Altona ist entlang der Elbe beim Ein- und Auslaufen von Schiffen besondern betroffen. Immer wieder sind schwarze Rauchwolken zu sehen.
Altona ist entlang der Elbe beim Ein- und Auslaufen von Schiffen besonders betroffen. Immer wieder sind schwarze Rauchwolken zu sehen.

Hamburg. Der NDR hat in einer ‘45-Minuten’-Reportage “Alles Öko auf dem Traumschiff?” einen kritischen Blick auf die Kreuzfahrt-Branche geworfen. Üblicherweise berichtet man an vorderer Stelle wohlwollend über die Branche, etwa bei Schiffstaufen im Hamburger Hafen. Knapp 2 Mio. Deutsche nutzen Kreuzfahrten bereits pro Jahr. Immer mehr Schiffe steuern auch Hamburg an. Manager sprechen bisweilen über eine boomende Branche mit sehr hohen Renditen.

Am Montagabend lief die über ein Jahr erstellte Reportage im späten Abendprogramm des NDR ein. Im Fokus sind Reedereien und Schiffe wie “Aida” (Carnival plc, USA) oder “Mein Schiff” (Tui Cruises, Deutschland) wie auch weitere Kreuzfahrtgesellschaften. Partikelfilter seien nach wie vor nicht vorgeschrieben und würden nur langsam umgesetzt bzw. bei älteren Schiffen nachgerüstet. Mehrere Wissenschaftler nehmen zu unterschiedlichen Zeitpunkten und an verschiedenen Orten Messungen vor und weisen teils erhebliche Umweltbelastung wie auch gesundheitliche Belastung in Nordeuropa, Norddeutschland und Hafenstädten – etwa Venedig – nach.

Zuletzt wurde in Hamburg über Landstrom lediglich für das Altonaer Kreuzfahrtterminal nach langjähriger Debatte entschieden. Vorangegangen war eine Untersuchung. Nun soll in Hamburg eine über Steuergelder und mit EU-Zuschüssen erstellte Landstromanlage errichtet werden, während andere Anleger in der Hafencity keinen Landstrom erhalten. Einige Schiffe sollen dort, wie berichtet, über sogenannte Bargen (schwimmende Gaskraftwerke) mit Energie versorgt werden. Einen Blick wirft die NDR-Reportage nach Oslo, wo nicht nur Kreuzfahrtschiffe, sondern auch Fähren an die Steckdose kommen.

Viele hundert Schiffe steuern 2014 den Hamburger Hafen an. Kreuzfahrttouristen selbst würden jedoch weniger Geld als andere touristische Gruppen in die Stadt bringen, wird in der Reportage am Beispiel einer langjährigen Untersuchung der Uni Bergen berichtet. Zahlen aus Hamburg, wo die Handelskammer wesentlich höhere Einnahmen berechnet hätte, werden hinterfragt. Überdies sei beispielsweise der Betreiber der “Aida”-Flotte auch auf Steuerseite kaum erwähnenswert. Carnival, das Mutterunternehmen der Aida-Flotte, berichtete in veröffentlichungspflichtigen Dokumenten an der New-Yorker Börse, man sei von deutschen Unternehmenssteuern über den Steuersitz in Italien ausgenommen. In Italien wiederum unterliege man einem Steuersatz von 6 Prozent.

Dossier „Landstrom“

11 KOMMENTARE / LESERBRIEFE

  1. Wobei du natürlich die Tatsache verschweigst das dies aufgrund hoher Verbrauchsteuern auch für die skandinavischen Nachbaarstaaten gilt.

    Dafür kostet der Quadaratmeter in Oslos Innenstadt nur einige Tausend Euro, Im Gegensatz zu Tokyo wo du Millionen aufwenden musst.
    Dafür ist es, statistisch gesehen, in der malerischen Provinz Fukushima mit weniger als 50 Euro sehr günstig.

    Aber du hast schon recht, knapp dreißig Euro für eine Entenbrust oder ein Entrecote in einer echt üblen Hafenspelunke ist ein echter Wucherpreis….sowas gibts in der Basisdestination Hamburg schon zum Dienstleistungspreis von 5 Euro!

    http://www.spisekroken.no/en/menu/

    Denn:

    Die Erde ist eine Scheibe….oder:
    Traue keiner Statistik die du nicht selber gefälscht hast…

    Darauf einen Aquavit (9999 Kronen)…SKOL!

    • Zitat:

      Wobei du natürlich die Tatsache verschweigst das dies aufgrund hoher Verbrauchsteuern auch für die skandinavischen Nachbaarstaaten gilt.

      Zitatende

      Aha. Und das ist fuer den hinkenden NDR-Vergleich Hamburg-Norwegen relevant, weil…?

      Zitat

      Dafür kostet der Quadaratmeter in Oslos Innenstadt nur einige Tausend Euro, Im Gegensatz zu Tokyo wo du Millionen aufwenden musst.

