JugendberufsagenturAltona

Hamburg / Altona. Es ist eines der Lieblingsprojekte des ehemaligen Bundesarbeitsministers. Olaf Scholz, heute Bürgermeister, setzte die Jugendberufsagentur in Hamburg durch. Heute eröffnete in seinem Heimatbezirk die Anlaufstelle für Jugendliche im Alter von 15-25 Jahren. 

Neben der eigentlichen Agentur für Arbeit in der Kieler Straße wurde das ‚Gebäude 2‘ umgestaltet. Hier, wo jetzt “Jugendberufsagentur” dran steht, sollen Jugendliche bis zum Alter von 25 Jahren gehen und werden – so das Versprechen – umfassend und individuell bis zum Abschluss einer Berufsausbildung betreut. Die Jugendberufsagentur umfasst dafür nicht nur Mitarbeiter der Arbeitsagentur und von team.arbeit.hamburg selbst, sondern auch der bezirklichen Jugendhilfe und der Schulbehörde (Berufliche Bildung).

In der Jugendhilfe gab es zuletzt etwas Kritik daran, dass ‚Freiwilligkeit‘ bei der Betreuung aufgegeben werde. Doch auch Kritiker wollen sich zunächst anschauen, ob über das Konzept „Jugendberufsagentur“ jetzt wirklich mehr Jugend „beraten“ wird. Christine Geng vom Jugendamt in Altona hofft auf positive Impulse für die Jugendarbeit. Bislang habe man auch viel Berufsorientierung über sozialräumliche Hilfen angeboten, doch fehlten bislang die richtigen Partner, um auch konkreter werden zu können und etwa Jugendlichen einen Job in Aussicht zu stellen.

Immerhin bedeutet die Umorganisation auch eine Reorganisation des Arbeitsamtes. Von 47 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Jugendberufsagentur kommen alleine 43 aus dem hiesigen Verwaltungsapparat. Den weit aus größten Teil bilden Mitarbeiter aus dem Leistungsbereich „Jobcenter“ (34 Personen), die zusammen mit neun Kollegen aus der Berufsberatung und je zwei Kolleginnen und Kollegen von Jugendhilfe oder Beruflicher Bildung zusammenarbeiten. Verbunden für die Mitarbeiter ist damit auch, dass sie sich auf die Bedürfnisse junger Leute stärker ausrichten. Und die Chancen stehen gut, dass eine solche Konzentration auf eine (Jugend-)Zielgruppe einerseits, aber auch die bessere Verzahnung anderer staatlichen Angebote Früchte trägt.

Jugendberufsagentur-Altona-Eroennung
Siepe, Geng, Scheele, Fock bei der Eröffnung in der Kieler Straße 39.

Scheele: Nicht nur am Wunschberuf festhalten

„Manchmal ist es besser, nicht den Wunschberuf zu lernen, als gar keinen Beruf zu lernen“, sagt Sozialsenator Scheele, der bei der Eröffnung in einem mit Tischtennisbällen gefüllten Gefäß kramte. Er zieht drei Bälle mit Berufsbildern heraus, die unter Jugendlichen sicherlich keine sogenannten Trendberufe sind. Aktuell sind in Altona noch 650 freie Lehrstellen zu vergeben. Traditionell sind darunter eben diese Berufe, die wenig Chancen darauf haben, kommunikativ in junge Zielgruppen vorzudringen. 660 Jugendliche suchen zur Zeit einen Ausbildungsplatz in Altona von insgesamt 24.500 jungen Menschen im Alter zwischen 15-25 Jahren.

„Es ist unser Ziel, niemanden mehr wegzuschicken“, betont der Chef der Hamburger Arbeitsagenturen Söncke Fock. Indem man jetzt versuche alles daran zu setzen, dass jeder Jugendliche auch eine Berufsausbildung abschließt, wolle man auch spätere Probleme vermeiden. Kollege Friedhelm Siepe, Chef vom Jobcenter, macht mit Zahlen das gesamtgesellschaftliche Problem deutlicher: Von 130.000 Kunden des Jobcenters in Hamburg seien 50% ohne abgeschlossene Berufsausbildung und daher mit hoher Wahrscheinlichkeit dauerhaft auf staatliche Transferleistungen angewiesen.

Jugendberufsagentur
Kieler Straße 39
22769 Hamburg

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