Botanischer Garten trägt jetzt Namen ‘Loki Schmidt’ – Finanzierung gesichert?
Altona / Flottbek. Wie bereits 2011 von der Bezirksversammlung beschlossen und 2010 gefordert trägt der Botanische Garten der Uni Hamburg jetzt auch offiziell den Namen seiner engagierten Förderin Hannelore ‘Loki’ Schmidt († 21. Oktober 2010). Die Einweihung am 23. Oktober nahmen Vertreter der Stadt Hamburg in Beisein von Helmut Schmidt vor. Parallel dazu äußerten Politiker Kritik an der künftigen Finanzierung – dazu bezieht die Behörde Stellung.
Es sei ein „Streichkonzert der besonderen Art“ zu befürchten schreiben SPD und Grüne in der Bezirksversammlung Altona in einer Mitteilung. “Seit 2004 bekam die Universität Hamburg für den Botanischen Garten aus dem Haushalt rund 3,3 Mio. Euro zugewiesen, ein sogenannter Finanzierungs-Sondertatbestand. Ab 2013 soll es damit vorbei sein – der Sondertatbestand wird in dem 2011 zwischen Universität und Wissenschaftsbehörde geschlossenen Vertrag nicht mehr erwähnt. Damit greift die Sparquote von 20%, die innerhalb der Universität gilt, auch für den Botanischen Garten/Loki Schmidt Garten”, mutmaßt der Antrag.
Auf Rückfrage von ALTONA.INFO bei der zuständigen Behörde für Wissenschaft und Forschung erklärt Sprecher Dr. Alexander v. Vogel: “Die Universität Hamburg erhält im Jahr 2013 ein gesteigertes Globalbudget in Höhe von 288 Millionen Euro, das bis 2020 jedes Jahr weiter um knapp ein Prozent gesteigert wird. Von einer angeblichen, in der Pressemitteilung genannten „Sparquote von 20%, die innerhalb der Universität gilt, auch für den Botanischen Garten/Loki Schmidt Garten“ kann daher keine Rede sein.” Die Pflege des Botanischen Gartens sei eine Aufgabe, die der Universität mit “ausreichendem Budget übertragen wurde und die aus dem steigenden Globalbudget zu finanzieren ist”, so die Antwort. Im Übrigen verfüge die Universität über liquide Mittel in Höhe von 168 Millionen Euro, die sich aus nicht ausgegebenen Betriebsmitteln, Drittmitteln und Studiengebühren zusammensetzen (Stand: 30.9.2012), heißt es aus der Behörde.
Die Mitteilung der Altonaer SPD-Grünen-Koalition berichtet von bereits seit Jahren bestehenden Sparmaßnahmen. Neueinstellungen von Personal hätte es etwa seit Jahren nicht gegeben. Die Personaldecke sei “kritisch zu bewerten”, so die Altonaer Politiker Wolfgang Kaeser (SPD) und Lars Andersen (Grüne). Andersen meint: “Der Botanische Garten in Klein Flottbek ist nicht das Sparschwein der Universität, dem je nach Situation Geld zugesteckt wird oder auch nicht. Er braucht die bisherige Finanzierungssicherheit, sonst wird aus ihm in absehbarer Zeit eine beliebige Grünanlage.“ Sein Kollege Kaeser (SPD) will das Vermächnis von Loki Schmidt nicht nur durch die Benennung geschützt wissen. „Das Vermächtnis und das Lebenswerk der neuen Namensgeberin verlangen eine finanzielle Ausstattung des Botanischen Gartens, die dem pädagogischen Auftrag zur Umweltbildung sicherstellt, und ihn nicht langfristig zu einer reinen Parkanlage umwandelt.“ Amtssprecher Dr. Alexander von Vogel weist darauf hin, dass die Universität derzeit durch ein „Zukunftskonzept Universitätsverwaltung“ unter Federführung einer externen Expertengruppe die Effektivität ihrer Verwaltung überprüfe. “Ob und inwieweit die Universität in Umsetzung der Empfehlungen Maßnahmen beim Botanischen Garten ergreift, steht nach unserer Kenntnis zum jetzigen Zeitpunkt in keiner Weise fest”, so der Sprecher.
Ein Dementi klingt anders und gesichert scheint die Finanzierung jedenfalls noch nicht. Ob der Botanische Garten in Flottbek nun in dieser Hinsicht ‘post mortem’ unter dem Schutz seiner Patronin steht, bleibt also abzuwarten.
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