Elbhang_Oevelgoenne_BaumfrevelOttensen / Altona. Schon wieder sind Bäume tot. Störten sie den Blick auf die Elbe? Es kommt immer wieder zu Baumfrevel am Elbhang.  Das Bezirksamt Altona fällt jetzt wieder große Bäume, die am Hang oberhalb von Oevelgönne /  Rosengarten stehen (Schopenhauer Weg).

Im Rahmen von routinemäßig durchgeführten Baumkontrollen sei dies im Frühsommer 2011 an neun Bäumen (2 Eichen, 4 Eschen und 3 Robinien) festgestellt worden. Die Bäume wiesen starke Vitalitätsmängel auf. Die Eichen und Eschen seien mittlerweile auch komplett abgestorben. “Nach eingehender Untersuchung der neun Bäume wurde leider festgestellt, dass die Ursache für das Absterben und die Vitalitätsmängel auf Baumfrevel zurückzuführen ist”, so das Amt in einer Mitteilung. Die Bäume stehen im Rosengarten am Schopenhauerweg im Hangbereich (siehe Lageplan).

Der Baumstandort zeichnet sich durch eine extreme Hanglage aus. Hangunterseitig befindet sich Wohnbebauung und aus diesem Grund müssten zur Herstellung der Verkehrssicherheit auch die sechs abgestorbenen Bäume gefällt werden. Drei Robinien würden weiterhin beobachtet. Zur Kompensation und zur Stabilisierung des Hanges würden an diesem Standort heimische Bäume und Sträucher nachgepflanzt.

Die Fällung der Bäume werde durch Baumkletterer, teilweise mit Kranunterstützung, ausgeführt. Hierzu wird ein mobiler Autokran im Zeitraum vom 12.02. bis 14.02.2013 im Bereich der Bus-Kehre am Museumshafen / Neumühlen aufgestellt werden. In diesem Zeitraum kann es zu  Verkehrsbeeinträchtigungen kommen, so das Bezirksamt. Voraussichtlich werde auch ein Teil des Holzes der gefällten Bäume mit Pferdeunterstützung aus dem Hangbereich geborgen werden.

Betroffene Bäume hat das Bezirksamt in der Detailkarte vermerkt.
Betroffene Bäume hat das Bezirksamt in der Detailkarte vermerkt.

Teils über 100 Jahre alte Bäume – Schadensgutachten kommt auf 110.000 Euro

Hintergrund zu den betroffenen Bäumen: Zwei Stieleichen mit einem Stammdurchmesser von 85 und 88 cm (in 1m Höhe gemessen). Die Eichen weisen ein Alter von mindestens 100 Jahren auf, so das Bezirksamt. Weiterhin: Vier Eschen mit einem Stammdurchmesser von 80 cm, 2 x 40 cm (doppelstämmig), 50 und 55 cm (in 1m Höhe gemessen). Das geschätzte Alter hier liegt zwischen 45 und mindestens 80 Jahren. Das Bezirksamt habe im Rahmen der Schadensermittlung ein Wertgutachten (Sachwertverfahren) durch einen vereidigten Sachverständigen durchführen lassen. Dieses Gutachten stelle den Gehölzwert dar, der durch den Baumfrevel vernichtet worden ist. Hierbei wurde für die neun Bäume eine Gesamtschadenssumme von 110.000,- festgestellt (die Robinien wurden in die Berechnung einbezogen, da zu erwarten ist, dass auch diese absterben).

Hangsicherheit und Ermittlung der Täter

Hinter vorgehaltener Hand gibt es zum Thema immer wieder Befürchtungen zur Standsicherheit des Elbhanges. Historische Aufzeichnungen zeigen, dass es wiederholt zum Abrutschen von Erdmasse in Oevelgönne (PDF)  am Elbhang gekommen ist. Sollte es sein, dass Baumfrevel gerade entlang der Elbe für den besseren Blick oder zur Erzielung besserer Verkaufpreise begannen wird, ist dies sicherlich sehr kurzfristig gedacht. Davon abgesehen handelt es sich um Bäume, die der Öffentlichkeit gehören. Mit dem Thema beschäftigt sich die Kriminalistik derzeit nur am Rande. Es fehlen handfeste Hinweise aus der Bevölkerung. Sachdienliche Hinweise, die zur Ermittlung beitragen, können der Polizei z.B. unter der Telefonnummer 4286-56789 mitgeteilt werden.


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