Altona.Altona, mein Altona“ ist seit dem 5. Juli 2014 die neue und offizielle Altona-Hymne! Der Chor des Gymnasium Christianeum und Musiklehrer Michael Jan Haase haben sich unter 74 Bewerberinnen und Bewerbern mit der Komposition durchgesetzt. Anlässlich des 350-jährigen Stadtrechtejubiläums wurde etwas Unverstaubtes gesucht. Kulturstiftung und Bezirksamt hatten nach einer Vorauswahl zur Publikumsabstimmung zum Altonale-Musikpavillion am Platz der Republik geladen. Drei Finalisten traten gegeneinander an. Die Lautstärke per Schrei entschied über den Gewinner.

Musiklehrer Haase („Hasi, Hasi“ schrien die Schüler) hatte nicht nur den Chor mitgebracht, sondern auch viele Eltern. Mit 111 Dezibel, lauter als jede Quietschkurve der Bahn, schrien die Schülerinnen und Schüler den Titel mit ohrenbeträubendem Lärm zum Sieger. Bezirksamtsmitarbeiter Jürgen Langbehn nutzte für die Messung ein Schallpegelmessgerät. Auf Platz zwei mit ebenfalls über 100 Dezibel rangierte Axel Pätz mit dem Motte / Volkshochschul-Chor und dem Titel  „Das ist Altona“. Die freien Musiker Lisa Gutbier und Arne Vogeler gingen mit „Altona – Herz von Hamburg” als dritte Sieger aus insgesamt 74 eingereichten Arbeiten hervor. Die drei Werke sind sehr gute und zu Altona passende Kompositionen (alle nachzuhören in unserem früheren Beitrag).

Das Christianeum, es befindet sich durch die Lage in Othmarschen in der Mitte des heutigen Bezirkes und ist in seiner Geschichte schon mehrfach in Altona umgezogen. In diesem Jahr feiert die Schule – so wie Altona auch – Jubiläum. Die beiden Jubilare verbindet eine lange Geschichte. Den Namen erhielt das Gymnasium von König Christian VI. aus Dänemark vor 275 Jahren. Ursprünglich trug die frühere Schule sogar den Namen des Taufpaten der Stadt Altona. Konig Friedrich III aus Dänemark, der am 23. August 1664 die Stadrechte verlieh, gründete 1683 seine Lateinschule als „Friedrichschule„.

1.000 Euro Gewinnsumme sind natürlich nichts gegen den Ruhm und die Ehre und sollen auch gleich wieder in Ausstattung für das anstehende Fünftklässler-Musical genutzt werden. Karten gibt es noch – nach der nicht-plötzlichen Popularität dürfte es jetzt wie üblich sehr eng werden. Der letzte Song des Musicals, das am Montag und Dienstag ab 19 Uhr in der Schule aufgeführt wird, ist schließlich „Altona, mein Altona“.


„Altona, mein Altona“ Text: Ulrich Mumm, Musik: Michael Jan Haase mit Chor Christianeum

 

Du bist nicht schick, sahst manche Flut
Dein Bild zeigt viele Wunden
Trotz Brand und Krieg und Abrisswut
Hast du dich selbst gefunden.
Einst warst du Dorf, dann eine Stadt,
in Königs Namen frei erhoben,
dein Hafen macht die Leute satt,
Dorsch, Butt und Stint wir woll‘n euch loben.

Altona, mein Altona, du offnes Tor zur Welt
komm so gern nach Haus zu dir, kann tun was mir gefällt.
Altona, mein Altona, du schaust in Richtung Meer,
Junge, Alte, Kleine, Große lieben dich dafür.

Vom Nobistor zur Elbchaussee
und bis hinauf nach Wedel,
am Horizont die graue See,
die Parks groß, stolz und edel.
Der Bahnhof fort, das Rathaus da,
Gewerbefleiß und freier Handel.
Und Hamburg immer ‚al-to-nah‘,
beständig bleibt allein der Wandel.

Altona, mein Altona, du offnes Tor zur Welt
bin so gern zu Haus bei dir, kann tun was mir gefällt.
Altona, mein Altona, du schaust in Richtung Meer,
Junge, Alte, Kleine, Große lieben dich dafür.

Wenn Sonntagsfrüh der Fischmarkt bebt,
Museumsschiffe fahren,
dann weiß ich, meine Herzstadt lebt
frisch mit dreihundert Jahren.
Die Straßen laut, die Türme schön,
Menschen dabei aus vielen Ländern.
Wir wollen in die Zukunft sehn,
die Stadt bewahren und verändern.

Altona, mein Altona…..

 

„Altona, mein Altona“ / © Text: Ulrich Mumm, Musik: Michael Jan Haase mit Chor Christianeum

6 KOMMENTARE / LESERBRIEFE

  1. Furchtbar! Das Christianeum ist nun wirklich nicht die Mitte von Altona, war es noch nie und wird es nicht dadurch, dass der Nachwuchs von dort nun in Ottensen einmarschiert ist. Das Lied schlicht grauenvoll hingerotzt und entsprechend auch vorgetragen. Aber Kinder sind ja so rührend und unsere Zukunft und damit jenseits von jedweden Kriterien.
    Das von Axel Pätz geschriebene Lied entspricht sowohl der weltoffenen Tradition von Altona als auch den Wünschen der Alt-Einwohner dieses Viertels. Aber das zählt ja nichts mehr, was heute hier zählt ist Marketing im Galopp und Geld.
    Wenn ich auch noch höre, dass das Geplärre via Kreisch-Dezibel auserwählt wurde, dann weiß ich, wie es um dieses Viertel bestellt ist. Die ursprünglich wunderbare Idee, dass Chöre aus Altona gemeinsam auftreten und singen wurde natürlich schnell eingeheimst und das ist das Ergebnis: Ein peinlicher Akt. Altona ist mehr als das.

  2. Da feiert sich die Blankeneser Szene mit ihrer Vorzeigeschule Christianeum. Welch Wunder daß deren Song siegen wird, die Altonaer Bezirkspolitiker von Cdu, Spd und Grünen wohnen dort, die Kinder gehen dort zu Schule – was wollen sie noch mehr? Eine Hymne. Den Fischmarkt, den Kreuzfahrterminal kennen sie zwar nur von weitem, dafür freuen sie sich, daß die Straßen so laut sind – wo sind die denn so laut?

  3. Axel Pätz mit dem Motte / Volkshochschul-Chor und dem Titel “Das ist Altona” war bei weitem besser vorgetragen und musikalisch wertvoller. War doch von vornherein klar, dass die Elternschar inclusive Kinder durch Kreischen den Sieg davon tragen. Ein Armutszeugnis für solch eine Veranstaltung wie ich finde.Lerneffekt für die SchülerInnen: Wer laut genug kreischt, gewinnt! Qualität spielt keine Rolle. Der Text war im Liedvortrag kaum zu verstehen :-(.

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