      Zitatende

      Und das ist natuerlich auch hoch-relevant, weil die meisten Kreuzfahrt-Touristen sich selbstverstaendlich bei Ihrem Norwegen-Aufenthalt als erstes in jedem besuchten Hafen ein Grundstuck kaufen. Aber das weiss man ja bekanntlich, nicht wahr Sozrom?

      Ich weiss nicht, warum Ihnen stets soviel daran liegt der Welt in schriftlicher Form mitzuteilen, was Sie alles nicht verstehen. Ich habe den Eindruck Sie hoeren sich einfach gern selbst reden (bzw schreiben).

      Nebenbei: Etwas nicht sagen (weil es keinerlei thematische Relevanz hat) ist nicht gleich etwas verschweigen. Wenn dem so waere, dann haette ich in meinem letzten Beitrag auch ganz frech die Tatsache verschwiegen, dass ‚Cebiche‘ das Nationalgericht von Peru ist und dass es in Lissabon einen Hund gibt, der humpelt. Beides ist nebenbei wahr. Ach, was faellt mir ein, das zu verschweigen! Sozrom, ermitteln Sie! Da gibt’s noch mehr!

      • Wenn man zum Lachen in den Keller geht, man fremden Humor nur selten versteht…….

        Die aufgeführten Beispiele dienten zur Illustration des Sinns oder Unsinns von Statistiken, die man ganz nach Gusto eben so oder so interpretieren kann.

        zb. wird man in Norwegen im Gegensatz zur Mittelmeerküste auch eher selten ausgeraubt, ein echter geldwerter Vorteil, wenn auch eher unbedeutend bei der Wahl des Urlaubsortes.

        Das mit dem humpelndem Hund ist BTW. eine glatte Lüge:

        Ich war nämlich da und habe keinen gesehen!

        „Noch besser als alles zu glauben was so in der Zeitung steht, ist wenn man selber mal gucken geht“

  2. Aehm?

    Zitat
    > Cardigan, das Mutterunternehmen der Aida-Flotte,
    (…)
    > im Fokus sind Reedereien und Schiffe wie “Aida” (Cardigan, USA)
    Zitatende

    Strickjacken? Gemeint ist wohl eher Carnival plc (ADR, NYSE Stock Code: CUK)?

    Ausserdem:

    Zitat
    Kreuzfahrttouristen selbst würden jedoch weniger Geld als andere touristische Gruppen in die Stadt bringen, wird in der Reportage am Beispiel einer langjährigen Untersuchung der Uni Bergen berichtet.
    Zitatende

    Ein sehr schraeger und grundweg falscher Vergleich den der NDR dort mangels Kenntnis stellt.

    Die Studie (http://tinyurl.com/m26e98v) bezieht sich auf Westnorwegen (…as part of three larger studies, cruise passengers and other tourists were interviewed about their expenditures while visiting western Norway..) was in keinster Weise mit Hamburg vergleichbar ist:

    Ersten ist Westnorwegen zu 100% Destination und zu 0% Basishafen. Hamburg ist zu 90% Basishafen, wo in viel staerkerem Umfange Dienstleistung in Empfang genommen wird.

    Zweitens: Kein Wunder, dass Kreuzfahrt-Touristen in Norwegen wenig Geld ausgeben und in Deutschland ein Vielfaches: Olso (und Bergen ist vergleichbar) ist die teuerste Stadt der Welt. Noch vor Tokyo etc. (http://tinyurl.com/mxa3ctg). Wer goennt sich schon im Hafen eine 36 Euro Pizza Mageritha? Der NDR-Verleich ist folglich sinnlos.

    Typisch: Wieder mal berichtet der NDR ueber Themen mit denen sich die Redakteure nicht tiefer als Einmal-Schnell-Googeln beschaeftigt haben…

      • Erstens interessiert niemanden was vor drei Jahren angeblich war, sondern was heute ist. Wenn sie schon die famose Pizza als Kaufkrauftindikator bzw Preisindex nehmen wollen, dann gehen sie doch einfach auf die Website der von ‚peppes.no‘ – quasi dem Norwegischen Pizzahut und somit Billiganbieter – und schauen sich um. Preise in einem ‚richtigen‘ Restaurant, also z.B. einem Italiener liegen noch einmal 30-50% darueber.

        Es hat nichts mir Norwegen-Bashing zu tun, wenn ich auf die statistisch belegte Tatsache hinweise, dass das Land und insbesondere die grossen Staedte derzeit das teuerste Pflaster der Welt sind. Statistisch teurer als Tokyo, New York oder Paris. Damit waere der vom NDR bemuehte Vergleich Hamburg / Norwegen hinfaellig, wenn er es nicht schon per se waere, da man eine Destination nicht mit einem Basishafen vergleichen kann.

        Die Reedereien versuchen nebenbei alles moegliche, um die Kunden davon abzuhalten in Destinationshaefen ihr Geld auszugeben. Warum: Natuerlich damit das Geld an Bord ausgegeben wird, wo es in die Kasse des Reeders fliesst.

        Ihr Beitrag, Japser, ist also im Hinblick auf seine Relevanz bezueglich der unsinnigen Aussagen des NDR vollkommen nichtig.

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