Schippt den Schnee in Zukunft hinter den Kulissen: Lars Andersen (GRÜNE Altona)
Schippt den Schnee in Zukunft hinter den Kulissen: Lars Andersen (GRÜNE Altona)

Hamburg / Altona. Nach 20 Jahren Bezirkspolitik wird es Zeit den ‚Jungen Wilden‘ das Feld zu überlassen. Die Feldmarken in Osdorf / Sülldorf gibt Andersen aber natürlich nicht aus der Hand. Wie es um die Bewahrung der Natur stehen kann, auch wenn selbst viele Bürgerinnen und Bürger den Erhalt fordern, das hat der Geschäftsführer der Grünen-Fraktion in Altona am Beispiel des Buchenhofwaldes miterleben müssen. „Vielleicht bin ich auch über die Zeit etwas dünnhäutiger geworden“, schätzt Andersen. Die Naturschutzgebiete, das „Tafelsilber Altonas“, sind ihm ein besonderes Anliegen.  Seit 1982 ist Andersen ein urgrüner Politiker. Er kam über eine Juso-Schülergruppe in die Politik und arbeitet in der Erzbergerstraße in Ottensen, mitten in der Hochburg der Grünen in Altona. Andersen zieht sich jetzt zurück, will aber hinter den Fronten weiter wirken. Als wir erfuhren, dass er nicht nochmal kandidiert, nutzten wir die Gelegenheit für ein Interview.

Wir wollten wissen, was seine Beweggründe für das ‚Aufhören‘ sind und zugleich auch über das Funktionieren von Bezirk und Senat sprechen. Andersen ist bei jedem grünpolitischen Thema in den letzten 20 Jahren dabei gewesen, als es in der Bezirksversammlung Altona, in den vielen Ausschüssen und im Plenum zur Sache ging. „Im Bezirk macht man Politik zum Anfassen“, sagt Lars Andersen im Gespräch mit ALTONA.INFO. Leider werde die Politik zu wenig wahrgenommen, meint er. Kontraproduktiv sei es häufig, wenn die Stadt Hamburg in den Bezirk hineinregiere. Dann schadet dies der lokalen Demokratie mehr als es ihr nützt. „Man kann dem Bezirk mehr zutrauen“, meint Andersen, der Bürgerbegehren für ein sehr sinnvolles Instrument bürgerschaftlichen Engagements hält.

Er warnt: Bei „Wohnungsbau hier, Wohnungsbau dort“ dürfe man nicht vergessen, dass die Menschen auch Grünflächen brauchen. „Grün ist Leben!“, betont Andersen im Interview und spricht dabei von einer lebens- und liebenswerten Stadt. Mit Blick auf die aktuelle Ausrichtung der GRÜNEN fehle es ihm an „Non-Konformismus“. Er fordert radikalere grünpolitische Forderungen, das gehe „den GRÜNEN derzeit etwas ab“. Sollen es die ‚Jungen Wilden‘ richten?, fragen wir zurück. „Auch ältere Leute können reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist“, scherzt Andersen. Er freut sich aber über frischen Wind in der Politik und will „den jungen Leuten ein paar Tipps auf den Weg geben“. Auch beim Thema Naturschutz könne er sich noch einiges vorstellen, so der Grünen-Politiker.

Das Interview, das wir am 27. Januar führten, hören Sie im nachfolgenden Audio-Beitrag:

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