Hamburg. Die Polizei macht sich Sorgen um ihr Image. „A.C.A.B.“, das Thema schiebe der Innenausschuss der Bürgerschaft auf die lange Bank, heißt es in einer Mitteilung der Polizeigewerkschaft. Sie fordert die Beschäftigung mit der unschönen Abkürzung.

Der Innenausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft hatte zuvor einen Antrag des Abgeordneten v. Vormizeele (CDU, MdHB) auf Verbot der Bezeichnung „A.C.A.B. (All Cops Are Bastards)“ abgelehnt und in einen Arbeitskreis verwiesen.

„Die Bezeichnung A.C.A.B. ist menschenverachtend und steht häufig genug am Anfang gewalttätiger Angriffe auf meine Kolleginnen und Kollegen. Es ist auch ein fatales Signal, das die Verwendung der Bezeichnung A.C.A.B verharmlost, vielleicht sogar fördert“, so Gerhard Kirsch, Landesvorsitzender der GdP (Gewerkschaft der Polizei).

Kreativ ist das ja schon und Kunst ist Geschmackssache. Hier bei einer Demo zum "Gefahrengebiet" im "Gefahrengebiet".
Satire? Kreativ ist das ja schon und Kunst ist Geschmackssache. Hier bei einer Demo zum „Gefahrengebiet“ Anfang 2014 im „Gefahrengebiet“.

Die Bezeichnung „A.C.A.B.“, mit der mitunter zahlreiche T-Shirts bei linksorientierten Demonstrationen versehen sind, verachte und beleidige diejenigen, die jeden Tag bei Veranstaltungen den Schutz vieler tausender friedlicher Bürgerinnen und Bürger gewährleisten, so das Argument des Gewerkschafters.

 

KOMMENTAR

Was wie eine billige Forderung klingt, hat einen ernsthaften Hintergrund. Provokationen sind an der Tagesordnung bei Demos, aber sollte ein Trend nicht auch als solcher hingenommen werden? Verbieten ist nicht gerade eine Methode mit der viel in solchen Gruppen erreicht wird. Die diffamierende Äußerung A.C.A.B. ist nicht persönlich gemeint und „Cops“ oder „Bullen“ gehören bald zum normalen Sprachgebrauch. Wie weit geht Artikel 5 GG? Es könnte sogar als Satire gelten. Über solchen Dingen kann man stehen, das müssen Betroffene nicht für voll nehmen. Jeder Trend ist irgendwann vorbei, spätestens, wenn alle das selbe T-Shirt tragen. Tipp: Wie wäre es mit eigenen T-Shirts oder Aufschriften, statt „Kommunikationsteam“. Etwa: „Wir kämpfen für Artikel 5: Herzlichen Dank für Ihre Meinung“. (cz)

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