CDU will Entbürokratisierung der Pflege – Bundesrichtlinie soll umgesetzt werden

Hamburg. Die CDU-Fraktion in der Bürgerschaft unternimmt einen Vorstoß zur Entbürokratisierung der Pflege. Mehr menschliche Zuwendung soll so ermöglicht werden – die tägliche Dokumentation der pflegerischen Maßnahmen nicht mehr so viel Zeit einnehmen, zumal sie den Pflegekräften für den direkten Kontakt fehle.

Zentrale Forderung ist, dass die bereits im Juli 2013 auf Bundesebene entwickelten Empfehlungen zur „Effizienzsteigerung in der Pflegedokumentation“ auch in Hamburg umgesetzt werden sollen. Durch die Anwendung dieser Maßnahmen konnte in einem Praxistest eine Zeitersparnis zwischen 20 Prozent bei stationären Einrichtungen und 30 Prozent bei ambulanten Diensten erreicht werden, so die Behauptung.

„Die Beschäftigten in der Pflege müssen daher dringend bei den überbordenden Dokumentationspflichten entlastet werden. Jede Minute, die die Mitarbeiter weniger für Papierkram verschwenden, ist eine gewonnene Minute für die pflegebedürftigen Menschen. Viel wäre schon erreicht, wenn in Zukunft nicht mehr jede einzelne pflegerische Tätigkeit zeitraubend beschrieben werden müsste. Anstatt jeden Tag aufzuschreiben, dass der zu Pflegende kein Fieber hat, sollte nur vermerkt werden, wenn er Fieber hat”, fordert Dr. Friederike Föcking, sozialpolitische Sprecherin der CDU-Bürgerschaftsfraktion.

Solche und weitere Empfehlungen lägen auf Bundesebene schon seit über einem Jahr vor und müssten endlich auch Eingang in den Pflegealltag in Hamburg finden. Hintergrund: Die Ombudsfrau zur Entbürokratisierung der Pflege (OBF) hatte im Juli 2013 Empfehlungen zur „Effizienzsteigerung der Pflegedokumentation“ (PDF) vorgestellt. Diese Empfehlungen wurden von September 2013 bis Februar 2014 in einem Praxistext in verschiedenen Bundesländern überprüft. Der Test wurde dann im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) in Zusammenarbeit mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e.V. (BAGFW) und dem Bundesverband Privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) ausgewertet. Ein Abschlussbericht vom April 2014 kam dann zu dem Fazit, dass die Pflegedokumentation im Vergleich zur heutigen Praxis erheblich reduziert werden kann, ohne dass dabei fachliche Standards vernachlässigt werden, so die CDU.

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