Altona / Nienstedten. An der Elbchaussee 359, auf Höhe der Waldorfschule zwischen Teufelsbrück und dem Hotel Louis C. Jacob, klafft eine Lücke. Der Ersatzbau für das sogenannte ‚Weiße Haus von Nienstedten‘ wird nach dem Tod seines Besitzers und feierwütigen Unternehmers Claus Grossner sehr wahrscheinlich nicht mehr in zur Nachbarschaft vergleichbarer Bauweise und Architektur errichtet. Die neuen Inhaber wollen dort in moderner Bauweise, so heißt es, ihr Haus errichten.

Zunächst empörte man sich über den Abriss des Hauses, nun will die Lokalpolitik in Altona ein Wörtchen bei der Architektur in prominenter Lage mitreden und argumentiert, die Bauart passe nicht zur Elbchaussee. Ein Eingreifen gestaltet sich schwierig, schließlich hat der Eigentümer bereits mit Anträgen für entsprechende Beschäftigung auf Basis des geltenden Planrechts agiert. Dadurch bleibt der Bauausschuss außen vor und kann nichts genehmigen. Die Politik versuchte jetzt durch die Vorbereitung eines Einleitungsbeschlusses zu einem neuen Bebauungsplanverfahren etwas Oberwasser zu erhalten. Das Thema verschwand am Dienstag dann während der BV-Sitzung wieder von der Tagesordnung.

Bauexperten bestätigen derweil die Rechtsauffassung, dass das Bezirksamt durch Änderung für einen sogenannten Planschaden haftbar gemacht werden könnte. Das Bebaungsplanverfahren würde wohl ’nur‘ mehr Verhandlungsdruck auslösen. Alles könnte auf die lange Bank geschoben werden. Vielleicht schaffen es so Baupolitiker und Grundeigentümer auf eine Kompromisslinie. Faktisch hat das Amt kaum Möglichkeiten in den architektonischen Geschmack eines Eigentümers einzugreifen. Ein neues Bebauungsplanverfahren könnte indes sogar sonst mit Zustimmung des bzw. der Anreiner so weit führen, dass am Ende nicht weniger sondern eher mehr Bebauungsrechte in Masse und Ausdehnung für Betroffene zustande kommt. Dies wäre ein vorstellbares Szenario um Ausgleichsansprüche abzuwenden. Ein ‚Kompromiss‘ könnte dann nach Vorstellungen der Elbchaussee-Anrainer lauten: Mehr Masse für ‚Klasse‘. Klasse ist Geschmackssache – Masse ist Masse.

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