Eindruck aus Blankenese - gegen 18:10 Uhr am 6. Dezember gingen die Pegelstände der letzten von drei Sturmfluten zurück.
Eindruck aus Blankenese – gegen 18:10 Uhr am 6. Dezember gingen die Pegelstände der letzten von drei Sturmfluten zurück.

Hamburg / Altona. Die letzte amtliche Warnung ging von „schweren Sturmböen“ mit Windgeschwindigkeiten um 90km/h bis Freitag, 6. Dezember um 18:00 Uhr aus. Am Donnerstag war es zu orkanartiken Böen in Hamburg mit Windgeschwindigkeiten um 110km/h gekommen. Vom Westen her zogen am Nachmittag schwere Gewitter auf. „Orkanböen mit Geschwindigkeiten über 120 km/h (33m/s, 64kn, Bft 12)“ waren angekündigt. Die Hamburger Schulbehörde gab für Freitag, 6. Dezember, in Gesamt-Hamburg schulfrei. Nach der ersten Sturmflut am Donnerstag war am Freitagfrüh eine “sehr schwere Sturmflut” mit 6,50 über NN war um 6:27 Uhr erwartet worden. Der Scheitelpunkt war dann gegen 7:30 Uhr bei 6,10m über NN erreicht. Die Pegelstände sind mit der Ebbe zurückgegangen und kamen am Abend gegen 18 Uhr wieder. Jetzt wurde ein Wasserstand von etwa 5m über NN erwartet, so die letzte Sturmflut-Warnung. Gegen 19:00 besserte sich dann die Lage am Nikolausabend und alles war überstanden. Es war die zweitschwerste Sturmflut in Hamburg seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, so die Hamburger Innenbehörde.

Mitarbeiter von Hamburg Wasser beobachten die sehr schwere Sturmflut am Freitagmorgen gegen 6:30 Uhr am Fischmarkt.
Mitarbeiter von Hamburg Wasser beobachten die sehr schwere Sturmflut am Freitagmorgen gegen 6:30 Uhr am Fischmarkt.

Berichterstattung 6. Dezember 2013, 5:00 Uhr

Sehr schwere Sturmflut mit Pegeln 6,5m über NN erwartet

Der Deutsche Wetterdienst warnt weiter vor Orkanböen und zusätzlich vor überfrierender Nässe aufgrund von Schneefall für Hamburg. Die Behörden erhöhten ihre Warnmeldung, die ohnehin bereits eine „sehr schwere Sturmflut“ vorsah. Gegen 6:00 Uhr wird ein Hochwasserstand von 6,5m über NN (ursprünglich 5,8m) erwartet. Dies ist rechnerisch mehr als bei der Sturmflut 1962, die Hamburger Deiche sind heute aber von 7,5m über NN bis 9,25m über NN ausgelegt, berichtete die BSU am Vortrag. Niedriggelegene Gebiete am Elbufer sind zu verlassen (!) melden die Behörden. Teile des Hafens sowie die Straßen in Neumühlen und die Große Elbstraße wurden gesperrt. Es wird derzeit ein Nord-West-Wind erwartet der offenbar mehr Wasser in das Hafengebiet bringt.

Update, 5:51 Uhr

Am nördlichen Elbufer seien folgende Straßen überflutungsgefährdet, meldete die Hamburger Innenbehörde:

Parkplatz Neumühlen ab NN + 2,90 m
Parkplatz Rissener Ufer ab NN + 3,10 m
Campingplatz Falkensteiner Ufer ab NN + 3,50 m
Fischauktionshalle ab NN + 3,50 m
Große Elbstraße / Höhe Fischauktionshalle ab NN + 4,40 m
Elbchaussee / Teufelsbrück ab NN + 4,50 m
Neumühlen ab NN + 4,60 m
Teile der Großen Elbstraße ab NN + 5,00 m
Falkensteiner Ufer / Rissener Ufer ab NN + 5,05 m.

