Wasserschutzpolizei_Hamburg Hamburg. Die Wasserschutzpolizei hat auf dem britischen Frachtschiff „Citius“ (Länge 287,50 m, Breite 45,00 m, BRZ 88.479) eine Schiffskontrolle durchgeführt und vermutet Überschreitung des Schwefelgehaltes durch Nutzung des falschen Treibstoffes.

Solche Kontrollen erfolgen in Stichproben, berichtet Polizeisprecher Schöpflin. Die Wasserschutzpolizei stellte hier bei der Überprüfung der Schiffspapiere fest, dass in den Dokumenten Eintragungen vorhanden waren, die das Umstellen von einem hoch-schwefligen (max. 1 Prozent Schwefelgehalt) auf einen niedrig-schwefligen Kraftstoff (max. 0,1Prozent) dokumentierte. Weitere Ermittlungen im Maschinenraum ergaben jedoch, dass der Hilfskessel zum Zeitpunkt der Kontrolle mit Schweröl betrieben wurde und damit der vorgeschriebene Grenzwert von 0,1 Prozent Schwefelgehalt höchstwahrscheinlich überschritten wurde, so die Wasserschutzpolizei.

Neue Regelungen führen zu mehr Kontrollen in Hamburg

Seit Anfang 2010 dürfen Schiffe in europäischen Häfen, die länger als zwei Stunden am Liegeplatz festgemacht haben, dort keine Kraftstoffe mit einem Schwefelgehalt von über 0,1 Prozent mehr verwenden. Damit werde ein  aktueller Wert von 1,0 Prozent (nach MARPOL) um rund 93 Prozent verringert. Ausnahmen seien nur durch das Abschalten aller Motoren und Kesselanlagen oder durch eine andersartige Energieversorgung, z. B. durch Landstrom, möglich. Falls kein schwefelarmer Treibstoff an Bord ist, muss dieser unverzüglich beschafft und verwendet werden. Damit soll die Luftverschmutzung in Häfen verringert werden, die bei der Verfeuerung schwefelreicher Schiffskraftstoffe entsteht. Konkret bedeute dies eine Reduzierung der Partikelemissionen um rund 70 Prozent, schreibt die Hamburger Polizei.

Im vorliegenden Fall wurden Proben zur Beweissicherung herangezogen und wegen Verstoßes gegen die Schwefel-Richtlinie auch eine Sicherheitsleistung in Höhe von 1.968,50 Euro gegen den 58-jährigen philippinischen Leitenden Ingenieur angeordnet. Jetzt wertet das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie die Proben aus. Ermittlungen der Wasserschutzpolizei dauern an.

Hintergrund: Die Kontrollen Wasserschutzpolizei, die in Hamburg etwa 500 Mitarbeiter hat, erfolgt nach einem weltweiten Staatenabkommen “MARPOL” von 1973/78 und der EG-Richtlinie 1999/32/EG, die den Schwefelgehalt von Brennstoffen regelt. Seit Bestand der EG-Richtlinie darf der Schwefelgehalt in Häfen, so auch in Hamburg, nur noch 0,1 % betragen. Über eine entsprechende Motorenumstellung beim Ein- und Auslaufen ist Buch zu führen. Die Wasserschutzpolizei prüft diese und andere Angaben, etwa auch die Bunkerlieferbescheinigungen des Schiffes. 2012 hat es bei 348 Kontrollen in der Kategorie insgesamt 89 Beanstandungen und 72 Ordnungswidrigkeiten gegeben.

Zeit: 18.03.2013, 10:00 Uhr – 15:00 Uhr
Ort: Hamburger Hafen, Hansaport

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