Besuch beim VHH: Girls, selbstverständlich auch in der Leitstelle beim Verkehrsbetrieb. Die Lotsen übernehmen hier für die Koordinierung der gesamten Flotte (etwa 500 Busse) viel Verantwortung. Foto: ALTONA.INFO
Besuch beim VHH: Girls, selbstverständlich auch in der Leitstelle beim Verkehrsbetrieb. Die Lotsen übernehmen hier für die Koordinierung der gesamten Flotte (etwa 500 Busse) viel Verantwortung. Foto: ALTONA.INFO

Hamburg / Altona. Girls, Girls, Girls – am 27. März war Girls-Day in Deutschland und auch in Altona. An dem ‚Mädchenzukunftstag‘ nahmen seit dem Start der Aktion 2001 mehr als 1 Millionen Mädchen teil. Im letzten Jahr erkundeten rund 109.000 von ihnen Angebote bei mehr als 9.200 Angeboten von Unternehmen und Organisationen.

Desy, herausragendes Forschungszentrum und Campus mit bald drei Max-Planck-Instituten in Bahrenfeld: 50 Girls nahmen an physikalischen Vorträgen, Rundgängen, einer Show und natürlich auch am Arbeitsplatz der Forscher teil. Der ganze Tag, beginnend mit der Ausgabe des Werksausweises am Tor, wurde für die jungen Nachwuchswissenschaftlerinnen geplant. In ein paar Jahren melden sich vielleicht einige Damen beim Desy-Summercamp an.

VHH, der öffentliche Bus-Verkehrsbetrieb für den Hamburger Westen, Altona und in Hamburg. Fünf Girls und zwei Boys (es gibt parallel auch den Boys-Day) besuchten das große Busverkehrsunternehmen. In der Leitstelle 585 Busse durch die Metropole steuern, als Verkehrsmeister im Ereignisfall bereit stehen, Motorhauben in der Werkstatt lüften, Computertechnik und Elektronik in Schuss halten.  Viele neue Eindrücke für die Jugendlichen. Fängt bald eine Kollegin in der Werkstatt oder in der Leitstelle an? Vielleicht auch als Betriebsärztin? Das Unternehmen versucht seit Monaten die Stelle zu besetzen. Niemand meldete sich bislang und jetzt sucht man bereits im Ausland nach Bewerbern.

Bezirksamt Altona – auch in den Gefilden der knapp 1.000 Mann und Frau starken Verwaltung konnte in verschiedenen Fachbereichen hineinschnuppert werden. Für die Staatsbediensteten gibt es immer viel zu tun und junge Leute werden gebraucht, nicht nur um den Altersdurchschnitt zu senken. Besonders spannend dürfte der Blick für acht Girls bei der Chefin im Haus gewesen sein: Seit fast einem Jahr hat Altona eine erste Bezirksbürgermeisterin! Spätestens seit Liane Melzer angetreten ist, wurde klar: In der Verwaltung arbeiten ‚Girls‘ und ‚Boys‘ in allen Spitzenpositionen, wie es natürlich auch in der Wirtschaft sein sollte…

Arbeitsplatz Arbeitsagentur? Ja, den gibt es schließlich auch. Dort erkundeten 30 Schülerinnen und Schüler verschiedene Berufsfelder, machten einen Berufswahltest und präsentierten Einzelergebnisse der gesamten Schülergruppe. Deutlich wurde allen – zumindest auf dem Papier – wie breit das Angebot verschiedenster Berufsbilder in Hamburg ist. Die Aufklärung darüber lässt zu Wünschen übrig. Agenturchef Sönke Fock: „Das Berufswahlverhalten von Jungs und Mädchen ist oft auf die vermeintlich typischen Berufe ausgerichtet, ohne dass die Vielfalt der berufliche Alternativen überhaupt bekannt wurde. So fokussieren sich in Hamburg etwa 40 % aller Jugendlichen auf eine Top 10 der Ausbildungsberufe und berauben sich dadurch spannender Ausbildungsmöglichkeiten. Ich glaube, es gibt für jeden Jugendlichen eine Top 30 oder 40, wenn der Berufswahlprozess rechtzeitig beginnt.“

Der Girlsday soll zu einer rechtzeitigen Berufsorientierung beitragen. In Hamburg starteten in allen Bezirken jetzt auch Jugendberufsagenturen, die in der schwierigen Phase von Schule zum Beruf konsequent beraten sollen. „Wir sind auf dem richtigen Weg, die Berufswahlkompetenz Hamburger Jugendlicher zu verbessern und zu stärken“, sagt der Hamburger Oberarbeitsvermittler, Agenturchef Fock. Der ehemalige Bundesarbeitsminister und heutige Erste Bürgermeister Olaf Scholz hat da ein Auge drauf, hört man. (cz)

KOMMENTAR / LESERBRIEF

Antwort hinterlassen