ElbmarschenHamburg. Jetzt ist bald ‚Butter bei die Fische‘: Der Koordinationskreis für die Einrichtung eines UNESCO Biosphärengebietes “Hamburgische Elblandschaft“ hat nach eigener Aussage „schneller als erwartet“ eine Beschlussvorlage (PDF) zum Thema verabschiedet. Der Koordinationskreis aus verschiedensten Vertretern aus Naturschutz, Landwirtschaft, Flächennutzern, Politik sowie sonstigen Vereinen und hatte insgesamt viermal getagt. Alle relevanten Hamburger Interessengruppen seien nunmehr aufgerufen die Beschlussvorlage in ihren Gremien für das Antragsverfahren bei der UNESCO zu beraten. Bis September 2014 sollen sie Stellung beziehen.

Rund 30.000 ha entlang der Elbe sollen in das UNESCO-Programm „Der Mensch und seine Biosphäre“ aufgenommen  werden. Das vorgeschlagene Gebiet umfasst die gesamte Elblandschaft in Hamburg mit den Vordeichflächen, den eingedeichten Marschen, großen Teilen des Geesthanges, sowie anschließende Flächen auf der Geest in Rissen-Sülldorf-Blankenese, den Harburger Bergen und in Billstedt. Das Gebiet würde sich auf vier der sieben Bezirke verteilen: der größte Teil entfiele auf den Bezirk Bergedorf (13295 Hektar), danach folgen Harburg (8495 Hektar), Hamburg-Mitte (5130 Hektar) und Altona (3160 Hektar). Möglich wäre auch die Einbeziehung von Flächen in Schleswig-Holstein (Kreise Herzogtum Lauenburg und Pinneberg) sowie in Niedersachsen (Kreise Stade und Harburg). Aktuell gibt es 599 von der UNESCO anerkannte Biosphärengebiete in 117 Staaten. 15 davon liegen in Deutschland, soviel zum Hintergrund.

Die Unterzeichner befürworten jetzt die Schaffung eines ‚Biosphärengebietes und dessen Anmeldung bei der UNESCO. Sie fordern Bürgerschaft und Senat auf, sich diesem Votum anzuschließen und 2015 die entsprechenden Schritte einzuleiten. Laut dem Papier soll „das Gebiet eine Modellregion der nachhaltigen Regionalentwicklung werden, in der durch freiwillige Kooperation der Akteure das Ansehen der Region gestärkt, ökologische Standards verbessert, neue ökonomische Perspektiven erschlossen, die Eigenart des Gebietes bewahrt und mehr Teilhabe des Einzelnen ermöglicht werden“, so die Mitteilung.

Neben der Flächenregelung des Biosphärengebiets schlagen die Unterstützer des Beschlusses vor, Verwaltungsstrukturen und Finanzmittel der hamburgischen Verwaltung so zuzuschneiden, dass eine optimale Aufgabenwahrnehmung und die bestmögliche Entwicklung der Zonen des Biosphärengebietes garantiert sind. Die Bürgerschaft soll Haushaltsmittel für den Aufbau einer Biosphärengebiets-Verwaltung und – nach Anerkennung durch die UNESCO – für die Aufstellung eines Rahmenkonzeptes innerhalb von drei Jahren unter breiter Beteiligung der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Nach Abstimmung in Parteien, Verbänden und Vereinen könnten dann Ende 2014 die Bezirksversammlungen und die Bürgerschaft die parlamentarischen Schritte zur Anmeldung des Gebietes einleiten.

 

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