Hamburg / Altona. Zehntausende Altonaer und Hamburger haben durch mehrere Demonstrationen ihre Solidarität mit in Hamburg lebenden Flüchtlingen zum Ausdruck gebracht. Nahezu täglich kommt es zu entsprechenden Aktionen. Zu den weit überwiegend friedlichen Protesten hatten über hundert Vereine und Institutionen in den letzten Tagen aufgerufen.

Nach einem Heimspiel des FC St. Pauli zogen etwa 5.000-10.000 Unterstützer vom Stadion bis vor die St. Pauli Kirche. Etwa tausend Teilnehmer versammelten sich am Wochenende in der Sternschanze. Zwischenzeitlich wurden immer mehr nationale Medien auf Proteste gegen die Flüchtlingspolitik in der EU und der Bundesrepublik aufmerksam. Viele Teilnehmer aus der Hansestadt äußerten ihren Unmut über die gegenwärtige Flüchtlingspolitik und Regelungen im Dublin-II-Abkommen, während eine Reform auf EU-Ebene parallel scheiterte. Die Welle von Flüchtlingen, die aus vielen Orten kommen, insbesondere auch über die italienische Insel Lampedusa, reißt nicht ab.

In Altona wird den Flüchtlingen durch eine beispielhafte Aktion einzelner Kirchengemeinden eine Zuflucht und Überwinterung ermöglicht. Den Weg für die Aufstellung von über 30 beheizten Containern machte das Lokalparlament auf Antrag einiger Kirchengemeinden in Altona frei. Unklar ist juristisch nach wie vor, wie viele der 300 Flüchtlinge dauerhaft in Hamburg bleiben können. Einige Bürger fordern ein pauschales Bleiberecht für die Flüchtlinge andere eine individuelle Entscheidung auf Basis des persönlichen Schicksals der Betroffenen.

Für kommenden Samstag, 2. November, haben zahlreiche weitere Vereine und Institutionen zu einer Großdemonstration um 14:00 Uhr am Hauptbahnhof aufgerufen. Für Mittwoch, 6. November, 18:30 Uhr, wurde zu einer Schweigeminute und Gedenken an die auf der Flucht gestorbenen Menschen auf dem Rathausmarkt aufgerufen.

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