Update, 7:45 Uhr

Die höchten Stände waren gegen 6:30 Uhr erreicht. Am Fischmarkt in der Altstadt wurde das Schleusentor unterspült. In Teufelsbrück ist die Elbchaussee seit 6:00 Uhr gesperrt. Das Wasser trat in Teufelsbrück über die Straße über. Tiefgelegene Teile des Jenischparks liefen voll. Bildet sich hier vielleicht der „Jenischsee?“ Am Blankeneser Elbstrand musste Anwohner-Keller leergepumt werden – hier war der Pegelstand besonders hoch. Auf den Straßen liegt überall Geröll, Äste und Zweige.

Der Deutsche Wetterdienst hat seine Warnung bislang nicht verlängert. Soweit gilt die Unwetter-Warnung bis 10:00 Uhr. Die Hamburger Feuerwehr schreibt in ihrem bislang 10. Report von 1.300 Einsätzen in der Hansestadt, davon 430 wegen Xaver. Die Behörden warnen davor Wälder und Parks zu betreten. Der Scheitelpunkt liegt derzeit bei 6,10 über NN.

Update, 8:25 Uhr

Die FHH hat die Warnung für PLZ 22767 aufgehoben.

Update, 10:35 Uhr

Der Deutsche Wetterdienst warnt jetzt nicht mehr vor Orkanen, aber schweren Sturmböen, die bis Freitag 18:00 Uhr auftreten können. „Es treten schwere Sturmböen mit Geschwindigkeiten um 90 km/h (25m/s, 48kn, Bft 10) aus nordwestlicher Richtung auf. ACHTUNG! Hinweis auf mögliche Gefahren: Vereinzelt können zum Beispiel Bäume entwurzelt und Dächer beschädigt werden. Achten Sie besonders auf herabstürzende Äste, Dachziegel oder Gegenstände“, so der DWD in einer Mitteilung. Weiterhin werde auch mit Schneeglätte gerechnet.

Update, 11:30 Uhr

Die Feuerwehr verzeichnet zur Stunde 602 Einsätze u.a. sei in der Nacht um 21:09 Uhr in der Straße Wulfsdal (Blankenese) ein 30-Meter hoher Baum auf ein Haus gefallen. In Alt-Osdorf 7 Groß Flottbek drohte in der Nähe der S-Bahn-Station Flottbek gegen 7:55 Uhr ein Baum auf die Gleise zu fallen. Der Baum wurde beseitigt, so die Feuerwehr.

Zweithöchste Sturmflut für Hamburg – Neue Warnung

Update, 12:25 Uhr

Bei Altonas Nachbarn im Westen des Hamburger Westens, in Wedel, ist der wohl dickste Baum dem Sturm zum Opfer gefallen. Die sogenannte „Schwarze Margarethe“, eine ehemals vierstämmige Buche am Hauenweg war schon befallen und ist jetzt umgefallen. Innensenator Neumann dankte unterdessen den Einsatzkräften in Hamburg und sprach von der bisher zweithöchsten Sturmflut in der Geschichte Hamburg mit einem bisher maximalen Pegelstand von 6,09m über NN um 6:15 Uhr in St. Pauli. „Zu jedem Zeitpunkt waren die Einsatzkräfte einsatzbereit und haben Großartiges für unsere Stadt geleistet“, sagte Hamburgs Innensenator Michael Neumann. „Der hohe Ausbildungsstand, die geübten Verfahren und Abläufe zwischen dem Zentralen Katastrophendienst (ZKD) der Behörde für Inneres und Sport, den Bezirken, unserer Polizei, der Berufsfeuerwehr, den Freiwilligen Feuerwehren, den Hilfsorganisationen, dem Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer, der Hamburg Port Authority, dem Flughafen und allen anderen Beteiligten wie beispielsweise der Bundeswehr haben sich mehr als bewährt.“

Update, 12:35 Uhr

Es gibt eine neue Sturmflut-Warnung für Freitag, 6. Dezember, 19:02 Uhr. Erwartete Wasserstände 5m über NN, so die Hamburger Behörden.

