Auf dem Desy-Campus entstehen zwei neue Petra III-Hallen. Foto: Desy

Altona / Bahrenfeld. Auf dem Desy-Campus wird gebaut, gebaut, gebaut und kräftig investiert. Erst kürzlich wurde ein einzigartiges Big-Data-Projekt vorgestellt. Jetzt erhält die Forschungslichtquelle Petra III zwei neue Experimentierhallen. Montag war Richtfest.

Auf insgesamt etwa 6000 Quadratmetern Fläche werden bis zu zehn weitere Strahlführungen für Experimente mit dem hochintensiven Röntgenlicht aus dem Teilchenbeschleuniger PETRA III aufgebaut, mit direkt angeschlossener Büro- und Laborfläche für Wissenschaftler, berichtete Desy. Mit dem Erweiterungsprojekt würden die Experimentiermöglichkeiten an der Synchrotronstrahlungsquelle PETRA III deutlich vergrößert. Die ersten neuen Strahlführungen des 80-Millionen-Euro-Projekts werden nach Angaben bereits ab Herbst 2015 in Betrieb gehen.

„Mit den neuen Messstationen erweitern wir die Vielfalt der Forschungsmöglichkeiten an PETRA III erheblich, zum Beispiel um neue Nano-Spektroskopie- und Materialuntersuchungstechniken“, so Desy-Vorstand Prof. Dr. Helmut Dosch. Man werde der „riesigen Nachfrage der internationalen Wissenschaft nach der besten Synchrotronstrahlungsquelle der Welt gerecht.“ Senat und Bundesregierung waren natürlich auch vor Ort und betonten die Bedeutung des Standortes für die internationale Wissenschaft.

Hintergrund: DESYs 2,3 Kilometer langer Ringbeschleuniger PETRA III produziert hochintensive, stark gebündelte Röntgenblitze für eine Vielzahl physikalischer, biologischer und chemischer Experimente. In einer rund 300 Meter langen Max-Laue Experimentierhalle, erst vor zwei Jahren eingeweiht, stehen bereits 14 Messstationen, die bis zu 30 Experimente ermöglichen. Die Eigenschaften der Blitze, die PETRA an die verschiedenen Messstationen liefere, sei exakt auf die verschiedenen Forschungsdisziplinen abgestimmt. Mit dem hochbrillanten Röntgenlicht untersuchen Forscher etwa innovative Solarzellen, beobachten die Dynamik von Zellmembranen und durchleuchten fossile Dinosauriereier.

Seit ihrem Betriebsstart im Jahr 2009 sei PETRA III als weltbeste Röntgenquelle ihrer Art stark überbucht, so Desy. Um mehr Wissenschaftlern Zugang zu ermöglichen und um das Forschungsportfolio von PETRA III um neue Experimentiertechniken zu erweitern, erfolge der Bau. Die Gesamtkosten von rund 80 Millionen Euro für die Erweiterung stammen größtenteils aus Ausbaumitteln der Helmholtz-Gemeinschaft, Mitteln des Bundesforschungsministeriums, der Freien und Hansestadt Hamburg und DESYs. Etwa ein Drittel der Kosten werden von Kooperationspartnern aus Deutschland und dem Ausland beigetragen.

Der nächste Bau? Vielleicht geht es bald mit dem Technologiepark los. Den Bebauungsplan brachte die Kommunalpolitik jüngst auf den Weg.

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