Hamburg / Altona. In Gedenken an den Altonaer Bürger Süleyman Taşköprü wurde heute eine Straße nach dem Ermordeten benannt. Am 27.06.2001 wurde der Kaufmann Süleyman Taşköprü im Laden seines Vaters in der Schützenstraße 39 im Stadtteil Bahrenfeld ermordet. Er starb mit 31 Jahren noch am Tatort in den Armen seines Vaters, hinterließ eine Frau und die damals dreijährige Tochter.

Zunächst ermittelte die Polizei im Umfeld des Ermordeten, obwohl Süleyman Taşköprü nie strafrechtlich aufgefallen war. Die Ermittlungen blieben ergebnislos. Rassistischen Mordmotiven wurde lange Zeit – teilweise bis heute – nicht nachgegangen. Die Bezirksversammlung Altona hatte parteiübergreifend die Umbenennung der Schützenstraße angestrebt. Dies scheiterte an Bedenken der Kulturbehörde in Hamburg (wie berichtet). Auch nach Protesten von Anwohnerseite kam es dann zu der jetzt vollzogenen Teilumbenennung der Kohlentwiete (zwischen Stresemannstraße und südliche Einmündung Kühnehöfe). Die Tasköprüstraße, es gibt sie jetzt. Sie soll das Geschehen unvergessen machen. Am Tatort selbst sind zwei Gedenksteine vorhanden, die sowohl an den konkreten Ort des rassistischen Mordes erinnern, als auch an die vielen weiteren Opfer der bis heute nicht vollständig aufklärten Zusammenhänge rund um die sogenannten Morde des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU). Bürgerinitiativen und Teile der Politik fordern sowohl für den Bundestag (einen weiteren) als auch in Hamburg die Einrichtung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses. In Bahrenfeld, zwischen Gewerbe- und Wohngebiet, sprachen in Anwesenheit der Familie Senatorin Prof. Barbara Kisseler, Staatsministerin Aydan Özoguz (Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration), Cem Özdemir (Mitglied des Deutschen Bundestages und Bundesvorsitzender BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), der Generalkonsul der Republik Türkei Mehmet Fatih Ak, Barbara John (Ombudsfrau der Bundesregierung für die Opfer des NSU-Terrors und ihrer Hinterbliebenen) und der Vorsitzende der Bezirksversammlung Altona Dr. Frank Toussaint. Hören sie in den nachfolgenden zwei Audiobeiträgen zunächst die Reden der Mandatsträger und anschließend ein Interview zur gegenwärtigen politischen Auseinandersetzung mit dem Fall.

 

 

Hinweis für die Pressekollegen: AudioaufnahmenCC BY 3.0 DE / Quelle ALTONA.INFO / Link