Update, 14:35 Uhr

Die Sturmflutwarnung wurde vorgezogen auf 18:00 Uhr und gilt ab dann. Fahrzeuge in den niedriggelegenen Bereichen der Elbvororte sollen weggefahren werden.

Update, 18:10 Uhr

Der DWD hat die Unwetterwarnung nicht verlängert. Die Lage beruhigt sich schnell. Der Scheitelpunkt in Blankenese ist nach eigenen Beobachtungen gegen 18:10 Uhr erreicht. Das Wasser am überspülten Elbstrand geht schon wieder zurück. Auch am Fischmarkt gibt es sinkende Pegelstände nach zuvor 5,10m über NN. Es ist glatt auf den Straßen. Viele interessierte Bürger haben sich auf den Weg gemacht, um die Sturmflut mit eigenen Augen zu sehen. Wir sehen Hunde, die Stöcker aus dem Wasser ziehen. Eltern zeigen ihren Kinder das Hochwasser. Unsere letzten Eindrücke haben wir in der Bildergalerie ergänzt und schließen hiermit die Berichterstattung zu Xaver.

20:08: Die Stadt Hamburg hat die Warnungen aufgehoben.

Unseren Leserinnen und Leser und allen, die unseren Einsatz verfolgt haben wünschen wir einen schönen weiteren Nikolaus!

Eindrücke von XAVER in Hamburg-Altona in unserer Bildergalerie.

Hier der Überblick über unsere bisherige Berichterstattung am Donnerstag, 5.12.2013 ab 10:00 Uhr:

Am Fischmarkt ging das Wasser gegen 20:00 Uhr wieder und mit dem Niedrigwasser wieder zurück. Am Freitagmorgen gegen 6:00 Uhr wird eine neue Sturmflut erwartet.
Am Fischmarkt ging das Wasser gegen 20:00 Uhr mit dem Niedrigwasser zurück. Am Freitagmorgen gegen 6:00 Uhr wird eine neue Sturmflut erwartet.


Hamburger Behörden geben Hinweise

Mit einer Überschwemmung im Zuge der erwarteten, sogenannten „Sturmflut“ (hier ein Hintergrundbeitrag zu den Begriffen) ist am Fischmarkt, Oevelgönne und am Elbstrand in Blankenese zu rechnen. Grundschulkinder und Jugendliche bis Jahrgangsstufe 10 können aus den Schulen wieder abgeholt werden bzw. nach Hause gehen – eine Betreuung sei aber auch so sichergestellt. Sicherheitshalber bleiben auch die Hamburger Weihnachtsmärkte geschlossen. Das Bezirksamt Altona sagte eine Fahrradversteigerung ab, da die Räder nicht mehr sicher transportiert werden könnten. Man solle Wälder, etwa den Klövensteen, zunächst nicht betreten bis Entwarnung gegeben sei.

Update, 12:18 Uhr

Aktuelle Stände und Wasserstandsvorhersagen können beim Bundesamt für Seefahrt und Hydrographie eingesehen werden. Demnach seien für Donnerstag in St. Pauli und in Blankenese Pegelstände bis zu +2m für Freitagfrüh bereits +3,5m über dem mittleren Hoch- bzw. Niedrigwasser zu erwarten. Entsprechend meldete das KatWarn-System der FHH gegen 12:00 Uhr offiziell eine Sturmflut für Hamburg gegen 18:11 Uhr am Donnerstag. Man solle niedriggelegene Gebiete meiden, heißt es in der Warnung.

