Altona / Altona-Altstadt. „Mehr Tun für Jugendliche und Junge Erwachsene in Altona-Altstadt“, das fordert ein von der Bezirksversammlung Altona beschlossener Antrag.

Nach den Auseinandersetzungen rund um den August-Lüttgens-Park (die Polizei nannte die Gegend zur Verwunderung vieler Anwohner „Stolperviertel“)  hatten sich auf Vermittlung der Türkischen Gemeinde Bezirkspolitiker mit dem Jugendamt, der örtlichen Polizei, Eltern und betroffenen Jugendlichen getroffen. Einige erste Ergebnisse: Ein Straßensozialarbeiter soll kommen, über einen Workshop soll ein neuer Treffpunkt für die Anwohner ermittelt werden, mehr Angebote für Berufsberatung, Familienberatung oder Wohnungssuche sollen geschaffen werden.

Die Ereignisse wurden auf verschiedenen Gesprächsebenen aufgearbeitet und entsprechende Vorschläge sollen nun umgesetzt werden. Unabhängig davon sei durch diese Vorfälle deutlich geworden, dass in dem Quartier Angebote für Jugendliche und Jungerwachsene fehlen, so die Begründung. Der Beschluss wurde einstimmig gefällt. Aus welchen Töpfen das Geld kommen wird, ist noch unklar. Falls Mittel der Jugendhilfe in Altona nicht ausreichen, soll die städtische Sozialbehörde einspringen.

Der Beschluss der BV vom 22.8.2013:

1. Die Bezirksversammlung unterstützt das Bezirksamt weiterhin bei der Suche nach einem geeigneten Treffpunkt für die genannte Anwohnergruppe im Bereich des August-Lütgens-Park. Die Mitbenutzung von vorhandenen Einrichtungen der Jugendhilfe sollte dabei nachrangig geprüft werden.2. Zu diesem Zweck wird das Bezirksamt beauftragt, in einem niedrigschwelligen Workshop-Verfahren zusammen mit den Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Eltern des Quartiers den Standort, das Raumprogramm und die Nutzungsmodalitäten eines geeigneten Treffpunktes zu erarbeiten.3. Für die Übergangszeit wird das Bezirksamt gebeten, die Mitbenutzung von Räumlichkeiten bestehender Einrichtungen weiterhin zu ermöglichen.4. Parallel zum Raumangebot müssen auch geeignete Betreuungs- und Hilfsangebote etwa im Bereich Berufsberatung, Familienberatung oder Wohnungssuche vermittelt werden. Hierfür wird zunächst für ein Jahr befristet ein Straßensozialarbeiter zusätzlich zu den Mitarbeitern der bezirklichen Straßensozialarbeit im Viertel tätig werden. Dieser ist so auszuwählen, dass eine Akzeptanz durch die jungen Menschen im Quartier als wahrscheinlich anzunehmen ist.5. Das Bezirksamt wird um Prüfung gebeten, ob eine Anbindung des Straßensozialarbeiters an die Türkische Gemeinde Hamburg die Arbeit mit den Jungerwachsenen erleichtern würde.6. Das Bezirksamt möge prüfen, wie und in welchem Rahmen in Altona-Altstadt eine Praktikums- und Ausbildungsplatzbörse veranstaltet werden kann, bei der Unternehmen aus Altona-Altstadt ihre Ausbildungs- und Praktikumsangebote den Jugendlichen im Stadtteil präsentieren und Kontakte herstellen können. Dem Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Sicherheit ist dazu zu berichten.7. Sollte eine Finanzierung aus den dem Bezirk zur Verfügung stehenden Jugendplanmitteln nicht möglich sein, wird die BASFI gebeten, zunächst befristet auf ein Jahr entsprechende Mehrbedarfe zu finanzieren.

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