In diesem Umfeld geschah die Tat. Screenshot aus GoogleStreetview
In diesem Umfeld geschah die Tat. Screenshot aus GoogleStreetview

Hamburg / Altona. Der Tod des 17-jährigen Altonaers Diren (†)  am Wochenende erschüttert Hamburg. Der Junge war bei seinem Aufenthalt in den USA am Wochenende von einem Mann (29) erschossen worden. Der Festgenommene wurde von der Polizei vernommen – Hintergründe zur Tat sind noch unklar. Am Montagabend steht fest: die Behörden gehen von Mord aus.

Nach Berichten entsprechender Sender, u.a. NBC Montana, sei der Schüler, der an einem einjährigen Austauschprogramm teilnahm, in der Stadt Missoula im US-Staat Monana für einen Einbrecher gehalten und vom Hauseigentümer erschossen worden. Dies habe der festgenommene 29-jährige Mann der Polizei erzählt, berichten mehrere US-Medien aus einer Quelle. Diren (†) spielte in Altona bei dem Fußballverein Teutonia 1910. Der Vater des Verstorbenen wolle nach Vereinsangaben noch am Dienstag in die USA fliegen, heißt es dort. Der Verein reagierte betroffen, trauert auf seiner Homepage und will am Mittwoch um 17:45 Uhr ein Benefizspiel veranstalten. „Wir hoffen auf reichlich Spenden, um den Eltern, die voller Schmerz und Leid sind, etwas zu helfen”, so der Verein.

Montana sei ein Staat, der auch für seine Selbstjustiz und liberale Waffengesetze bekannt sei, berichtet u.a. das Portal “Missoulian” in einem Folgebericht. Die Rede ist von der “Castle-Doktrin” – eine Art Recht auf Waffengewalt gegen Eindringlinge. Nach den Schüssen auf den Schüler in einer Garage hatte die Polizei nach Angaben einen Mann und eine Frau vor Ort angetroffen. Der Hausbesitzer (Markus Hendrik Kaarma, 29) wurde festgenommen – der Schüler erlag wenig später seinen Verletzungen im Krankenhaus. Der Ort des Geschehens sei, so Anwohner gegenüber dem Sender NBC, eigentlich ein friedlicher Ort. Der Altonaer Schüler Diren besuchte vor Ort die Big Sky High School in Missoula (die Stadt hat etwa 70.000 Einwohner).

Update, 23:00 Uhr: Wie die örtliche Lokalzeitung Missoulian am Abend berichtet, werde der Hausbesitzer wegen Mordes angeklagt (vorsätzliche Tötung). Bei dem Jungen soll noch eine zweite Person gewesen sei, ein Zeuge, der von der Polizei vernommen wurde. Er flüchtete nach Angaben vom Tatort. Der Hausbesitzer soll vier Schüsse abgegeben haben, davon trafen zwei sein Opfer. Am Nachmittag nach US-Zeit soll der Mann dem Gericht zugeführt werden.

Update, 29.04.: Die Anklageschrift legt dem Hausbesitzer ein vorsätzliches Vorgehen zur Last. Er habe vier Mal in den dunklen Raum der Garage geschossen ohne die Person zuvor als Einbrecher identifiziert zu haben. Im selben Haus hätten nach Angaben des Eigentümers mehrere Einbrüche stattgefunden, weshalb die Garage mit Sicherheitstechnik überwacht wurde. Der junge Vater habe seine Familie beschützen wollen, sagte sein Anwalt nach Angaben einer Lokalzeitung. Der Angeklagte und sein Anwalt plädieren auf nicht-schuldig, während der Staatsanwalt der Darstellung einer Notwehrhandlung nicht folgt.  Kaarma (29) sitzt aktuell in Haft.


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