Sven Hielscher (CDU) und Andreas Bernau (SPD) in Teufelsbrück.
Sven Hielscher (CDU) und Andreas Bernau (SPD) in Teufelsbrück.

Hamburg / Altona / Elbvororte. „Eine eher langweilige Strecke“, sprach der Biker mit Blick auf die diesjährige Parade-Route der Harley-Days. „Es wird behauptet, Anwohner in den Wohngebieten fühlen sich gestört. Warum saßen dann sogar die Anwohner der Elbchaussee mit Gartenstühlen am Straßenrand?“, so Andreas Bernau (SPD) Abgeordneter und Sportpolitiker aus der Altonaer Bezirksversammlung. Hintergrund: Die Harley-Days führen mit ihrer Parade am Sonntag nicht über die Hamburger Elbchaussee bzw. Altona und machen am Fischmarkt kehrt. „In diesem Jahr ist die Strecke etwa 33 Kilometer lang und bietet ca. zwei Stunden Sightseeing durch Hamburg“, heißt es.

Uwe Bergmann, Veranstalter der international bekannten Parade, beteuert im Gespräch mit ALTONA.INFO, das wurde auf Zuruf der Politik, allerdings freiwillig entschieden. Bürgerinnen und Bürger in den Elbvororten sollen nicht gestört werden. SPD-Mann Bernau weiß dagegen von vielen Freunden der Harley-Days entlang der Elbchaussee zu berichten.

... nehmen es sportlich - beide Politiker wissen, dass es immer wieder Diskussionen in ihren eigenen Reihen zum Thema gibt.
… nehmen es sportlich – beide Politiker wissen, dass es immer wieder Diskussionen in ihren eigenen Reihen zum Thema gibt.

Harley-Fahrer und Parlamentskollege Sven Hielscher (CDU), Sport- uud Baupolitiker, hatte sich vor Jahren für das Event besonders stark gemacht. Vor Jahren brachte der in Altona offenbar beliebteste Abgeordnete (über 10.000 Personenstimmen im Wahlkreis bei der letzten Bezirkswahl) sogar Bürgermeister Ole von Beust auf Kurs zum Thema. 90 Millionen Euro Umsatz, etwa ein Drittel davon Steuern oder Gebühren bringe das international bekannte Event der Stadt ein, berichtet Hielscher.

Wir trafen die beiden Biker in Teufelsbrück -in the middle of Elbchaussee – auf ihren Motorrädern. Im nächsten Jahr, so die beiden Lokalpolitiker von SPD und CDU in Altona, könne die etwa einstündige Parade doch bitte wieder hier lang fahren. Eine GroKo in Altona ist für Harley-Days auf der Elbchaussee? Hören Sie nachfolgend unser Interview im Audio-Beitrag.

10 KOMMENTARE / LESERBRIEFE

  1. Ich traute meinen Augen nicht : am Samstag kamen mir 4 BIKER tls. mit Sozius,anfangs auf dem kleinen FUßWEG OEVELGÖNNE in Neumühlen,entgegen—-abgestoppt und hinweislich auf hiesiges Fuß-
    gänger-und striktes Durchfahrtsverbotsschild erhielt ich nur ignorante patzige Antworten und fuhren weiter–so kann man als BIKER k e i n Verständnis in der Bevölkerung erhalten,darum : k e i n Korso über die Elbchaussee; ein Korso in Harvestehude und Richtung Duvenstedt wäre angemessen

  2. Was für ein selbstverliebtes Geschwätz zweier Lokalpolitiker! Die „Harley Days“ sind ungefähr so zeitgemäß wie eine Marlboro-Wüstentour oder die Ralley Dakar – Hauptsache: machomäßig durch die Gegend brettern. Hier wird ersichtlich, wie weit die SPD und CDU Altona davon entfernt sind, sich mit umweltfreundlichen Zielen zu identifizieren. Egal, was die Nachbarschaften denken, Hauptsache vermeintlich sexy Lederkleidung und ’ne brummende Maschine unter’m Hintern.

  3. „Insignien des Organisierten Verbrechens“ klingt hart, zielt aber auf die Rockerclubs ab, die es tatsächlich gibt, die auch gern mal Harley fahren und die sicher dem organisierten Verbrechen zugeordnet werden können. Kann man also so stehen lassen.

    Solange die Harleyfahrer die Maschine von ihrem Therapeuten empfohlen bekommen haben, muss man das wohl hinnehmen. Irgendwie hat das schon mit einem kranken Gemüt zu tun, wenn man Spaß dabei empfindet, anderen Leuten durch Lärmerzeugung bewusst auf den Senkel zu gehen.

    Gibt es nicht eine weniger asoziale Methode, der Midlife-Crisis zu begegnen?

  4. @ Michael: das man sich belästigt fühlen kann ist das Eine…..
    Aber wo Sie die Verbindung zu den Insignien für organisiertes Verbrechen herbei führen würde mich wirklich sehr interessieren…… Erklären Sie es mir bitte??!! Ansonsten noch ein schönes Leben noch in „Ihrer“ Welt…..

  5. Die Harley-Days sind das nervigste und fieseste von diesen ganzen Großereignissen – das Gedröhne und Geknatter ist das ganze Wochenende präsent und wirkt unterschwellig bedrohlich und einschüchternd. Für mich ist die Veranstaltung ein Kniefall Hamburgs vor den Insignien des organisierten Verbrechens.

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