Der Follower, Plural: die Follower. Org. Englisch. Wort wurde ca. 2007 in die deutsche Sprache übernommen. Häufig in Marketingzusammenhängen genutzter Begriff aus den digitalen Medien. Sprachliche Übersetzung: Verfolger.

Es handelt sich bei dem, der oder das Verfolgte/n, bzw. dem aktiven “Followen = Verfolgen”,  um eine Medientechnik, die per Tastenbedienung von Personen oder als softwaregesteuerter Prozess eingeleitet wird. Mit dem ‚Followen‘ wird eine Art Bereitschaft erklärt, künftig Mitgeteiltes zu konsumieren. Eine digitale Verbindung zwischen zwei Profilen (funktioniert auch mit Listen) wird hergestellt. Nur mittelbar bedeutet dies, dass Mitgeteiltes zur Kenntnis genommen wird, es gelesen oder gar verstanden wird. Im Gegensatz zur zwischenmenschlichen Kommunikation ist es auch möglich, dass Gegenstände, etwa Werbekampagnen, Projekte oder Organisationen verfolgt werden oder sich verfolgen. Sehr häufig sind ‘Follower’ daher auch keine Personen, sondern von Personen nicht persönlich, aber im Auftrag betreute Dinge. Es kommt vor, dass elektronische Einrichtungen ohne ständige Bedienung durch Menschen eine Aktion bewerten und auslösen.

Im Marketingumfeld wird häufig mit der Anzahl „Follower‘ geworben. Die quantitative Aussage der zählbaren Stückzahl impliziert jedoch keinen aussagekräftigen Wert, etwa Bekanntheitsgrad oder Funktionstüchtigkeit der Beziehungen. Marktforschungs-Software, die sich insbesondere Werbetreibende leisten, wertet deshalb eine Vielzahl anderer Parameter aus, um eine Analyse vorzunehmen. Der Zusammenhang aktiver, nicht-aktiver, verwaister, einflussreicher oder nicht einflussreicher sog. Follower, u.v.m. wird ermittelt. Es gelingt durch mathematische Verfahren bislang nicht, intuitives Verhalten auszuwerten (prediction) und für Marketingzwecke zu nutzen; jedoch schon, ’soziale Kontakte‘ durch viel Marketinginvestition zu akquirieren und ihnen nach Wahrscheinlichkeitsvariablen (vorgefertigte) Information anzubieten.

Bekannt ist auch der „#FF – Follow-Friday”. Der “FF” wird über ein ‘Hashtag’ (Zeichen mit Kreuzraute) von bereits verknüpften Bekannten eingeleitet. Nutzer unterstützen sich hierbei, um aus unterschiedlichen Gründen aufeinander aufmerksam zu machen. Dabei entstehen jeden Freitag (und im weiteren Verlauf) Beziehungen durch geschenkte gegenseitige Aufmerksamkeit. Die Verhaltensforschung bildete nach Beobachtung von Social-Media-Akteuren auch den Betriff „Aufmerksamkeitsökonomie“.

In der Kritik steht der Mechanismus des ‚Followen‘ immer wieder, weil im sog. „Stream“ (dem lesebaren Überblick) nicht automatisch gewährleistet ist, dass das Anzeigte (alle erhältliche Information) vollumfänglich betrachtet werden kann. Entweder wird limitiert („API-Calls“, d.h. die Anzahl der möglichen Abrufe wird begrenzt und kann zugekauft werden) oder aber die Anwendung präferiert – häufig käuflich erworbene – Informationen. Dem Nutzer wird so lediglich ausgeliefert was nach Auffassung und Absprachen des Anbieters mit Dritten gesehen werden soll. Der populäre Follower-Mechanismus in sog. Social Media (=Sozialen Medien) ist deshalb vergleichbar mit dem „Permission-Marketing“ (=nutzererlaubtes Direktmarketing). Nutzer geben einen Teil ihrer Daten preis, um für sie mehr oder weniger relevante Angebote des ansonsten kostenlos nutzbaren Angebotes zu erhalten. In der Praxis werden viele Medienangebote allerdings erst kostenfrei zur Verfügung gestellt, um möglichst schnell eine relevante Anzahl Nutzer für den später kostenpflichtigen Verlauf zu generieren.

Im Gegensatz zum “Followen” steht der Begriff “Unfollow” (sprachlich = entfolgen). Hier werden Verknüpfungen – häufig sogar unter Bekannten – gelöst. Dies kommt selten vor, da die Aufgabe von einmal eingegangenen Beziehungen dem Gegenüber transparent wird. Das Entfolgen nutzt dem Entfolgenden häufig, um die zeitlich limitierte Aufmerksamkeit für ausgesendete Informationen auf das Konsumierbare einzugrenzen. “Unfollow” hilft auch als Werbeprozess, da die “Follower-Ratio” – das Verhältnis zwischen Verfolgern und Verfolgten – Anwendung findet. Hat ein Nutzer viele Verfolger, folgen ihm i.d.R. auch viele andere. Man spricht vom sog. Bandwagon-Effekt (Mitläufereffekt) – der Bereitschaft sich Handlungsweisen nur auf Grundlage der Handlungsweise anderer Personen oder Sachen anzuschließen.

Plattformen bei denen der Begriff “Follower” derzeit gebräuchlich ist: Twitter, Facebook, Google+. Bei Facebook werden Follower als “Freunde” bezeichnet. Bei Google ist man Mitglied in einem „Kreis“.

Letzte Überarbeitung: 22.02.2013

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