Der Gewöhnliche Teufelsabbiss Foto: Udo Steinhäuser, Loki Schmidt Stiftung

Hamburg. Der ‚Gewöhnliche Teufelsabbiss‘ ist die Blume des Jahres 2015, gab die Loki-Schmidt-Stiftung bekannt, die alljährlich ein Gewächs auswählt. Damit soll für den Schutz dieser bedrohten Pflanze geworben werden, die in den meisten Bundesländern auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht.

Die Blume des Jahres stehe dabei auch immer stellvertretend für einen bedrohten Lebensraum. Beim Gewöhnlichen Teufelsabbiss sind dies feuchte und magere, offene Landschaften, wie beispielsweise Feuchtwiesen, Moor- und Heidegebiete, Uferzonen sowie Graben- und Wegränder im Feuchtgrünland, so die Mitteilung.

Die Farbenpracht der hübschen hellblau, violett bis rosa gefärbten Blüten des Gewöhnlichen Teufelsabbisses begleite seine Betrachter von Juli durch den Spätsommer. „Hauptursache für die Gefährdung dieser Pflanze ist die Intensivierung der  Landwirtschaft. Feuchte Wiesen wurden entwässert, gedüngt oder zu Acker- und Bauland umgewandelt. Unsere letzten zurückhaltend bewirtschafteten Mager- und Feuchtstandorte müssen unbedingt erhalten werden“, so Axel Jahn, der Geschäftsführer der Loki Schmidt Stiftung. Das Problem: Wenn die Flächen brach fallen, verschwindet der Teufelsabbiss ebenso wie bei einer Intensivierung der Nutzung.
Größere Bestände der Art kommen derzeit im südlichen Teil der Bundesrepublik beispielsweise in den Alpen, im Schwarzwald und im Odenwald vor. In den nördlichen Bundesländern ist der Gewöhnliche Teufelsabbiss hingegen nur noch an wenigen Stellen zu finden.

Der Gewöhnliche Teufelsabbiss fühle sich in mageren, feuchten sowie mäßig warmen offenen Landschaften besonders wohl und komme in Höhenlagen von bis zu 1300 Metern vor. Die Art bietet zudem Nahrung für viele Insektenarten. Raupen des Goldenen Scheckenfalters, einem europaweit geschützten und äußerst bedrohten Tagfalter, als sie etwa als Nahrung.  Mit der Wahl des Teufelsabbisses zur Blume des Jahres werbe die Stiftung für einen schonenden Umgang mit unseren mageren und feuchten baumfreien Landschaften. Als Schutzmaßnahme dort sollte auf eine Düngung verzichtet und ein Nährstoffeintrag verhindert werden. Wenn die Nutzung einer Fläche eingestellt wird, sei jedoch eine regelmäßige Biotoppflege, zum Beispiel durch Beweidung oder Mahd anzustreben, um ein Aufwachsen von Gehölzen zu verhindern. Zahlreiche weitere Pflanzen- und Tierarten würden hiervon profitieren.

Die attraktive, mehrjährige Staude erreiche Höhen von 20 bis 100 cm und besteht aus 50 bis 80 Einzelblüten in kleinen, kugeligen Körbchen. Die Bestäubung erfolgt durch Bienen, Falter und andere Insekten. Früchte des Teufelsabbisses werden durch Wind oder durch vorbeistreifende Tiere ausgebreitet. Der deutsche als auch der lateinische Name für den Gewöhnlichen Teufelsabbiss sei auf die besondere Gestalt seines unterirdischen Wurzelstocks zurückzuführen. Da er dieser im Herbst von unten absterbe, sehe er wie „abgebissen“ aus. Nach einer Sage soll es der Teufel aus Zorn über die Heilkraft der Pflanze abgebissen haben.

1 KOMMENTAR / LESERBRIEF

  1. Hallo,

    vielen Dank für diesen schönen Artikel. Ich beschäftige mich gerade selbst mit dieser Pflanze und noch mehr mit dem Goldenen Scheckenfalter, deshalb freut es mich einen so gut recherchierten Artikel darüber lesen zu können und das auf diese Art und Weise über die Gefährdung aufmerksam gemacht wird.

    Da ich bei meinen Recherchen ebenfalls über die Namensgebung gestolpert bin, habe ich mich gefragt, wo sie die Sage zum Namen gefunden haben. Das würde mich sehr interessieren und ich würde mich freuen, etwas mehr darüber erfahren zu können.

    Herzliche Grüße,

    Manuela B.

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