Update, 15:42 Uhr

FHH: „Hamburgs Deiche gut gerüstet“

Die Stadt Hamburg übt sich in einer aktuellen Mitteilung ein wenig in Aufklärung der vielen Daten und Berichte rund um „XAVER“: „In der kommenden Nacht auf Freitag, den 6. Dezember, wird in Hamburg eine schwere Sturmflut erwartet. Nach aktuellen Prognosen kann morgen früh am Pegel St. Pauli mit einem Morgenhochwasser (6:27 Uhr) von 4 m über den mittleren Hochwasser gerechnet werden, das sind NN +.6,10 m. Immer wieder wird in diesem Zusammenhang an die Sturmflut 1962 erinnert, die einen Wasserstand von NN + 5,70 m auf St. Pauli erreichte und in Teilen der Stadt eine Katastrophe auslöste. Die Deiche waren damals nur 5,70 m hoch, hatten sehr viel steilere Böschungen als heute und waren in einem schlechten Zustand“, so die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt.

Seit 1962 würden die Deiche in Hamburg im Schnitt um 2 Meter erhöht. Die heutigen Hochwasserschutzanlagen hätten Höhen zwischen NN +7,50 m bis NN +9,25 m. Alle Anlagen befänden sich in gutem Zustand und würden zweimal im Jahr im Rahmen von Deichschauen überprüft, erkannte Schäden würden dann umgehend beseitigt. Auch im Bereich von Baustellen, wie z.B. der Hochwasserschutzanlage am Niederhafen, sei der Hochwasserschutz seit Beginn der Sturmflutsaison (15. September bis 31. März) sichergestellt, so die Behörde abschließend.

Update, 17:19 Uhr

Die Elbchaussee bei Teufelsbrück in Nienstedten könnte bald gesperrt werden. Die Schulbehörde bestätigte: Am Freitag fällt in ganz Hamburg die Schule aus. Die Windgeschwindigkeiten haben im Hamburger Westen unterdessen stark zugenommen.

Update, 18:30 Uhr

Der Fischmarkt in Altona-Altstadt steht unter Wasser.

Update, 19:00 Uhr

Der Deutsche Wetterdienst hat die Warnung bis Freitag 10 Uhr verlängert. Die Feuerwehr verzeichnet bis zur Stunde 100 Einsätze wegen ‚Xaver‘, davon 87 wegen Bäumen, die umzufallen drohten.

Update, 19:30 Uhr

Die Straßen bei Neumühlen sind gesperrt.

Update, 20:50 Uhr

Das Wasser am Fischmarkt ist mit der Tide wieder zurückgegangen, während der Orkan anhält. Es kommt weiter zu Graupelschauern mit kalten Winden. Das Warnsystem Katwarn hob die Warnung vom Nachmittag (PLZ 22767) wieder auf. Die Feuerwehr verzeichnete bis 20 Uhr insgesamt 130 Einsätze.

Update, 22:00 Uhr

Hohe Wellen am Elbstrand bei Oevelgönne, der einem Meeresstrand gleicht. Lautsprecherwagen vom DLRG fahren hier und machen die Bewohner und Schaulustige auf die Gefahren, insbesondere die wahrscheinlich viel stärkere Flut gegen 6:00 Uhr morgens aufmerksam. Die Hamburger Feuerwehr verzeichnet eine deutliche Zunahme von Einsätzen. Zur Stunde sind es 265 Einsätze, davon 243 wegen ‚Droht zu fallen‘, 17 ‚Wasser‘ und 5 ‚Sonstige‘.

Update, 23:20

Auf der Elbchaussee Höhe Elblounge drohte ein Baum auf die Straße zu fassen. Feuerwehr und Polizei waren mit einem Duzend Mann im Einsatz, wie an vielen weiteren Stellen. Die vorübergehende Ruhe täuscht darüber hinweg, dass es immer wieder Böen gibt mit teils heftigen Graupel bzw. Schneeschauern. Im Blankeneser Treppenviertel ist es sehr ruhig. Entlang des Standweges überall Holz auf der Straße von der ersten Überschwemmung. Gegen 6:00 Uhr rechnen die Behörden mit einem noch höheren Pegelstand als am Donnerstagabend. Eine „sehr schwere Sturmflut“ mit 5,8m über NN wird um 6:27 Uhr erwartet, vermeldete das behördliche Katwarn-System um 23:36 Uhr.

 

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