ort-Besuch der Redaktion fragt auch gleich ein Kunde an der Kasse: Was der Unterschied zwischen einer Pizza hier und einer Pizza dort sei. Und es kommt das Preisargument. Diese und solche Fragen beantworten die Mitarbeiter gerne, doch etwas mehr Hintergrundwissen über landwirtschaftliche Produktion ist auch bei Kunden wichtig. Man sollte für eine gute Ernährung also nicht nur das nötige Kleingeld haben – muss auch Zeit haben, zuhören zu können und sich zu informieren. Hinter dem Kunden steht schon der nächste an der Kasse. Wieso die Pizza 80 Cent mehr kostet als bei der Supermarkt-Konkurrenz kann nicht wirklich in drei Sätzen erklärt werden.

Die Timmermanns mussten eine Menge umdenken und haben jetzt mit einem neuen Betreiber (Naturkost Nord) ihren Hofladen halten können. “Werte, die in der Vergangenheit geschaffen wurden, sind es auch heute noch wert, erhalten zu werden, trotzdem sind Wandlungen möglich! Wir freuen uns, ihnen mitteilen zu können, dass Ihre Bio-Einkaufsstelle auf dem Hof Timmermann erhalten bleibt”, lautet die Botschaft an Kunden. Doch nicht nur im Hofladen muss es wirtschaftlich hergehen. In der Landwirtschaft wurde einiges umgestellt. Seit Jahren werden in landwirtschaftlichen Ställen und dazugehörigen Flächen bereits erfolgreich Pferde gehalten. “Pensionspferdeställe” ist das Stichwort – Schließlich sind die Vierbeiner im Hamburger Westen auch sehr präsent. Timmermann hat jetzt kürzlich von 16 Gemüsesorten auf insgesamt 5 Produkte umgestellt. Einen großen Faktor machen Kürbisse auf 4,5 ha aus. Darüber lachen können jetzt nur noch 14 statt 300 Hühner.

Im Gespräch mit ALTONA.INFO wünscht sich Agnes Timmermann mehr Aufklärung zum Thema. Sie sieht die aktuelle Entwicklung ebenso kritisch wie notwendig. Ihr großer Stolz: 2.500 Kinder pro Jahr, zumeist Stadtkinder, kommen mit ihren Schulklassen und Kitas immer mal wieder auf den Hof, um sich einen Eindruck von ökologischer Landwirtschaft in Hamburg zu machen. Auch für Eltern, Senioren und Jugendliche werden Führungen angeboten. Hier bleibt auch genug Zeit, um Unterschiede und Verfahren der Herstellung zu erklären. “Ich wünsche mir, dass solche ortsnahen Angebote von Hamburgern mehr in Anspruch genommen werden”, sagt Agnes Timmermann.

Pferdehaltung_Suelldorf

Kurz-URL: http://www.altona.info/?p=54013

geschrieben von am 05 Sep 2012. abgelegt unter Allgemeines, Gesellschaft, Meldungen, News & Meldungen, Politik Wirtschaft Gesellschaft, Sülldorf, Wirtschaft & Gewerbe. Antworten verfolgen RSS 2.0. Zum Ende gehen und eine Reaktion schreiben.

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