Like (eng.). Übersetzung “Mag” bzw. “Gefällt”. Gegenbegriff: Dislike – „Mag nicht“ bzw. „Gefällt mir nicht“. Vom Unternehmen Facebook geprägter Wortbegriff für den zentralen Funktionsmechanismus des Peer-to-Peer-Netzwerkes.

Beschreibt oder drückt nach Angaben aus, dass etwas gefallen soll. Die Sprachsyntax ist problematisch. Beispiel: Ein Beitrag über einen Bombenangriff = Gefällt mir? Eine Aufklärung wird durch Antizipation und positive Erstwahrnehmung grundlegend vermieden, was zu Missverständnissen und Diskussionsbedarf führt. Beispiel: Ein Beitrag über einen Bombenangriff kann nicht gefallen, da der Bombenangriff selbst nicht gefallen kann.

Unkomplexe Themen mit überwiegend positiven Inhalten (Catcontent) oder negativ-emotionalen Inhalten (Krieg) erhalten überdurchschnittlich viele „Likes“ und Aufmerksamkeit im digitalen Mediengeschehen. Komplexe Themen mit überwiegend neutralen Informationen dagegen unterdurchschnittlich wenig Aufmerksamkeit, da sie von ihrer Natur her kaum geliked werden könnten bzw. Emotionen auslösen. Das Medienangebot „Facebook“ selbst wird deshalb auch häufig als ‚Boulevard‘ des Internets beschrieben. Eine Aufgabe des Journalismus es ist es dagegen etwa, unpopuläre Themen zu gewichten. Im automatisierten Mechanismus des Peer-to-Peer-Netzwerkes ist dies einem programmierten Algorithmus überlassen.

Aus der Kommunikationsforschung ist zudem bekannt, dass eine positive Ausdrucksweise guter Motivator für Diskussionen ist. Agitation ist gleichzeitig ein grundlegender Faktor für Traffic in sogenannten Sozialen Netzwerken. Viele ‚Likes‘ = Viel Diskussion = Viel Traffic. Letzteres ist ausschließlicher wirtschaftlicher Faktor für den rein werbefinanzierten Betrieb. Die möglichst emotionale Adressierung gleichzeitig ein wesentliches Merkmal der Werbung selbst.

Neben Aufmerksamkeit für Themen bzw. Nichtaufmerksamkeit findet über „Like“ ein automatisches Empfehlungsmarketing statt, das auch aus dem Umfeld von Nutzern neue Aktive zieht. Facebook ist über diesen Mechanismus ein rasantes weltweites Wachstum, insbesondere in unerfahrenen jungen Zielgruppen gelungen. Bekannt ist ferner der Follow-Mechanismus, auch als „Bandwagon-Effekt“. Der Maßgabe sich Verhaltensweisen nur auf Basis von Verhalten Dritter anzuschließen. „Like“ bedeutet nicht automatisch „gelesen“. Zahlreiche Auswertungen von Internetseitenbetreibern zeigen auf, dass offenbar das reine Lesen einer Überschrift reicht, um einen Beitrag zu „Liken“. Der Inhalt dahinter wird schließlich nicht zwingend konsumiert, was das offenbar unaufgeklärte Nutzungsverhalten wiederum beweist.

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