So soll das Zeise II Quartier aussehen. Quelle BA Altona / Darstellung LRW-Architekten, Grafik Bloomimages
Stand aus dem Wettbewerb. So in etwa soll das Zeise II Quartier mit leichten Überarbeitungen  aussehen. Quelle BA Altona / Darstellung LRW-Architekten, Grafik Bloomimages

Hamburg. Der Zeiseparkplatz an der Behringstraße / Ecke Friedensallee in Ottensen wird bebaut. Entsprechende Vorgaben wurden im Planungsausschuss der Bezirksversammlung behandelt. Der Vorhabenträger Procom hat Anregungen der Preisgerichts mit  LRW-Architekten umgesetzt. Grundlage für die Planung von etwa 10.000m² Bruttogeschossfläche (BGF) ist der B-Plan Ottensen 49 aus 1997.

Geplant sind nun laut Bezirksamt insgesamt 86 Wohnungen, davon 41 geförderte und 45 frei finanzierte Wohnungen. Wohnraum entsteht mit 7.871 m² BGF, Gewerbe (Läden, nach Infos von ALTONA.INFO z.B. ein Biomarkt) mit etwa 2.680 m² BGF. Es wird sehr hoch: Sieben Geschosse sind dem Entwurf zu entnehmen.

Ein Bauantrag ist für März 2014 angekündigt. Im „Zeise II Quartier“ sollen im Innenhof neben Kinderspiel- und Freizeitflächen auch Ateliers entstehen, ähnlich, wie es in den Zeisehallen bereits der Fall ist.

Insgesamt ca. 200 Parkplätze, auch öffentliches Parken, etwa für das Zeise, soll dort entstehen. Man plane ausschließlich Mietwohnungen, so Procom-Geschäftsführer Barth im Gespräch mit ALTONA.INFO. Er spricht ein Kompliment an Bezirk und Politik aus. Man erlebe trotz Meinungsverschiedenheiten in mancher Angelegenheit bundesweit nicht überall, dass Abstimmungen so „professionell“ laufen.  Im Sommer 2014 wolle man mit dem Bau beginnen, müsse aufgrund von Denkmalschutzauflagen zu den Zeisehallen allerdings auch etwas umfangreicher ‚abfangen‘ und rechne daher mit zwei Jahren Bauzeit. Boutiquen wird es geben. Und Nahversorgung für die Anwohner? Schuhladen oder Friseurgeschäft, das wisse Barth, gäbe es in Ottensen ausreichend.

Der Querschnitt zeigt, es wird hoch. Darstellung: LRW Architekten.
Der Querschnitt zeigt, es wird hoch. Darstellung: LRW Architekten.

14 KOMMENTARE / LESERBRIEFE

  1. Tja, wie das Abendblatt und die Mopp berichten, war das mit den Wohnungen wohl nur eine Wählertäuschung der SPD vor den Bezirkswahlen. Hinter den Kulissen steht schon lange fest: Jetzt wird auf dem Parkplatz stattdessen ein Palast für eine britische Werbeagentur gebaut. Die Politik heuchelt wieder mit der überstrapazierten Arbeitsplatzlüge, obwohl klar ist, dass die Arbeitsplätze der Werbeagentur nur von anderen Hamburger Stadtteilen abgezogen werden. Können die nicht in einen der vielen leer stehenden Prachtbauten ziehen? Auf der einen Seite tut die SPD immer so, als wäre Wohnungsbau ihnen gaaaanz wichtig und rechtfertigt damit die Vertreibung vieler Schrebergärtner (wie jetzt z.B. in Bahrenfeld im Rahmen des A7-Deckels), aber in Wirklichkeit: Geld-regiert-die-Welt. Entlang des A7-Deckels entstehen teure Grundstücke und die Mieten steigen. Und sozialer Wohnungsbau im schicken Medien-Ottensen? War eh zu schön, um wahr zu sein…

    • Welcher Förderungsweg?
      Sofern mit WBS….wie lange gilt die Mietpreisbindung?

      Familengerecht, also viel zu gross und daher für Singles
      und Normalverdiener unerschwinnglich?
      Sind die 50% Zusagen rechtlich verbindlich oder läuft es so wie am Celsiusweg und der Stahtwiete?

