Visualisierung: gmp

Altona / Ottensen. gmp, das nach eigenen Angaben “größte deutsche Architekturbüro”, hat über seine Stiftung die ehemalige Seefahrtsschule modernisiert. Nun wurde der Campus der ‘Academy for Architectural Culture (aac)’ mit der Einweihung des sanierten Altbaus, eröffnet. In einer ersten Lehrveranstaltung beschäftigen sich europäische und asiatische Absolventen mit der Frage, wie es künftig gelingen kann, ausreichend bezahlbaren Wohnraum für sozial schwache Menschen zur Verfügung zu stellen. Im Frühjahr 2013 wird mit dem Abschluss der Bauarbeiten an der Seefahrtsschule und dem Nebengebäude gerechnet.

Ab jetzt wird hier mit Blick auf die Elbe unterrichtet – doch für den Ausblick darf nicht viel Zeit bleiben. Zwar geht es nicht mehr um die Ausbildung von Schiffoffizieren, dennoch hat Hamburg-Altona seinen traditionsreichen Campus an der Rainvilleterrasse reaktiviert. Die Academy for Architectural Culture (aac) ist eine private und gemeinnützige Einrichtung, die die Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) ins Leben gerufen haben. Sie hat nach eigenen Angaben den Zweck, die Ausbildung junger Architekten zu unterstützen und zu fördern. Dies erfolge vor allem durch die Vergabe von Stipendien und in Form von Workshops, eine Art Zusatzqualifikation für begabte Architekturstudenten, Absolventen und Architekten.

Erster Workshop zu “bezahlbarem Wohnungsraum” – Ausstellung am 27. September

Der diesjährige Workshop findet erstmals in den eigenen Räumen auf dem Campus Rainvilleterrasse in Hamburg statt. Teilnehmer beschäftigen sich am Beispiel zweier Grundstücke in der Hamburger HafenCity und Lingang New City mit den Chancen und der Herausforderung, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Aus der Aufgabenstellung geht u.a. hervor:

“Unter dem Titel „Urban Exchange: Hamburg – Shanghai. Architecture for the Demands of Today’s Urban Population“ thematisiert der diesjährige aac-Workshop eine alarmierende urbane und gesellschaftliche Tendenz, die sowohl die Entwicklung asiatischer Metropolen als auch den Wandel europäischer Städte bestimmt. Sie bewirkt, dass ärmere Bevölkerungsschichten im Wettbewerb um adäquaten, bezahlbaren innerstädtischen Wohnraum unterliegen und einem ökonomisch dominierten Verdrängungsprozess anheimfallen. Nach einer Periode, in der in China wie in Deutschland der „klassische“ soziale Wohnungsbau nahezu vollständig zum Erliegen kam, gibt es mittlerweile in beiden Ländern deutliche politische Initiativen, wieder bezahlbaren Wohnraum in den urbanen Zentren zu schaffen.”

Die Ausstellung der Ergebnisse soll bereits am 27. September stattfinden.

Die Akademie plant neben der öffentlich zugänglichen Terrasse auch ein öffentliches Veranstaltungsprogramm. Der Campus will sich “den Einwohnern des umliegenden Stadtteils Altona, genauso wie allen Hamburgern und den Besuchern der Stadt” öffnen, teilt gmp mit. Ab kommendem Frühjahr stehe ein Café-Restaurant mit Saal und Terrasse am selben Ort, wie das ehemals berühmte Ausflugslokal Rainvilleterrasse, den Gästen offen.

Im Rahmen der Sanierung ist die vorhandene Gebäudestruktur mit ihrer Raumaufteilung in nur wenigen Bereichen erweitert beziehungsweise verändert worden. So wurden etwa Brandschutzmaßnahmen nach aktuellen Maßstäben, zeitgemäße Sanitäreinrichtungen und Gebäudetechnik bedacht. Da für den Lehrbetrieb größere Flächen benötigt werden, entstehe derzeit im nördlichen Teil des Grundstücks ein Anbau. Dieser orientiere sich in Höhe und Maßstab an der vorhandenen Gebäudesubstanz und vergrößert sowohl die vier Vollgeschosse als auch das Staffelgeschoss. Im Frühjahr 2013 sollen auch die Neubauarbeiten des Erweiterungsbaus abgeschlossen sein. Bis zu hundert Studierende sollen in Zukunft das Gebäude nutzen.

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