Campus Bahrenfeld: Max-Planck-Institut für Materie- und Strukturforschung geplant

v.L. Prof. Dr. Helmut Dosch, Vorsitzender des DESY-Direktoriums, Prof. Dr. Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg, Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz und Wissenschaftssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt.

Altona / Bahrenfeld. Hamburg plant zusammen mit der Max-Planck-Gesellschaft eine neue Forschungseinrichtung (MPISD) am DESY-Standort in Hamburg-Bahrenfeld. Dies gab der Senat bei der Landespressekonferenz bekannt. Mit diesem dritten Max-Planck-Institut, dem Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPISD), möchte Hamburg zum internationalen Zentrum für Strukturforschung werden – und die Chancen stehen gut.

2018 soll die Einrichtung eröffnet werden, die Forschung laufe bereits. Der Senat stellt im Zuge der Vereinbarung eine Garantiesumme von 37 Mio. Euro bereit. Die Ansiedlung des jetzt dritten Instituts am Standort in Hamburg wird als Meilenstein gesehen. “Die Amerikaner schauen jetzt mit Respekt nach Hamburg”, betonte Prof. Dr. Helmut Dosch, Vors. des DESY-Direktoriums.

Vorbehaltlich der erwarteten Zustimmung der Bürgerschaft sei jetzt eine richtungweisende Entscheidung für den Wissenschaftsstandort Hamburg getroffen worden, verkündete der Senat. Aus dem erfolgreichen trilateralen Kooperationsprojekt Center for Free-Electron Laser Science (CFEL) von Universität Hamburg, DESY und Max-Planck-Gesellschaft heraus soll die Forschung mit Synchrotronstrahlung sowie mit Freie-Elektronen Lasern (FEL) weiter ausgebaut werden.

Die wissenschaftspolitische Richtungsentscheidung des Senats und die noch erforderliche Zustimmung der Hamburgischen Bürgerschaft schaffen laut Senat die Voraussetzung für die Aufnahme des Gründungsverfahrens bei der Max-Planck-Gesellschaft sowie für eine daran anschließende Befassung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK), die der Gründung eines Max-Planck-Instituts (MPI) und dessen Aufnahme in die überregionale Finanzierung der Bund-Länder-Gemeinschaft zustimmen muss.

„Hamburg steht schon heute exzellent in der physikalischen Grundlagenforschung da. Das hat zuletzt die Exzellenzinitiative von Bund und Ländern gezeigt. Das neue Max-Planck-Institut würde Hamburgs internationale Kompetenz auf diesem Gebiet eindrucksvoll untermauern und Hamburg als Wissenschaftsstandort weltweit noch sichtbarer machen“, betonte Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz. Wissenschaftssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt ergänzte, die sei ein historischer Moment für die Wissenschaft in Hamburg, der vom Stellenwert mit der Errichtung einer neuen staatlichen Hochschule vergleichbar ist. “Hamburg ist hier bereits heute hervorragend aufgestellt mit dem Exzellenzcluster ,Hamburg Centre for Ultrafast Imaging – CUI‘, einem Forschungsverbund von Hamburger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Hamburg, dem DESY, der Max-Planck Gesellschaft, dem CFEL, dem European X-Ray Free-Electron Laser (European XFEL) sowie weiterer Einrichtungen“, so die Senatorin.

Erforschung neuer Möglichkeiten zur Beobachtung und Manipulation von Materie

Ziel ist es, disziplinenübergreifend Kräfte der Institute zu bündeln und eine wissenschaftliche Verknüpfung zu schaffen, die in dieser Art nur in Hamburg existierte. Es ginge um die grundlegende Erforschung neuer Möglichkeiten zur Beobachtung und Manipulation von Materie an bisher unzugänglichen Zeit- und Längenskalen. Prof. Dr. Helmut Dosch, Vorsitzender des DESY-Direktoriums: „Die greifbar nahe Gründung des neuen Max-Planck-Instituts unterstreicht die internationale Vorrangstellung Hamburgs in der Erforschung von Materialien und Wirkstoffen mittels modernster Röntgen- und Röntgenlaserquellen. Das neue Institut wird diesem zukunftsträchtigen neuen Forschungsgebiet einen weiteren kräftigen Schub verleihen und die besten Wissenschaftler der Welt in die Elbmetropole locken. Wir bei DESY freuen uns auf die künftige verstärkte Zusammenarbeit mit der Max-Planck-Gesellschaft, mit der wir schon seit vielen Jahren eng verbunden sind.“ Auch der Präsident der Uni Hamburg, Prof. Dr. Dieter Lenzen, unterstreicht die herausragende wissenschaftliche Arbeit, die dort geleistet wird. “Daher freue ich mich, dass die gemeinsame Vorbereitung der Entwicklung eines neuen Max-Planck-Instituts nun in seine finale, hoffentlich erfolgreiche Phase geht“, so Lenzen.

