Hamburg / Altona.In der Mitte alles inklusive‘ könnte man sagen. Inklusion, Neu-Deutsch für Integration, soll an vielen Orten in dem neuen Gebiet der „Mitte Altona“ mit verschiedenen bautechnischen Vorgaben entstehen. Nach dem Willen der Altonaer Bezirksversammlung, die mit großer Mehrheit einem Forderungspapier zustimmte, soll die „Mitte Altona“ ein zukunftsweisendes Muster-Quartier für Inklusion werden. Eine Initiative der Stiftung Alsterdorf, das ‚Forum Eine Mitte für Alle‘ war von Beginn an von der BSU und der Lokalpolitik in diesem Sinne unterstützt worden und hat Vorschläge erarbeitet. Da man ja ein so genanntes „kooperatives Verfahren“ zwischen Bezirk und Senat zur „Mitte Altona“ vereinbart hat, setzt man jetzt darauf, dass diese Vorschläge auch Bestandteil des städtebaulichen Vertrages werden.

Es gab seltenen Applaus der Abgeordneten nach dem Beschluss, der den Empfehlungen der Arbeitsgruppe „Q8 – Eine Mitte für Alle“ einstimmig bei Enthaltung der FDP folgte. Vor allem öffentliche Zugänge und Wege sollen jetzt barrierefrei gestaltet, eine öffentliche Toilette in der Parkanlage gebaut werden. „Die Eigentümer sollen alle Wohn- und Gewerbeeinrichtungen so ausgestalten, dass ihre Nutzer in allen Lebensphasen Teilhabe ohne Ausgrenzung genießen können, das heißt, alle Bauten sollen rollstuhlgerecht erstellt werden. Die Stadtteilschule wird als inklusives Bildungszentrum entwickelt und für mindestens 300 Kinder soll eine ganztägige Betreuung in inklusiven Kindertageseinrichtungen zur Verfügung stehen“, so der Beschluss.

„Mit diesem Forderungskatalog gehen wir bei der Inklusion voran“, betonte Ilona Schulz-Müller (SPD). Koalitionskollege Christian Trede (GRÜNE): „Die Quartiere sollen so gestaltet werden, dass eine Vielfalt an Menschen – unabhängig von ihren sozialen, gesundheitlichen oder wirtschaftlichen Verhältnissen – selbstverständlich dazu gehören und keiner ausgeschlossen wird“ so Trede. Er wirft noch einen Blick nach vorn und sagt: „Dies wollen wir nicht nur in Mitte-Altona, sondern in Zukunft auch auf dem Kolbenschmidt-Gelände, der Trabrennbahn Bahrenfeld und dem Tucholsky-Quartier beispielhaft umsetzen.“

Ob die hier beschlossenen Vorstellungen jetzt auch tatsächliche Vorgabe für die Bauherren werden, bleibt abzuwarten. Schließlich entscheiden Bürgerschaft und Senat abschließend über die Mitte Altona, nicht mehr der Bezirk. Dem kooperativen Verfahren hatte man nach dem Regierungswechsel selbst zugestimmt, nachdem man zuvor forderte, dass Entscheidungen zu dem wichtigen Baugebiet in Altona selbst getroffen werden sollten. Es bleibt abzuwarten, ob jetzt der städtebauliche Vertrag mit den privaten Eigentümern der Flächen angepasst wird.  Die Bezirksversammlung forderte dazu die städtische Baubehörde per Beschluss auf.

Auszug einiger Forderungen (weitere in der PDF):

„Über die Quote des öffentlich geförderten Wohnungsbaus gemäß Ziffer V hinaus sind die Eigentümer bereit, auf 5 -10% der behördlich für Wohnnutzung genehmigten GF Projekte zur Förderung von Teilhabe/Inklusion zu ermöglichen.“

„An den Quartiersplätzen wird je ein multifunktionaler öffentlicher Nachbarschaftsraum für alle Menschen im Quartier durch die Eigentümer zur Verfügung gestellt.“

„Unter Beteiligung der Öffentlichkeit wird die Stadtteilschule als inklusives Bildungszentrum entwickelt.“

„Die Parteien verpflichten sich, inklusive Kindertageseinrichtungen für eine ganztägige Betreuung von mindestens 300 Kindern herzustellen.“

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