Altona / Altona-Nord. Am Samstag versammelten sich etwa 500-1000 Personen zu einem Trauermarsch in Gedenken an die Verstorbenen des Brandes von Mittwochabend. Fast parallel zu Beginn bestätigten Staatsanwaltschaft und Polizei um 13:00 Uhr, dass ein Kind, das seit kurzer Zeit Mitglied der Jugendfeuerwehr Altona war, die Brandlegung gestanden hatte. Eine Zeugin hatte ihn im Anschluss an die Tat beobachtet. Am Vormittag noch hatte die Polizei gegenüber ALTONA.INFO Medienberichte als ’stimmig‘ bestätigt, wonach es sich um einem 13-jährigen Jungen handeln soll und rassistische wie auch fremdenfeindliche Hintergründe ausgeschlossen.

Der Trauermarsch wurde von zahlreichen Politikern begleitet. Die Menschen brachten zu Beginn ihre Trauer über Reden auf einem Lautsprecherwagen vor und forderten Aufklärung. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Mitteilung noch nicht rumgesprochen. Ruhig und ohne Durchsagen zogen die Trauernden vom S-Bahnhof Sternschanze zur Eimsbütteler Straße 75, wo sich der tragische Tod am Mittwochabend ereignete. Wieder wurden Blumen niedergelegt, Kerzen angezündet. Die Menschen rätselten über die Ursachen. Viele wollen nicht glauben, dass es keine rassistischen oder fremdenfeindlichen Hintergründe gibt. Die Türkische Gemeinde forderte auf der Veranstaltung eine „Lückenlose Aufklärung“.

Ungeachtet des Trauermarsches waren Menschen direkt in die Eimsbüttler Straße gekommen. Viele bleiben auch dort, während der Trauermarsch als Demo mit weniger Teilnehmern weiterging. An der Holstenstraße / Max-Brauer-Allee endete die Demo mit einer Abschlusskundgebung an der noch ca. 250 Personen teilnahmen.

Feuerwehr und Innensenator äußern sich bestürzt

Die Freiwillige Feuerwehr und die Feuerwehr Hamburg äußerten sich bestürzt über die Erkenntnis, dass es gerade ein Mitglied der Jugendfeuerwehr war, das den Brand legte. Für die Feuerwehr Hamburg sei die Tat „unerklärlich“. Das Kind sei erst seit zwei Monaten Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Altona. „Die Feuerwehr Hamburg spricht allen Opfern, Verletzten und Angehörigen ihr tief empfundenes Beileid und Mitgefühl aus und wünscht insbesondere den Verletzten eine baldige und vollständige Genesung. Seitens der Feuerwehr Hamburg wird dieser Vorfall aktiv und uneingeschränkt intern analysiert und aufgearbeitet, um gezielte Rückschlüsse gerade für die sehr erfolgreiche Jugendarbeit, die in den 53 Jugendfeuerwehren der Feuerwehr Hamburg für aktuell über 900 Jungen und Mädchen seit mehr als vier Jahrzehnten tagtäglich praktiziert wird, zu erlangen“, so die Feuerwehr in einer Mitteilung.

Auch Innensenator Neumann äußerte sich darüber wie folgt:  „Die Brandstiftung in der Eimsbütteler Strasse und ihre schrecklichen Folgen, insbesondere der Tod der Mutter und Ihrer beiden Kinder machen mich sehr traurig. Dass offenbar ein 13jähriger, der sich gerade einer Jugendfeuerwehr angeschlossen hatte, den Brand verursacht hat, hat mich mehr als erschrocken und wütend gemacht“, so Neumann. Der Innensenator sei „erschrocken“, weil er sich die Frage stelle, wie gerade ein junger Mensch eine solch schreckliche Tat begehen kann und wütend, „weil unsere Freiwilligen Feuerwehren mit ihren Jugendfeuerwehren tagtäglich Großartiges für die Sicherheit der Hamburgerinnen und Hamburgern leisten“. Er betonte, jetzt nicht die „unersetzliche“ Arbeit der Feuerwehren in Misskredit zu bringen. Die Feuerwehren „verdienen gerade in schweren Zeiten Unterstützung und Solidarität“, so Neumann.

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