Warmke_Rose_BezirksamtAltona_Debatte_Bezirksversammlung
Jürgen Warmke-Rose (parteilos). Seit 2007 im Amt des Altonaer Bezirksamtsleiters. Hier bei einer Rede vor der Bezirksversammlung Altona.

Hamburg / Altona. Termin im Altonaer Rathaus, Bürgermeisterzimmer. Anlass: Warmke-Rose gibt seine Schlüssel ab, hinterlässt seinem oder seiner Nachfolger/in einiges an Notizen über die vielen Themen in dem 260.000 Einwohner zählenden Hamburg-Altona. Ist dies wirklich das letzte Interview mit Jürgen Warmke-Rose (parteilos), Bezirksamtsleiter in Hamburg-Altona? Er sagt: „Ich möchte die Schlüssel nicht wiederhaben.“ Weshalb hören unsere Leserinnen und Leser in dem Interview (Audio).

Wir nutzten die Gelegenheit für einen Rückblick, die Bestandsaufnahme und den Blick nach vorn. Warmke-Rose hat sich in Hamburg in den letzten Jahren auch durch Kritik gegenüber Senat und Parlament einen Namen gemacht. Wir fragten: Was muss und kann in Altona und in Hamburg anders laufen? Der Verwaltungsexperte hatte nicht nur in Altona Gelegenheit tief in die Bezirke zu schauen. Zuvor war er mal Bürgerschaftsabgeordneter, gab sein Parteibuch vor fast 20 Jahren ab, bevor sich in die Gefilde der Hamburger Verwaltung begab. Noch vor seiner Amtszeit als Bezirksamtsleiter in Altona, die 2007 begann, wirkte der Jurist in der Finanzbehörde an der Bezirksverwaltungsreform mit,  die 2006 in Kraft trat.

Diese sei jetzt gefährdet. Ein neues Sparpapier konterkariere eine Menge der Bemühungen von damals. Warmke-Rose fordert mehr Aktion von der Hamburgischen Bürgerschaft und kritisiert gleichzeitig, diese habe offenbar nicht die Kraft, um über Aufgaben in der Verwaltung zu debattieren.Viele Entscheidungen, die eigentlich politischer Natur seien, würden plötzlich von der Exekutive erwartet. Die Hamburger Verwaltung sei viel zu politisiert. Ein Bezirksamtsleiter ohne Parteibuch habe seine Vorteile, weiß Warmke-Rose aus der Praxis zu berichten.

Die Idee einer Rekommunalisierung von Altona habe, spätestens nach der verhinderten Museumsschließung in Altona, wieder Charme, sagt Warmke-Rose unumwunden. Eine Landesebene, eine Kernstadt Hamburg und drei kleinere Kommunen unterhalb der Ebene der Hamburger Landesbehörden, etwa in Altona, Bergedorf und Harburg, wären denkbar – jedoch derzeit ohne Aussicht auf eine Mehrheit. Dann hätte Altona wieder ein Parlament, keinen Verwaltungsausschuss und einen von Bürgerinnen und Bürgern gewählten Bürgermeister. Gegenwärtig sei dies natürlich nicht vorstellbar.

Insgesamt gibt sich der 53-Jährige zufrieden mit dem Verlauf seiner Amtszeit und benennt zahlreiche Themen. Er blickt zurück, in die Gegenwart. Was er nach dem Sommer machen will, das lässt Warmke-Rose jedoch noch offen. Auf einen Verwaltungsjob in Hamburg hat er gegenwärtig keine Lust.

Das Interview (ab 2:41) hören Sie in unserem Audiobeitrag.

Fotoreportage: Hier arbeitet ein Altonaer Bezirksamtsleiter. Eindrücke aus dem Rathaus und dem ‚Bürgermeisterzimmer‘.

2 KOMMENTARE / LESERBRIEFE

    • … dann wird er es hoffentlich nicht wieder machen. Es wäre ihm zu wünschen. Wer einmal Abschied nimmt, sollte auch dabei bleiben. Ich wünsche ihm einen schönen Ruhestand (wenn er denn schon so alt ist).

      Es kann nicht sein, dass man auf das Alte zurück greift, weil man sich nicht auf das Neue einigen kann. Das wäre ein Armutszeugnis.

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