Was wusste Scholz? Offenbar kaum Dialog: Olaf Scholz und Mathias Döpfner beim "Mediendialog Hamburg" im Mai 2013.
Was wusste Scholz? Offenbar kaum Dialog: Olaf Scholz und Mathias Döpfner beim „Mediendialog Hamburg“ im Mai 2013.

Hamburg. Das Unternehmen Axel Springer hat dem Verlag der Funke-Gruppe (ehem. WAZ) das „Hamburger Abendblatt“, sowie zahlreiche weitere Objekte, etwa „Hörzu“ und Beteiligungen an Wochentiteln, insbesondere Printtiteln, verkauft. Dies teilte das börsennotierte Unternehmen im Rahmen einer Ad-hoc-Pflichtmitteilung am Donnerstag mit. Der vereinbarte Kaufpreis betrage 920 Millionen Euro. Das Geschäft steht unter dem Vorbehalt einer kartellrechtlichen Prüfung.

Der Konzern Axel Springer behält Titel der “Welt” sowie der “Bild” und möchte sich nach eigenem Bekunden in Zukunft auf elektronische Medien konzentrieren. Betriebsräte, Berufsverbände und zahlreiche Hamburger Politiker reagierten mit Empörung auf den unerwarteten Schritt. Gerade der Verkauf des Gründer-Titels “Hamburger Abendblatt” an den für harte Konsolidierung bekannten Funke-Konzern sehen viele Beobachter kritisch.

Die Börse belohnte den gigantischen Mediendeal mit einem Kursfeuerwerk. Analysten zeigten sich erstaunt über die Höhe der vorgenommenen Transaktion und setzten das Kursziel hoch. Aktien der Axel Springer AG legten an zwei Handelstagen um etwa 20 Prozent zu.

Den Ersten Bürgermeister, selbsterklärt verantwortlich für Medienpolitik in der Hansestadt, erwischte die Nachricht im Urlaub. Scholz sprach von einem Einschnitt und dem vorläufigen Ende der gemeinsamen Wegstrecke zwischen dem Medienunternehmen und der Stadt Hamburg. Er glaube allerdings, “dass der Print-Journalismus eine gute Zukunft vor sich hat” und sagte abschließend: “Ich wünsche mir im Sinne des Medienstandortes eine gute und konstruktive Zusammenarbeit mit den neuen Inhabern. Nach wie vor sind redaktionell gestaltete Informationsangebote – ganz gleich ob Print oder digital – die Grundlage unserer gesellschaftlichen Öffentlichkeit und damit aus meiner Sicht auch der Kern verlegerischer Arbeit.“

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