Hamburg / Altona. „Stadt im Wandel“, „Quartier in Bewegung“ und „Mensch & Stadt in Balance“ sind Themen, mit denen sich die ehemals städtische Gesellschaft in heutiger privater Trägerschaft seit 25 Jahren beschäftigt. Jüngste Aufgaben in Altona waren das Osterkirchenviertel sowie aktuell Sanierungsgebiet Große Bergstraße oder die Mitte Altona. Anlässlich des Jubiläums kamen nicht nur Bürgermeister, Oberbaudirektor und Baustaatsrat in das Altonaer Museum. Mit rund 200 Gästen aus Unternehmen, Politik und Verwaltung blickte man zurück auf ein ereignisreiches Vierteljahrhundert Stadtentwicklung und versuchte auf drei Podien einen Blick in die Zukunft zu werfen.

„Wir freuen uns, seit nunmehr 25 Jahren an einer Stadt arbeiten zu können, die stets den Menschen in den Mittelpunkt stellt“, so Steg-Geschäftsführer Hans Joachim Rösner. „Die Stadt- und Projektentwicklung befindet sich in einem Prozess stetigen Wandels, der immer dynamischer wird.” Geschäftsführer-Kollege Martin Brinkmann appellierte unter Applaus, es müsse mehr auf soziale Gerechtigkeit bei der Entwicklung und Investition in einzelne Stadtteile geachtet werden. Vorab hatte der Erste Bürgermeister Olaf Scholz die soziale Stadtentwicklung in den Mittelpunkt seiner Rede gestellt und kündigte „im nächsten Jahrzehnt 100.000 Wohnungen mehr in der Stadt“ an. Ausgehend von etwa 900.000 Wohnungen heute in Hamburg wären dies bis Ende der 20er Jahre offenbar 1 Mio. Wohnungen. Scholz sprach auch von einem Zusammenleben  „unabhängig vom Einkommen“ und betonte „diesen Charakter, diese Eigenschaft zu erhalten, sehen wir in Hamburg als eine wichtige Aufgabe. Weil wir nicht wollen, dass Stadtteile entmischt werden, weil wir nicht wollen, dass nur noch wohlhabende Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt ein schönes Leben genießen können, während alle anderen weite Wege in Kauf nehmen müssen, um am Stadtleben teilzunehmen.“

OlafScholz-AltonaerMuseumBei den anschließenden Podien gingen Vertreter Bauwirtschaft und Politik auf die Vorworte ein. Man könne in einer Stadt wie Hamburg durchaus noch einige tausend Wohnungen mehr pro Jahr bauen, meinte ein Vertreter der Bauwirtschaft. Gentrifizierung, Mobilität, Einzelhandel, Verbindung von Arbeit und Freizeit waren weitere Schwerpunkte auf dem Podium.

Oberbaudirektor Prof. Walter berichtete von neuem ‚Knowhow‘ der Stadt, das man gerade in den letzten Jahren, etwa bei der Mitte Altona erworben habe. Nun könne man sich zutrauen, auch noch mehr Wohnungen zu bauen. Das sogenannte ‚Bündnis für das Wohnen‘ hätte zumindest gebracht, dass sich erstmals alle Beteiligten zusammengesetzt hätten und nun über „Quartiersentwicklung“ sprechen. „Wir werden auch über gemeinsame Finanzierungen nachdenken“, kündigte Walter mit Blick auf künftige Investitionen im Wohnungsbau an.

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