Prof. Dr. Andrea Cavalleri von vorbereitenden Max-Planck-Forschungsgruppe für Strukturelle Dynamik erklärte die Foschnung am Beispiel eines Fußballspieles. “Momentan wissen wir nicht viel über die dynamische Materie”, so der Wissenschaftler. “Wir kennen die Mannschaft am Anfang des Spieles und am Ende des Spieles. Mehr wissen wir nicht.” Es fehle eine Kamera, die entsprechende Aufzeichnungen durchführen könne.

Hintergrund: Mit insgesamt 17 Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträgern ist die Max-Planck-Gesellschaft die erfolgreichste deutsche Wissenschaftsorganisation. Max-Planck-Institute entstehen nur um weltweit führende Spitzenforscherinnen und Spitzenforscher und sie stellen im lokalen Umfeld einer Universität durch ihre hohe Reputation sowie ihr einzigartiges Organisationsprinzip einen wesentlichen Standortfaktor für die Wissenschaft und die Wirtschaft dar. So haben Universitäten nachweislich höhere Chancen bei der Einwerbung von Drittmitteln nationaler und internationaler Mittelgeber, wenn Max-Planck-Institute als Kooperationspartner beteiligt sind. Deutlich wurde dies zum Beispiel in der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern, in der Anträge, die gemeinsam von einer Universität und einem Max-Planck-Institut gestellt wurden, eine rund doppelt so hohe Erfolgsrate hatten, wie solche ohne Beteiligung von Max-Planck-Instituten. Darüber hinaus stellt die Max-Planck-Gesellschaft sicher, dass sich die Arbeitsgebiete neuer Institute auf bisher noch nicht an den lokalen Universitäten etablierte Forschungsrichtungen erstrecken. Die Themenschwerpunkte der Max-Planck-Institute werden in der Folge vielfach von den Universitäten aufgegriffen und komplementär ergänzt. Bei der Neugründung von Max-Planck-Instituten wird von der Max-Planck-Gesellschaft sowie von Bund und Ländern eine Sonderfinanzierung des Sitzlandes für die Unterbringung erwartet. Im Rahmen der Verhandlungen mit der Max-Planck-Gesellschaft wurde daher signalisiert, dass die Freie und Hansestadt Hamburg im Falle der positiven Entscheidung zur Gründung eines Max-Planck-Instituts bereit ist, 37 Mio. Euro im Wege der Sonderfinanzierung für das MPG-Gebäude zu leisten. Die heute vom Senat beschlossene Drucksache ist die Basis für einen dazu erforderlichen Beschluss der Hamburgischen Bürgerschaft, auf dessen Grundlage eine verbindliche Zusage erfolgen kann.

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geschrieben von am 18 Sep 2012. abgelegt unter Allgemeines, Bildung und Schule, Hamburg, Meldungen, News & Meldungen, Politik Wirtschaft Gesellschaft, Wirtschaft & Gewerbe. Antworten verfolgen RSS 2.0. Zum Ende gehen und eine Reaktion schreiben.

1 Kommentar / Leserbrief / Frage für “Campus Bahrenfeld: Max-Planck-Institut für Materie- und Strukturforschung geplant”

  1. Begrenzt

    “Institut für Struktur und Dynamik der Materie ” sollte lauten: “Institut fur strukturelle Dynamik”, oder? Das ist jedenfalls der Name der bisher bestehenden MP-Forschungsgruppe.

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