HeizenLueftenHamburg. Spätestens Ende Oktober hat mit 2-3 Grad Nachttemperatur und tagsüber annähernd 10 Grad Celsius die Heizsaison begonnen. Mieter sollten ihre Wohnungen richtig heizen und lüften, um Schimmelbildung zu vermeiden, rät der Vermieterverband VNW in einer Mitteilung.

Eine Raumtemperatur am Tag von 22 Grad Celsius (für Bad und Toilette) bzw. von 20 Grad Celsius für die übrigen Räume entspreche “einem gewöhnlichen, am zeitgemäßen Wohnstandard zu bemessenden Gebrauch der Mietsache”, so eine Mitteilung. Nachts sei eine durchgehende Temperatur von 18°C als ausreichend anzusehen, so befand auch das Amtsgericht Köpenick in seinem Urteil vom 7. September 2010 (Az. 5 C 64/09). „Beim Heizen und Lüften kommt es darauf an, den goldenen Mittelweg zu finden. Zu ausgiebiges Heizen und Lüften verschwendet eine Menge Energie. Das führt zu erhöhten Energiekosten. Vorsicht ist aber auch bei zu wenig Heizen und Lüften geboten: Hierdurch erhöht sich in der Regel die Feuchtigkeitsbelastung in der Wohnung. Mehr Feuchtigkeit in der Wohnung bedeutet aber auch ein höheres Schimmelrisiko. Der Mieter kann durch sein Heizverhalten erheblich zur Energieeinsparung und zum Wohlfühlfaktor beitragen.“

Verband gibt ‚Mietertipps‘:

– Heizen Sie mit Augenmaß: 20°C bis 22°C Raumlufttemperatur sind in der Heizperiode ausreichend.
– Heizen Sie gleichmäßig: Heizkörper in regelmäßig benutzten Räumen sollten während der Heizperiode nie ganz abgedreht werden. Wenn Räume auskühlen, sinken die Wandtemperaturen, das erneute Aufheizen verbraucht viel Energie.
– Wärmeabgabe des Heizkörpers nicht behindern: Heizkörper sollten freistehend sein, so dass sich die Wärme rasch im Raum verteilen kann.
– Halten Sie die Innentüren zwischen unterschiedlich beheizten Räumen geschlossen. Kühle Räume sollten nicht mir der Luft aus wärmeren Räumen geheizt werden. Auf diese Weise gelangt nicht nur Wärme, sondern auch Luftfeuchtigkeit in den kühleren Raum.
· Lassen Sie Fenster nicht dauerhaft gekippt. Gekippte Fenster verschwenden Energie. Effizienter ist es, Fenster mehrmals am Tag für einige Minuten ganz zu öffnen, am besten mehrere gleichzeitig. Das sorgt für einen schnellen Luftaustausch.

„Bei falschem Heizen und Lüften macht sich der Mieter möglicherweise schadensersatzpflichtig. Das haben deutsche Gerichte entschieden“, betont VNW-Sprecher Hitpaß. Hat der Mieter durch unzureichendes Heiz- und Lüftungsverhalten einen Schaden der Mietsache verursacht (Schimmelbildung), so kann der Vermieter grundsätzlich nur Schadensersatz wegen der Beseitigungskosten verlangen, wenn er dem Mieter erfolglos eine Frist zur Beseitigung gesetzt hat oder eine solche ausnahmsweise entbehrlich war, so das LG Saarbrücken in seinem Urteil vom 23. März 2012 (Az. 10 S 29/11).  Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. vertritt 312 Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften (Hamburg: 88, Mecklenburg-Vorpommern: 153 und Schleswig-Holstein: 71). In ihren 712.000 Wohnungen (Hamburg: 278.000, Mecklenburg-Vorpommern: 280.000 und Schleswig-Holstein: 154.000) leben rund 1,4 Millionen Menschen.

2 KOMMENTARE / LESERBRIEFE

  1. Genau..lustig auch der Tipp:
    „…Heizkörper sollten freistehend sein“…

    und wenn nicht, ist der Heimwerker gefragt?!

    Das herrliche Verkleben der Aussenhaut samt hermetisch dchter Fenster
    macht dann die Katastrophe perfekt…..naja in 20 Jahren hat man dann wieder einen tollen Tip :

    „Aussenmauern solten Styroporfrei sein“….und die gleichen Tricks um
    am Ende erneut den Mieter zur Kasse bitten….

  2. „Bei falschem Heizen und Lüften macht sich der Mieter möglicherweise schadensersatzpflichtig. Das haben deutsche Gerichte entschieden“

    Haha, genau!
    Deutsche Gerichte haben übrigens schon X-Mal entschieden, dass Vermieter den Schimmel in Wohnungen beheben müssen.
    Bzw. wieviele Mieter gibt es, die wg. Schimmel die Miete kürzen und der Vermieter rührt sich nicht? Alleine ich kenne genügend.
    Das Märchen vom angeblich falschen Lüften und Heizen hat aber mal sowas einen langen Bart.
    Richtig ist doch viel mehr, das Vermieter oftmals nichts gegen feuchte Wände und undichte Fenster tun.
    Und allein schon „möglicherweise Schadensersatzpflichtig“! „Möglicherweise“ sagt in dem Zusammenhang doch schon alles.
    Ich kann allen Mietern nur Raten:
    Wenn ein Vermieter tatsächlich auf die Schnapsidee kommt und die Verantwortung für schimmelige Wände auf den Mieter abwälzen will:
    Gleich an den Mieterbund oder besser an Mieter helfen Mieter wenden!

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