Oberbaudirektor Walter und Bausenatorin Blankau bei der Vorstellung vor der LPK.
Oberbaudirektor Walter und Bausenatorin Blankau bei der Vorstellung vor der LPK.

Hamburg / Altona. Stadtentwicklungssenatorin Jutta Blankau und Oberbaudirektor Jörn Walter haben am Dienstag den städtebaulichen Vertrag, der seit etwa zwei Jahren verhandelt wird, anlässlich einer Pressekonferenz vorgestellt. Der weitere Bauabschnitt und die Vorlage der “Untersuchung” der Deutschen Bahn AG lassen auf sich warten. Am Montag wiederholte Bezirksamtsleiterin Dr. Liane Melzer Forderungen des Bezirks nach direkten Gesprächen zwischen Olaf Scholz und Bahnchef Rüdiger Grube über die Frage des Bahnhofsumzugs. Ursprünglich sollten die Abwendungsvereinbarungen, wie auch in einem “Letter of Intent”, der Eckpunktevereinbarung, vorgesehen, zwischen allen Eigentümern des gesamten Gebietes – d.h. auch der DB AG – geschlossen werden. Nun musste man sich mit der vorerst kleinen Lösung begnügen.

Mit Vorlage dieser Planungen wird deutlich, welche Gegenleistungen die Stadt für die Bodenwertsteigerung aus dem betroffenen Gebiet erhält. Die so abgeschöpften Mittel sollen dann zum Beispiel in die Infrastruktur fließen. Altlastensanierungen sind ebenfalls vorzunehmen. Details regelt der Vertrag. Mit der Baumaßnahme könne dann nach Unterschrift und Abschluss des zugehörigen Bebauungsplanverfahrens Altona-Nord 26 im Herbst begonnen werden, so Blankau.


47,85 Mio Euro Entschädigung für Bodenwertsteigerung – 600 Euro/m2 kostet der Grund für Baugemeinschaften – Unterzeichnung für Mitte 2014 geplant – 1.600 neue Wohnungen – keine Entscheidung der DB AG in 2013

Der Senat hat sich mit den Grundeigentümern des ersten, vorgezogen Planungsabschnitts geeinigt. Die Eigentümer sicherten der Stadt als Entschädigung für die politisch gewollte Bodenwertsteigerung 47,85 Mio Euro zu, die in einem städtebaulichen Vertrag vereinbart werden sollen. Weiterhin sichern die Eigentümer (ECE, aurelis und das Konsortium 112. Panta, bestehend aus Behrendt Wohnungsbau, Harmonia Immobilien, Fraaatz Bauunternehmen und ECE) den sogenannten ‚Drittelmix‘ zu und veräußern entsprechende Flächen dafür an die SAGA, den Altonaer Spar- und Bauverein sowie den Bauverein der Elbgemeinden (BVE). Hieraus sollen dann etwa 530 Sozialwohnungen entstehen, bestätigte die Bausenatorin auf Nachfrage.

20 Prozent der insgesamt zu errichtenden Geschossfläche werde weiterhin an Baugemeinschaften vergeben, die den Grund- und Boden für 600 Euro/m² kaufen können sollen. Ein 2,7 ha großer Park wird errichtet. Der kritische Lärmschutz, etwa direkt an den Bahngleisen, geht zu Lasten der Eigentümer. Für die eigentlich geplante Schule gibt es eine gesonderte Vereinbarung. Den Eigentümern wird von der FHH für ein Jahr das Recht eingeräumt, die Schule auf eigene Kosten zu bauen, so Oberbaudirektor Walter bei der Landespressekonferenz.

Die Vereinbarung mit o.g. Maßnahmen ist jedoch noch nicht unterzeichnet und lediglich eine Verlautbarung der Baubehörde. Der Senat hat am Montag beschlossen – am Freitag wurde die Absichtserklärung unterschrieben (PDF), nicht jedoch dieser städtebauliche Vertrag selbst. Wartet man noch auf die Deutsche Bahn AG als Mitzeichner? Dazu sagten die Vertreter der Stadt Hamburg auf mehrmalige Nachfrage wenig. Man wolle erst eine Veranstaltungsreihe durchführen und mit einer Unterzeichnung sei nicht vor Mitte 2014 zu rechnen. Es werde es zu dem Bebaungsplanverfahren Altona-Nord 26 am 16. Januar eine öffentliche Veranstaltung parallel zu der Auslage des B-Plans geben, gefolgt von weiteren am 21.01., 28.01. und 06.02., bevor dieser B-Plan dann Mitte Februar stehen soll. Dann soll auch das Infozentrum in der Harkortstraße schließen.

Auf Rückfrage von ALTONA.INFO im Anschluss an die LPK schließt DB-Sprecher Meyer-Lovis eine Vorstellung der Ergebnisse der ‚offenen Untersuchung‘ zum Bahnhofsumzug für dieses Jahr aus. Jedwelche Vereinbarung zwischen der Bahn und der FHH bestehte seit Auflösung der Eckpunktevereinbarung, die Grundlage für den städtebaulichen Wettbewerb war, nicht. Sollte sich die DB AG für einen Bahnhofsumzug und die Bebauung des Geländes entscheiden, wären Themen, wie die Vermeidung von Lärm, die Gestaltung eines großen Parks und zuletzt die Schaffung von viel mehr Wohnraum möglich. Erst dann ginge es auch um die Mitte Altonas.

Wir stellten Oberbaudirektor Walter und Senatorin Blankau mehrere Fragen bei der LPK –  auch zum Umgang mit der DB AG. Den Audiobeitrag aus der Landespressekonferenz stellen wir hier zur Verfügung:

Eigentümer und FHH haben sich geeinigt. Hier bei einem Rundgang Anfang 2012 auf dem Gelände der Mitte Altona.
Eigentümer und FHH haben sich geeinigt. Hier bei einem Rundgang Anfang 2012 auf dem Gelände der Mitte Altona (Archivbild).

1 KOMMENTAR / LESERBRIEF

  1. Positiv: Endlich geht hier mal etwas voran.
    Warum aber alle denken, dass in das schöne neue Wohngebiet nur Fahrradfahrer ziehen und 4 Stellplätze für 10 Wohnungen ausreichend sind verstehe ich nicht. Jetzt ist jeder Platz in Altona Nord am Abend belegt. Zukünftig werden hier Parkplätze fehlen, aber das hat später keiner kommen sehen. Als wenn nicht jemand der für schlappe 400000 € eine Wohnung kauft nicht auch wenigstens 2 Auto´s mitbringt. Die Generation Smartphone mit dem Hang Carsharing zu nutzen wird diese Wohnung jedenfalls nicht kaufen. Aber vielleicht klappen die Ideen ja auch …

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