Fischer, Weinberg, Ramsauer hören den Vortrag der Bürgerinitiative.
Fischer, Weinberg, Ramsauer hören den Vortrag der Bürgerinitiative.

Altona / Rissen / Wedel. Der Dauerwahlkampfbrenner, die Verlängerung bzw. der Weiterbau der Ortsdurchquerung- bzw. -umgehung Rissen auf der B 431, hatte anderthalb Monate vor der Bundestagswahl prominentesten Besuch. Bereits seit Monaten machen großflächige Banner an einigen Grundstücken in Rissen auf die Forderungen der Bürgerini aufmerksam, die zu dem Termin eingeladen hatte. Auf der Kreuzung an der Wedeler Landstraße, Ecke Sandmoorweg, versammelten sich dann am Donnerstag gut hundert Personen, darunter viele Politiker und begrüßten als Gast Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Der oberste Verkehrsplaner der Bundesrepublik kam mit den Hamburger Bundestagsabgeordneten Weinberg und Fischer, beide CDU.

Die Initiative nutzte die kleine Demo, um über den SPD-Senat zu schimpfen. Dieser hatte zuletzt die so genannte ‚Ortsumgehung‘ im Gegensatz zu den Nachbarn aus Schleswig-Holstein nicht für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet (Nachtrag: SH hat auf seinem Gebiet eine Umgehung der B431 durch Wedel angemeldet). Anwohner schilderten die Situation vor Ort, berichteten von Unfällen, Lärm, Umweltbelastung, während in unmittelbarer Nähe PKWs und LKWs das “Nadelöhr” passierten. Seit Jahren hatte man ihnen versprochen, sich um den jetzt noch zunehmenden Verkehr zu kümmern. Eine wesentliche Forderung: Der „Canyon“, die Tempo-80-Schnellstraße, die bereits in einem Teilstück besteht, soll nach Ansicht der Initiative verlängert werden und so zu einer Verkehrsberuhigung beitragen.

Als Minister Ramsauer kam, hielt Christian Kohler, nach Angaben den Moderators “die Dachmarke der Verkehrsberuhigung im Hamburger Westen” eine Rede und führte eine kleine Präsentation vor. Dafür habe man noch in den nächsten anderthalb Jahre im Bundestag Zeit, ergänzte Fischer mti Blick auf den Bundesverkehrswegeplan. „Kämpfen sie weiter“, appellierte der Altonaer Bundestagsabgeordnete Marcus Weinberg an die Gäste. Es kam der große und hoffnungsvoll erwartete Auftritt des Verkehrsministers.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer verwies darauf, dass eine Anmeldung aus Hamburg vorliegen müsse. Vorher seien seinem Ministerium die Hände gebunden. Ramsauer machte keine Zusagen. Vielmehr deutete auch er darauf hin, dass es zu dem Thema auch Kontroversen gäbe. Dennoch machte er Hoffnung, dass das Thema nicht an ihm scheitern werde.

Den vollständigen Auftritt des Ministers beim Termin der Bürgerinitiative hören Sie in unserem nachfolgenden Audio-Beitrag.

6 KOMMENTARE / LESERBRIEFE

  1. Man muss sich wirklich fragen, wie naiv diese BI sein konnte zu glauben, dass der Verkehrsminister Dr. Ramsauer sich auch nur annährend verbindlich für oder gegen diesen unsinnigen Weiterbau der B431 äußern würde. Daher waren seine Worte auch sehr mit Bedacht gewählt. Weshalb die BI diesen Besuch in anderen Medien trotzdem noch als Erfolg für sich verbuchen kann, bleibt mir ein Rätsel, eher das Gegenteil ist m.M. der Fall. Wäre nicht Bundestagswahlkampf, würde sich Herr Ramsauer sicher nicht dazu herblassen, so eine Veranstaltung zu besuchen.

  2. Es gibt keinen zunehmenden Verkehr zwischen Rissen und Wedel. Hier wird seit Monaten eine Drohkulisse von der Bürgerinitiative „Verkehrsberuhigung im Hamburger Westen“ aufgebaut. Die jährlich erhobenen Verkehrszahlen können der Drucksache 20/7140 der Hamburger Bürgerschaft über den folgenden Link entnommen werden:
    https://www.buergerschaft-hh.de/Parldok/tcl/PDDocView.tcl?mode=show&dokid=39985&page=2

    Verkehrsberuhigung erreicht man nicht durch Bauen neuer Straßen. Diese ziehen den Verkehr an und produzieren in der Folge nur noch mehr Verkehr. Wer Verkehrsberuhigung will, muss auf Alternativen zum Auto setzen. Hierzu zählen der Ausbau des ÖPNV, das Bauen von P+R Parkplätzen und die Förderung des Fahrradverkehrs. Andere europäische Städte sind hier schon viel weiter, Schauen wir doch mal nach Kopenhagen.

    Das als „Rissener Ortsumgehung“ bezeichnete Verkehrsprojekt ist gar keine Ortsumgehung sondern eine Schnellstraße, die beidseitig eng an Rissener Wohngebieten verläuft. Hier wird versucht, den ungeliebten Verkehr jemandem anderen vor die Türe zu kippen. Und das Ganze wird unter dem Deckmantel der Verkehrsberuhigung verkauft. Wenn das kein Schildbürgerstreich ist.

    Das der Hamburger Senat diesen Bebauungsplan nicht erneut für den Bundesverkehrswegeplan 2015 angemeldet hat, ist nicht zuletzt den strengeren Richtlinien von Herrn Ramsauers Behörde geschuldet. Danach hat Instandhaltung Vorrang vor Neubau. Und bei Neubauprojekten geht es um „Engpassbeseitigung in hoch belasteten Räumen“.
    Hierzu zählt in Hamburg z. B. die Hafenquerspange, die wirtschaftlich eine große Bedeutung für Hamburg hat. Konzentrieren wir uns also doch bitte auf die für uns alle wichtigen Projekte.

    P.S.: Auch Schleswig-Holstein hat die „Ortsumgehung Rissen“ nicht angemeldet! Das wurde im Artikel falsch dargestellt.

  3. Moin, was will der Mensch aus Bayern bei uns im Norden erreichen? Er hat doch mittlerweile den Großteil seiner finanziellen Möglichkeiten in Bayern investiert. Der Norden geht im doch eigentlich am A….. vorbei. Der Typ hat doch von uns im Norden keine Ahnung welche Probleme hier vorhanden sind. Soll er doch auf ’ner bayrischen Alm seinen Lebensabend verbringen. Es irritiert mich eigentlich immer wieder, was diese CSU Leute in der bundesdeutschen Politk zu suchen haben, sorry!

Antwort hinterlassen