Hamburg / Altona. Die Politik in Altona sucht nach einer Art Übergangslösung für das Geburtshaus in Ottensen und bot ihre Hilfe an. Bereits bei der Plenumssitzung der Bezirksversammlung Altona stand das Thema auf der Tagesordnung. Mit einem interfraktionellen Beschluss der Parteien wurde die Hamburger Gesundheitsbehörde aufgefordert. Hohe Berufshaftpflichtprämien, ab Juli 5.080 Euro, erschüttern den Berufsstand der freien Hebammen. Für das Geburtshaus sind 20 Hebammen tätig.

Geschäftsführerin Britta Höpermann freut sich über jede Unterstützung. Aufgrund starker Nachfrage habe man allerdings auch schon Frauen ablehnen müssen und setze derzeit auf Wartelisten. Die häusliche Wochenbettbetreuung sei derzeit eine besondere  Herausforderung. Pläne, wonach man auch nach einem neuen Standort für das Haus suchen wollte, stehen jetzt weit hinten an. “Wir freuen uns, dass sich die Politik in Hamburg einsetzt”, so die Vertreterin. Bis spätestens Oktober müsse es für die vielen Hebammen in Deutschland jedoch zu einer grundsätzlichen Lösung gekommen sein.

Hintergrund: Die Haftpflichtprämien für Hebammen steigen seit Jahren. Die Versicherungswirtschaft schaut sich nicht die Branche an, sondern nimmt eine Einzelbetrachtung für risikobehaftete Berufe vor. Rentiert sich eine Versicherung nicht, wird die Leistung offenbar eingestellt. Die Bundespolitik ist mit dem Thema beschäftigt. Was heute die freiberuflichen Hebammen und damit einen ganzen Berufsstand treffen kann, könnte schon bald ein Problem für viele andere risikobehaftete Berufe werden. Schwierig ist auch, dass der Staat immer mehr selbstständige “Beschäftigungsverhältnisse” gefördert hat und dadurch mehr Einzelbetrachtungen erfolgen. Einen Überblick zum Thema in ein unserem letzten Beitrag.

KOMMENTAR / LESERBRIEF

Antwort hinterlassen