      Werden unter ihrer Ägide nicht alle Neubauprojekte durch privatisierte
      und massgeschneiderte Bebaungspläne, Ausnahmegenehmigungen, nach Massgabe einer geheimen Bodenkommision billig verramschte oder gegen Glasperlen eingetauschte Grundstücke in der Summe „öffentlich gefördert?

      Gruss von der Bergspitze.

    • ..stimmt. Allerdings sind auch die vorhandenen Zeisse-Gebäude eine Art „Klötzchenarchitektur“. Trotzdem sollte die Neubebauung einen zeitgemässen Gestaltungswillen erkennen lassen.
      Grundbesitz gehört in öffentliche Hand und sollte via Nutzungsrechten privaten Entwicklern zur Verfügung gestellt werden. Dann sind auch Architektenwettbewerbe möglich

      • Ähm, den hat es doch gegeben. Diese Fläche ist im Eigentum (Anhand gegeben an den Vorhabenträger) der FHH, und wird mit der Auflage 50% geförderter Wohnungsbau und kein Einzelhandel >800 qm verkauft. Die Animation ist das Bild aus dem Wettbewerb und der Preisträger wurde als Überarbeitungsbedarf „mehr Fassadenstruktur und klare architektonische Trennung der Einzelgebäude“ mit auf den Weg gegeben. Was ist Klötzchenarchitektur? Flachdach? Oder fehlende Stuckelemente? Baut man seit vielen Jahrzehnten nicht mehr. Was soll stattdessen stattfinden? Konstruktive Vorschläge sind gern gesehen. Welche Architektur ist gewünscht?

          • Fahr mal nach Berlin, da sieht mitterweile auch jedes zweite Nobelquartier so aus, da kommt auch langsam Würgereiz.

            Zu teuer ist es nicht, es interessiert sich auf Stadt und Investorenseite nur keine Sau für ästhetische Kriterien,und für Architekten ist es viel bequemer und gewinnbringender, das selbe Gruindkonzept immer wieder zu recyceln.

        • Warum baut die Stadt bzw die Saga nicht selber?
          Woraus bestehen die anderen 50%?
          Ist „geförderter“ Wohnraum für Normalmenschen NACHHALTIG ERSCHWINGLICH oder die übliche 0% Sorgenfrei-Finanzierung für
          die stadtbekannten „Investoren“?

          Was is Klötzchenarchitektur?

          Das was man in Data Beckers CAD Programm in einer Stunde zusammenklickt.

          Templatearchitektur hat das mal jemand genannt, austauschbar, an 300 Stellen in Hamburg, Kopenhagen, Paris oder Harsewinkel.

          Ohne jeden erkennbaren Bezug zur Lokalität.

          Dagegen sind selbst die englischen Sozialbauten oder die Banlieues
          charakterstark und Identitätstiftend, weil sie einen klaren Hinweis liefern in welcher Region man sich aufhält.

          Flachdächer sind billig in der Herstellung und extrem teuer im Unterhalt.
          Macht aber nix, in 30 Jahren dann kommt die selbe leier und der Mist wird abgerissen und gegen den letzen Dernier Crie-Schrott aus Architektenkreisen ersetzt..

          Ich möchte fast wetten, Herr Trede, sie wohnen hinter Stuckfassaden und das bestimmt gerne….

          Welche Architektur gewünscht ist?

          Vieleicht eine die diesen Namen wieder verdient .
          Und die Interessen derjenigen berücksichtigt die täglich an dieser Scheisse vorbeilaufen oder darin leben müssen

          Haben „konstruktive Vorschläge“ denn einen nennenswerten Impact?
          Nein, das ist das übliche Schattenboxen eurer Blockpartei.

          Die tollen Siegerentwürfe aus dem „Architekturwettbewerb“ sehen übrigens genauso aus……warum nicht gleich Fertighäuser aus dem
          VEB Plattenbaukombinat „Neue Zeit“….?

      • Grundbesitz gehört in öffentliche Hand und sollte via Nutzungsrechten privaten Entwicklern zur Verfügung gestellt werden…

        Siehst ja was dabei rauskommt…..guck dir mal die „Neue Flora“ an.

        Der angesagte Style der frühen 90ziger….die ehemalige Ausländerbehörde sieht genauson aus.

        Und der edle Gerkan Marg mag sich gar nicht mehr so gerne daran erinnern das er diese Zumutung „gestaltet“ hat

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